Karl Lagerfeld – Hamburgs Modelegende
Stadtinfo Hamburgs Gesichter
Er wurde in Blankenese geboren und eroberte von dort aus die Modewelt: Karl Lagerfeld zählt zu den einflussreichsten Designern des 20. Jahrhunderts. Über sechs Jahrzehnte hinweg prägte er Haute Couture, Fotografie und Popkultur – stets mit weißem Zopf, dunkler Sonnenbrille und messerscharfem Witz.
Kindheit in Hamburg-Blankenese
Karl Lagerfeld ist untrennbar mit den Elbvororten verbunden, genauer gesagt mit Blankenese. Hier wurde er als Sohn des Hamburger Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld und dessen Frau Elisabeth in wohlhabenden Verhältnissen am 10. September 1933 geboren. Lange Zeit behauptete Lagerfeld jedoch, das er eigentlich jünger sei, bis diese Lüge mit verschiedenen Dokumenten widerlegt wurde. Sein Vater leitete die Glücksklee-Milch GmbH. An Geld und Wohlstand mangelte es der Familie nicht – Karl wuchs mit Hausangestellten auf, jedoch ohne die Wärme seiner Mutter.
Zwischen Hamburg und Bad Bramstedt
Nach der Geburt ging es mit seinen Eltern im Jahr 1934 auf ein fast 500 Hektar großes Gut in Bad Bramstedt. Doch bereits fünf Jahre später kehrte die Familie nach Hamburg zurück. Als Hamburg 1944 im Zweiten Weltkrieg besonders getroffen wurde, zog die Familie erneut nach Bad Bramstedt, bevor sie 1949 abermals in die Hansestadt zurückkehrte. Schon als Kind zeigte er großes Interesse an den visuellen Künsten und erzählte später, er habe in der Hamburger Kunsthalle mehr gelernt als in der Schule.
Der Aufbruch nach Paris
Die Schule brach er 1953 vorzeitig ab, um im Alter von 14 Jahren mit seiner Mutter nach Paris zu reisen und sich dort niederzulassen. Er lebte zunächst in einem Wohnheim für Minderjährige in der Rue Sorbonne. Anschließend besuchte er eine Privatschule und das Lycée Montaigne. Der junge Hamburger hatte nur ein Ziel: die internationale Modewelt.
Karrierestart bei Balmain
1954 reichte Lagerfeld ein Kleiddesign beim Wettbewerb des International Wool Secretariat ein. Er gewann in der Kategorie Mantel und freundete sich dort mit dem Mitgewinner Yves Saint Laurent an. Pierre Balmain, Juror des Wettbewerbs, stellte ihn als Assistenten ein – drei Jahre lang arbeitete Lagerfeld an dessen Seite. 1957 wurde er künstlerischer Direktor bei Jean Patou.
Stationen bei Chloé und Fendi
1963 wechselte Karl Lagerfeld als künstlerischer Direktor zu Chloé, wp er bis 1983 blieb. Weltweite Anerkennung erlangte er 1972 mit seiner Deco-Kollektion aus Schwarz-Weiß-Drucken mit asymmetrischem Schnitt. Parallel startete er seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem italienischen Modehaus Fendi, wo er Pelz und Leder revolutionierte. 1974 gründete der Designer in Deutschland sein erstes eigenes Unternehmen unter dem Namen "Karl Lagerfeld Impression".
Kreativdirektor bei Chanel
Als Designer der Haute-Couture-Kollektion bei Chanel verhalf Lagerfeld der damals angestaubten Modemarke zu neuem Glanz und formte sie zu einem international erfolgreichen Milliardenkonzern. Von 1983 bis zu seinem Tod verantwortete er jeden Aspekt der kreativen Produktion – vom Design der Kollektionen über Werbekampagnen bis zur Gestaltung der Ladenflächen. 35 Jahre blieb er Chanel treu und lieferte acht Damenkollektionen pro Jahr.
Claudia Schiffer als Muse
Ab 1990 förderte Lagerfeld das deutsche Model Claudia Schiffer, in der er die zweite Brigitte Bardot sah. Schiffer entwickelte sich unter seiner Förderung zum teuersten Fotomodel der Welt und repräsentierte eine neue Generation, die Modeltätigkeit mit internationalem Starruhm verband.
Fotograf und Buchliebhaber
Karl Lagerfeld sagte stets über sich, er habe drei Berufe: Modedesigner, Fotograf und Verleger. 1987 nahm er auf Anraten des Chanel-Bildchefs Eric Pfrunder erstmals selbst die Kamera in die Hand. Seitdem produzierte er sämtliche Werbekampagnen für alle Marken, für die er als Kreativdirektor tätig war. 1996 erhielt er für seine fotografischen Arbeiten den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.
Buchladen 7L und der Steidl Verlag
Er gründete 1999 seinen Buchladen 7L in Paris und ein Jahr später den Fotobuchverlag Edition 7L mit Gerhard Steidl. Lagerfeld verfügte über eine umfassende Allgemeinbildung und besaß eine Bibliothek mit über 300.000 Büchern. Annähernd fünfzig Fotobücher veröffentlichte er, die meisten im Steidl Verlag.
Der ikonische Look
Unverwechselbar waren seine Markenzeichen: der weiß gepuderte Zopf, ein hoher Vatermörderkragen, dunkle Sonnenbrillen und bis in die frühen 2000er Jahre ein Handfächer. Um die Anzüge seines Designer-Kollegen Hedi Slimane tragen zu können, nahm Lagerfeld innerhalb von 13 Monaten fast 40 Kilo ab. Bekannt war er auch für seine Schlagfertigkeit – seine spitzen Zitate gingen um die Welt.
Hamburgs Erinnerung
Der Modedesigner blieb bis zu seinem Tod 2019 in Paris mit Hamburg verbunden. Immer wieder kehrte er in die Hansestadt zurück – etwa 2014, als in der Hamburger Kunsthalle unter dem Motto "Feuerbachs Musen – Karl Lagerfelds Models" Fotografien von ihm ausgestellt wurden. Mit der neuen Karl-Lagerfeld-Promenade in unmittelbarer Nähe zum Modehaus Chanel würdigt Hamburg das Lebenswerk des Designers und seine Verbindung zur Hansestadt. Fünf Jahre nach seinem Tod trägt ein rund 150 Meter langer Abschnitt des Fuß- und Wanderwegs am Alsterfleet nun seinen Namen.
Karl Otto Lagerfeld, geboren am 10. September 1933 in Hamburg, gestorben am 19. Februar 2019 in Neuilly-sur-Seine, prägte den Stil der internationalen Modewelt wie kaum ein anderer. I
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Karl Lagerfeld wurde in Hamburg-Blankenese geboren. Er wuchs als Sohn des Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld und dessen Frau Elisabeth in wohlhabenden Verhältnissen auf. 1953 verließ er Hamburg, um mit seiner Mutter nach Paris zu ziehen und dort seine Karriere in der Mode zu starten.
Karl Lagerfeld wurde 1983 Kreativdirektor bei Chanel und blieb es bis zu seinem Tod am 19. Februar 2019 – insgesamt rund 36 Jahre. Er war maßgeblich dafür verantwortlich, die Marke Chanel wiederzubeleben und als eines der führenden Modehäuser der Welt zu etablieren.
Lagerfelds unverwechselbare Markenzeichen waren ein weiß gepuderter Zopf, ein hoher Vatermörderkragen, dunkle Sonnenbrillen und ein Handfächer, den er nach eigener Aussage zum Schutz vor Paparazzi und gegen Zigarettenrauch einsetzte. Dazu kamen Handschuhe und Silberringe, die seinen ikonischen Look vervollständigten.
Hamburg würdigt Karl Lagerfeld mit der Karl-Lagerfeld-Promenade in unmittelbarer Nähe zum Modehaus Chanel am Neuen Wall in der Hamburger Innenstadt. Der rund 150 Meter lange Abschnitt am Alsterfleet trägt seit 2024 seinen Namen. Bereits 2014 waren Fotografien von Lagerfeld in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt.
Ab 1987 fotografierte Karl Lagerfeld selbst und produzierte sämtliche Werbekampagnen für seine Marken. Er veröffentlichte annähernd fünfzig Fotobücher, die meisten im Steidl Verlag. 1996 erhielt er den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie für seine fotografischen Arbeiten.