Ist CBD eigentlich legal? Rechtswirrwarr dominiert die Diskussion

Eigentlich ist die Rechtslage eindeutig. Produkte, welche die Substanz CBD (Cannabidiol) enthalten, dürfen in Deutschland legal erworben werden, solange sie einen THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) von 0,2 % nicht überschreiten. Zudem müssen die Substanzen aus EU-zertifiziertem Anbau stammen.

In Form von Öl mit einem THC-Gehalt unter 0,2 % ist CBD legal in Deutschland erhältlich, © Elsa Olofsson on Unsplash / https://cbdoracle.com/
In Form von Öl mit einem THC-Gehalt unter 0,2 % ist CBD legal in Deutschland erhältlich, © Elsa Olofsson on Unsplash / <a href="https://cbdoracle.com/" target="_blank" rel="noopener">https://cbdoracle.com/</a>

Laut einem bekannten CBD Ratgeber-Portal schrecken aber immer noch viele Interessenten vor einem Kauf zurück. Zwar würde man gerne von der Wirkung des CBD profitieren, doch ist die rechtliche Lage eher unübersichtlich.

Unwissenheit und Vorurteile überlagern den Diskurs

CBD ist einer von mehr als hundert Wirkstoffen der Hanfpflanze (Cannabis). Im Gegensatz zum weitaus bekannteren THC hat die Substanz keine berauschende Wirkung. Aufgrund von THC wurde die Cannabispflanze in vielen Ländern in ihrer Gänze verboten und gelangte auf die Rote Liste. Bis heute wird Hanf mit dem psychoaktiven Wirkstoff, der nur einer unter vielen ist, gleichgesetzt. 

Dabei profitierte die Menschheit schon vor Tausenden von Jahren von der Cannabispflanze. Ägypter, Chinesen, Inder und südamerikanische Urvölker bauten die Pflanze großflächig an. Wohlschmeckende bekömmliche Öle, robuste Kleidung und schmerzlindernde Tinkturen wurden daraus hergestellt.

Mit dem Verbot von Hanf wurden neben THC auch alle weiteren Wirkstoffe in "Sippenhaft" genommen. Mit dem Hype um CBD drängt nun eine Substanz in den Fokus der Öffentlichkeit, die versucht, das Stigma des Verbotenen abzuschütteln. Das ist nicht einfach, hat sich doch in vielen Köpfen festgesetzt, dass Hanf mit THC gleichzusetzen sei und somit auch CBD verboten sein müsse. Dabei erhält CBD Unterstützung von höchster Stelle. So bestätigt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) in ihrem Report von 2017, dass die Substanz weder psychoaktive noch gesundheitsschädliche Wirkungen zeitige. In Deutschland darf Cannabis auf Indikation verschrieben werden und wird hauptsächlich in der Schmerztherapie als begleitende Maßnahme verordnet. Und so sind CBD-Kapseln, Tabletten und CBD-Öl legal, solange die genannten Richtlinien eingehalten werden. Nur das Wissen darüber ist noch nicht so verbreitet, wie es eigentlich sein sollte.

Kompetenzstreit der Institutionen

Erschwerend kommt hinzu, dass sich verschiedene Instanzen mit dem Produkt und seiner eventuellen Zulassung beschäftigen. So ist ein Konflikt zu erkennen, der darauf beruht, dass EU-Verordnungen sich mit nationalen Gesetzen überschneiden. Außerdem wird CBD Spielball verschiedener Interessen. Dabei verwässern sich zunehmend die Fronten.

In Deutschland gelten die Regeln für den Mindestgehalt von THC und zertifiziertem Anbau. Allerdings unterteilt die Gesetzgebung bei ihrer Entscheidungsfindung aus unerfindlichen Gründen CBD in die verschiedenen Darreichungsformen ein. Weiterverarbeitete Produkte wie Kapseln, Öl und Tabletten sind legal und frei verkäuflich. Das Kraut und die Blüten gelten noch als Hanfpflanze und fallen dadurch unter das Gesetz für Betäubungsmittel (BTM), obwohl die berauschende Wirkung ausbleibt.

Das BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) ordnet CBD als Lebensmittel ein. Deshalb fällt die Substanz unter die Novel Food-Regelung der EU (Europäische Union) und es bedarf eines aufwendigen Zulassungsverfahrens, um den Markt zu öffnen. Im März 2020 wurde dem vom BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) teilweise widersprochen. Natürliche Produkte, die CBD enthalten, sind somit frei verkäuflich, Isolate dagegen bleiben verboten.

Zudem mischt seit einiger Zeit die pharmazeutische Industrie mit. Der Hype der letzten Monate und Jahre verspricht große Gewinnchancen, sollte CBD als Arzneimittel eingestuft werden. Dadurch würde CBD weiteren Zulassungsprozessen ausgesetzt und der breiten Öffentlichkeit vorenthalten. Die Lobby der Pharmaindustrie ist sowohl in Brüssel als auch in Berlin sehr ausgeprägt und arbeitet akribisch an ihren Zielen.

Millionen Menschen könnten geholfen werden

Alle diese laufenden Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen bremsen den freien Verkauf und halten das Produkt künstlich auf einem hohen Preisniveau. Dabei wäre es an der Zeit, dass die Menschen wieder uneingeschränkten Zugang zu der harmlosen Substanz erhalten. Hat es doch wegen seiner entspannenden und entzündungshemmenden Wirkungen auf vielen medizinischen Feldern Potenzial. 

CBD stärkt das Immunsystem und wirkt bei vielen Anwendern schmerzlindernd. Der Gesundheit abträgliche Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Es wäre der Gesamtheit der Schmerzpatienten von ganzem Herzen zu wünschen, wenn die verfahrene Situation zeitnah geklärt werden könnte.

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