Hamburg Pride e.V. im Porträt
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Seit über zwei Jahrzehnten setzt sich Hamburg Pride e.V. für queere Sichtbarkeit, Gleichstellung und gegen Diskriminierung ein. Der gemeinnützige Verein organisiert den Christopher Street Day in Hamburg – und macht die Hansestadt jedes Jahr ein Stück bunter und offener.
Gründung und Vereinsziele
Hamburg Pride e.V. wurde 2003 gegründet und ist seit 2010 als gemeinnützig anerkannt. Das zentrale Ziel des Vereins: Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber queeren Menschen abbauen und ihre volle rechtliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen fördern. Getragen wird die Arbeit von einem achtköpfigen ehrenamtlichen Vorstand, der alle zwei Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt wird.
Das Leitbild des Vereins
Fünf Grundsätze bilden den Kompass für alle Aktivitäten und Entscheidungen von Hamburg Pride e.V. Sie spiegeln ein klares Bekenntnis zu Vielfalt, Teilhabe und Verantwortung wider.
- Inklusivität und Offenheit: Menschen aller geschlechtlichen und sexuellen Identitäten, ethnischen Hintergründe, religiösen Überzeugungen und körperlichen Fähigkeiten sind willkommen. Menschenrechte, Freiheit und Selbstbestimmung stehen dabei an erster Stelle.
- Intersektionalität und Perspektive: Der Verein berücksichtigt, dass sich soziale Identitäten gegenseitig beeinflussen – etwa in den Bereichen Geschlecht, Herkunft, Migration, Alter oder Behinderung.
- Empowerment und Partizipation: Alle Mitglieder und Interessierten sollen aktiv mitgestalten, Ideen einbringen und sich für positive Veränderungen engagieren.
- Zusammenarbeit und Solidarität: Hamburg Pride e.V. kooperiert mit Organisationen und Netzwerken, die ähnliche Werte teilen – auf Basis von Respekt und gegenseitiger Unterstützung.
- Nachhaltigkeit und Achtsamkeit: Ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung fließen in die Vereinsarbeit ein.
Was Intersektionalität bedeutet
Intersektionalität beschreibt das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsformen. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort "intersection" (Kreuzung) ab: An dieser Kreuzung treffen unterschiedliche Ausgrenzungserfahrungen aufeinander und verstärken sich gegenseitig. Eine Person kann also nicht nur aufgrund ihrer sexuellen Identität, sondern gleichzeitig wegen Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Alter oder Religion diskriminiert werden.
Hamburg Pride e.V. wirkt solchen Mehrfach-Diskriminierungen aktiv entgegen – mit konkreten Maßnahmen, die möglichst vielen Menschen die Teilnahme am CSD und an der Pride Week ermöglichen.
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Inklusion beim CSD Hamburg
Der Verein setzt zahlreiche barrierefreie Angebote um, die den CSD für alle zugänglich machen. Gebärdendolmetscher übersetzen die komplette Pride Night sowie wichtige Reden auf dem CSD-Straßenfest in Gebärdensprache.
In Kooperation mit der Hamburger Stadtrundfahrt – Die Roten Doppeldecker GmbH – gibt es am Demo-Tag eine Mitfahrgelegenheit über die gesamte Route für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität.
Inklusionstruck und Family Area
Seit 2023 fährt ein Inklusionstruck bei der CSD-Demo mit – organisiert in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis zugunsten unfallgeschädigter Kinder e.V. und der Deutschen Muskelschwund-Hilfe Hamburg. Rollstuhlfahrer können so aktiv und barrierefrei am CSD teilnehmen. 2025 gab es erstmals ein CSD-Radio für blinde und sehbehinderte Menschen sowie eine Family Area mit Kinderbereich auf dem Straßenfest.
Barrierefreiheit auf dem Gelände
Auf dem CSD-Straßenfest steht ein barrierefreies WC bereit, rollstuhlgerechte Kabelbrücken machen das Gelände weitgehend barriereärmer. Die Handicap Loge auf dem Rathausmarkt bietet Rollstuhlfahrern eine bessere Sicht auf die Haupttribüne und dient als Ruhepol. Ein Awareness-Zelt steht als Anlaufstelle bereit, um Vorfälle jeglicher Art zu melden.
Digitale Barrierefreiheit
Auch online denkt der Verein mit. Bilder auf der Homepage werden mit Alternativtexten versehen, die blinden und sehbehinderten Menschen vorgelesen werden können. Wichtige CSD-Informationen auf Instagram und Facebook werden zusätzlich auf Englisch übersetzt.
Sichere Räume für die Community
Hamburg Pride e.V. schafft das ganze Jahr über Begegnungsorte. Der monatliche "Pride Salon" ist ein queeres Gesprächsformat, das zum offenen Austausch einlädt. Hinzu kommen die jährliche Mottofindung und das Pride House während der Pride Week – beides als geschützte Räume für die Community konzipiert.
Mitmachen und unterstützen
Der Verein bietet verschiedene Wege, sich einzubringen. Ob als Mitglied, durch Spenden oder über die Projektförderung – jede Unterstützung zählt. Anregungen und Ideen nimmt Hamburg Pride e.V. jederzeit unter info@hamburg-pride.de entgegen.
Die Vision des Vereins: eine Welt, in der jede queere Person die Chancengerechtigkeit und Wertschätzung erfährt, die allen Menschen zusteht.
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