Wenn das Wunschstudium in Gefahr ist – Jura-Prüfungsanfechtung

Die Testergebnisse sind raus. Man schaut online höchst nervös und aufgeregt nach seiner Note und dann das: Prüfung nicht bestanden. So ein Fehlschlag trifft die meisten Studenten sehr. Vor allem bei zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Jura treiben solche Fehlversuche den Studierenden den Schweiß auf die Stirn. Diese erlauben nämlich nur eine begrenzte Anzahl an Prüfungswiederholungen.

© Michal Jarmoluk/Pixabay
© Michal Jarmoluk/Pixabay

Auch die Konkurrenz ist hoch, vor allem in einer Großstadt wie Hamburg. Wer hier bei den gefragtesten Kanzleien einsteigen möchte, muss mit seinem Abschluss und seinen Noten glänzen.

Aber was, wenn man doch einmal durch eine Prüfung rasselt? Wir raten, noch nicht die Hoffnung aufzugeben! Denn mittlerweile ist es gar nicht mehr so selten, dass Jura-Studenten gegen ihre schlechten Prüfungsergebnisse Einspruch einlegen. Wie man eine Prüfung anfechten kann und mit welchen Erfolgschancen dabei zu rechnen ist, gibt es hier nachzulesen. 

Ablauf und Anfechtungsprozess

Auch wenn man im Grunde jeden Test, unabhängig vom Studiengang, anfechten kann, ist eine Anfechtung ein heikles Thema. Möchten Jura-Studenten zu einem besseren Prüfungsergebnis kommen, ist es ratsam, sich Hilfe von einem Experten zu holen. Für Fälle wie diese gibt es Anwälte, die sich ausschließlich auf den Bereich Jura spezialisieren. Jene Rechtsanwälte fechten im Namen ihres Mandanten die Jura 1. und Jura 2. Examen an sowie Testergebnisse aus dem Studium. Entscheidet man sich, professionelle Hilfe hinzuziehen, ist u. A. mit folgenden Vorteilen zu rechnen:

  • Ausführliche Beratung zu Ablauf und Vorgehensweise bei der Anfechtung
  • Professionelle Beurteilung der individuellen Situation
  • Korrekte Bearbeitung und Einreichung aller nötigen Unterlagen 

Es kann zusätzlichen Stress bedeuten, auf eigene Faust einem schlechten Testergebnis den Kampf anzusagen. Es ist nicht leicht, seine Zeit und Energie während dem weiterlaufenden Studium noch in eine Anfechtung zu stecken. Demensprechend kann es die Psyche entlasten, einen Anwalt zu beauftragen. Dieser weiß genau, welche Unterlagen und möglichen, relevanten Beweise zusammengetragen werden müssen, um erfolgreich Klage einzureichen. Er kann die individuelle Situation durch Erfahrung und Expertenwissen bestmöglich evaluieren und dementsprechend vorgehen.

Ein Anwalt übernimmt die komplizierte Bürokratie und kann einem Laien komplexere Angelegenheiten leicht verständlich erklären. Zudem weiß dieser meist von Anfang an, in welchem Fall eine Klage sinnvoll ist und wann nicht. Durch den gesamten Prozess steht dieser in einer beratenden Funktion zu Seite, übernimmt lästigen Papierkram und entwirft die taktisch beste Strategie für den vorliegenden Fall.

Sind alle Formalitäten geklärt, wird ein Einspruch in schriftlicher Form bei der zuständigen Prüfungsstelle eingereicht. Trifft man dort nicht auf den gewünschten Erfolg, wendet man sich an das Verwaltungsgericht Hamburg als zweite Anlaufstelle. Damit hierbei alles geregelt abläuft und der Anspruch nicht verfällt, gilt es schnell und organisiert zu sein. Innerhalb von einem Monat nach der Prüfung und nach der Ablehnung der Prüfungsstelle muss das Verwaltungsgericht die Dokumente fristgerecht erhalten. Nur dann wird die Klage tatsächlich bearbeitet. 

Zielsetzung und Erfolgsaussichten

Je nach individueller Situation wünscht sich der durchgefallene Student eines von zwei möglichen Ergebnissen durch die Anfechtung:

  1. Eine Höherbewertung, bei der die erhaltene Note nach oben korrigiert wird
  2. Eine Wiederholung der gesamten Prüfung 

Ersteres wird meist angestrebt, wenn Beweise vorliegen, dass ein Test falsch bewertet wurde. Hat der Korrektor hier nachweisbare Fehler gemacht, ist die Chance auf eine bessere Note groß.

Die zweite Option impliziert, dass die gesamte Prüfungssituation nicht ideal war. Hier kann es sich zum Beispiel um gravierende Fehler in den Modalitäten handeln. Oder man musste eine Prüfung unter anderen Bedingungen ablegen als seine Mitstudenten. Auch persönliche Differenzen mit dem jeweilig zuständigen Professor können als Grund angegeben werden. Fühlt sich der Prüfling aus gerechtfertigten Gründen unfair behandelt oder wurde gar beschimpft, kann man hier Einspruch einlegen.

Natürlich setzt sich eine Klage nicht immer wie gewünscht durch. Auch die besten Rechtsanwälte können keine Garantie auf Erfolg geben. Man muss aussagekräftige Beweise vorlegen und diese detailliert dokumentieren.  Bei unfairer Behandlung oder fehlerhafter Beurteilung entscheidet in der Regel der Einzelfall. Aber genau deshalb kann es sich als wertvoll erweisen einen Anwalt zu konsultieren und sich vorab eine Expertenmeinung einzuholen.

Letztendlich liegt es im eigenen Ermessen, ob eine Anfechtung das eigene Geld, die Zeit und den Aufwand wert ist. Es ist natürlich ein Unterschied, ob die eigene Zukunft auf dem Spiel steht oder ob eine schlechteres Testergebnis lediglich etwas den Notendurchschnitt runterzieht. Gerät aber plötzlich das gesamte Studium wegen einer einzelnen nicht bestandenen Prüfung in Gefahr, lohnt es sich, für seine Noten zu kämpfen. In diesem Fall kann der Gang zur Kanzlei die erhoffte Rettung sein. 

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