Wird Krypto-Kunst zum Picasso von morgen?

Die Kunstszene ist bekannt dafür, innovativ, provozierend und erfinderisch zu sein. Es ist also nicht sehr verwunderlich, dass sich Künstler und Artisten die Technologie der Blockchain zu Nutze machen, die aktuell am Boomen ist.

Krypto Kunst – Circuit Board, © pixabay.com
Krypto Kunst – Circuit Board, © pixabay.com

Digitale Kunst, NFTs und Krypto-Token hört sich im ersten Moment eher nach langweiliger IT an, doch dahinter verstecken sich Kunstwerke, die nur im digitalen Raum verwendbar sind.

Der Hype um die NFTs

Hinter den digitalen Kunstwerken steht wieder einmal die Technologie der Blockchain. Diese verkauft Besitzrechte an den digitalen Werken, auch NFTs genannt. NFT ist die Abkürzung für "Non-fungible-Token", was soviel bedeutet, dass es sich um ein Objekt handelt, das nicht austauschbar ist, einzigartig ist.

Digitale Objekte, die nicht kopiert werden können? Das klingt wie ein Widerspruch in sich. Fakt ist, dass einem mit den NFTs eine Art Eigentumstitel ausgestellt wird. Jedes digitale Kunstwerk gibt es folglich nur einmal mit der Besitzerauszeichnung. Genau das macht das Handeln mit der digitalen Kunst so interessant und lukrativ.

Das bisher teuerste verkaufte digitale Kunstwerk stammt vom Künstler Beeple, das für unglaubliche 69 Millionen Dollar verkauft wurde. Ein fotografisches Porträt von Ai Wei brachte es auf 17.850 Euro.

Der Kauf und Verkauf der Eigentumsrechte erfolgt ebenfalls über das Internet. Aus diesem Grund wird der Handel mit digitaler Kunst sehr einfach. Jeder, der über ein digitales Wallet oder Kryptowährung verfügt, kann an Auktionen teilnehmen und sein eigenes NFT erstehen. Dabei müssen natürlich immer die höchsten Sicherheitsstandards erfüllt werden. Verschlüsselte Verbindungen und Double VPN sind Pflicht, um Transaktionen ohne Zwischenfälle abwickeln zu können.

Was kauft man mit den NFTs?

NFTs haben sich in viele Bereich der digitalen Welt geschlichen. Man kann neben Fotografien und Kunstwerken auch in Videospielen Käufe ausführen. Es lassen sich individuelle Skins erstehen oder ganze Avatare. Die Preise gehen auch hier teilweise in die Tausende.

Das Interessante an den NFTs, man kauft einen Titel. Das Objekt selbst kann man nicht in die Hand nehmen. Auch verschwinden die Daten nicht aus dem Netz. Die 5.000 Bilder, mit denen Beeple sein Kunstwerk geschaffen hat, sind im WWW immer noch für alle anderen Nutzer sichtbar und können bestaunt werden, doch das Bild hat nun einen Eigentümer.

Deutsche Galerien stellen digitale Kunst aus

In Deutschland setzt der Hype um die Krypto-Kunst erst langsam ein. Die ersten Galerien und Auktionshäuser beginnen damit, digitale Kunst auszustellen und zu versteigern. Doch bei vielen kommt hier die Frage auf, ob es sich dabei wirklich um Kunst handelt.

Viele sehen in den NFTs vielmehr eine Form der Investition, ähnlich dem Boom der Kryptowährungen, die ebenfalls auf der Technologie der Blockchain basieren. Dabei muss aber beachtet werden, dass ähnlich wie der Kryptomarkt auch die Werte der digitalen Kunst starken Schwankungen unterliegen können.

Digitale Kunst "Guernica", © pixabay.com
Digitale Kunst "Guernica", © pixabay.com

Ersetzt digitale Kunst den Picasso an der Wand?

Das wird laut Experten eher unwahrscheinlich sein. Kunstsammler traditioneller Werke werden weiter diese bevorzugen, schon allein der Haptik wegen und der Geschichte, die mit jedem Werk verbunden ist. Hinzu kommt die Möglichkeit, das einzigartige Kunstwerk in den eigenen vier Wänden aufzuhängen oder zu stellen.

Die digitale Kunst und NFTs werden vielmehr als ein zusätzlicher Aspekt des Kunstmarktes gesehen, indem ein hohes Potenzial steckt, dass sich erst in Zukunft voll und ganz entwickeln wird.

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