Großmarkt Hamburg in Corona-Zeiten: Erdbeeren nicht teurer als sonst

Die Experten vom zentralen Versorger der Hansestadt Hamburg geben Entwarnung: Auch im Krisen-Sommer dürfen wir uns auf die süßen Früchte freuen. Leere Supermarktregale, Diskussionen um Erntehelfer und hohe Preise: Auch an den beliebten kleinen Sommerfrüchtchen geht die Corona-Krise nicht spurlos vorbei.

Erdbeeren, © Tim Reckmann / pixelio.de
Erdbeeren, © Tim Reckmann / pixelio.de

Die Experten vom Großmarkt Hamburg wissen Bescheid, was die Verbraucher in dieser besonderen Erdbeersaison zu erwarten haben.

Die Erdbeerenernte ist jedes Jahr wieder stark abhängig vom Wetter. Normalerweise beginnt im Mai das Pflücken der kleinen Früchte – die genau genommen kein Obst sind, sondern zu den Rosengewächsen gehören. Die Erdbeeren, die wir schon vorher in den Regalen finden, sind verfrüht produziert: Diese Ernte ist in Gewächshäusern beheizt worden oder doppelt und dreifach mit Folie abgedeckt herangereift.

"Das machen einige Spezialisten so, aber nicht der Großteil der Produzenten. Erhöhte Preise zu Beginn der Saison sind daher nichts Ungewöhnliches. Erdbeeren sind 2020 also nicht teurer als in anderen Jahren", weiß Großmarkthändler Ralf Albers. 

Wer sich fragt, ob wir in diesem Sommer überhaupt genügend Erdbeeren genießen können, darf aufatmen. Aktuell sind noch genügend Helfer auf den Feldern unterwegs. Produzenten und Helfer achten dabei die stringent auf die Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen und  -abstände innerhalb des Produktionsprozesses.

"Die Erdbeerernte ist, wie bereits gesagt, noch nicht voll angelaufen, sodass das Personal aktuell ausreicht, um den Großteil der Mengen zu ernten", weiß der Experte vom Großmarkt. "Aber jeder Betrieb muss sich natürlich auf die Saison vorbereiten. Geräte und Maschinen müssen bereit gemacht, Ackerflächen bestellt und vorbereitet werden, da etliche Produkte erst noch gepflanzt bzw. gesät werden. Viele Produzenten haben aufgrund der Ungewissheit zwar schon erste Einheiten nicht gepflanzt oder bestellte Pflanzen storniert. Vergessen dürfen wir aber auch nicht, dass ein ganz großer Abnehmer in Deutschland fehlt. Damit meine ich die Gastronomie."

Wird bei den beliebten Erdbeeren Leerstände geben, wo sie in Deutschland doch zur sommerlichen Kaffeetafel einfach dazugehören? Ralf Albers gibt auch hier Entwarnung: "Wie bei allen Produkten des täglichen Bedarfs haben auch Obst und Gemüse gewisse Vorlaufzeiten. Die Ware muss bestellt, geerntet und transportiert werden. Steigt die Nachfrage unverhältnismäßig an, dauert es dann natürlich einige Tage bis Ware nachgeliefert ist."

Die Warenströme werden dabei aber regelmäßig so gesteuert und optimiert, dass nur möglichst so viel Ware versendet wie auch verkauft wird. Nur auf diese Weise kann vermieden werden, dass Ware entsorgt werden muss. Dementsprechend wird auch der Anbau geplant. "Kurz gesagt. Ist ein Feld geerntet, sollte das nächste Feld bereit sein zur Ernte“, erklärt der Experte. Und betont auch hier den Einfluss des Wetters: "Ist die Ware zu klein, kann nicht geerntet werden. Das passiert nicht nur durch außergewöhnliche Nachfrage, sondern auch durch das Wetter. Was nicht da ist, kann nicht geerntet werden. Es sind halt Naturprodukte und die Natur können wir nie zu 100% beherrschen."

Gewisse Engpässe und Lieferverzögerungen sind also normal, vor allem in Verbindung zu den schon immer praktizierten Hamsterkäufen der Deutschen vor bundesweiten Feiertagen. Durch vorrauschauende und umsichtige Planung versuchen die Händler  des Großmarktes Hamburg und ihre Mitarbeiter die Bewohner der Hansestadt auch weiterhin mit allen wichtigen Vitaminlieferanten zu versorgen. Dabei werden auch die beliebten Erdbeeren nicht zu kurz kommen.

Über den Großmarkt Hamburg

Der Großmarkt Hamburg ist Deutschlands größtes Frischezentrum für Obst, Gemüse und Blumen. Seine exzellente Lage verschafft ihm dabei einen optimalen strategischen Vorteil als größter Versorger der Hansestadt. Seine direkte Lage am Hafen, den Hauptbahnhof in nächster Nähe und die direkte Anbindung zur Autobahn garantieren schnellen An- und Abtransport und somit die bestmögliche Frische, wenn die Ware in den Handel kommt.

Auf dem 27 Hektar großen Gelände mit seiner 99.500 qm großen Obst- und Gemüsehalle werden pro Jahr ca. 1,5 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen, die in den Einzelhandel, die Gastronomie, Supermärkte sowie bis auf die Wochenmärkte über Hamburgs Grenzen hinaus kommen. Nicht umsonst wird der Großmarkt Hamburg als das "grüne Herz der Stadt" bezeichnet.

Quelle: Gute Leude Fabrik

Bildquelle: Erdbeeren, © Tim Reckmann / pixelio.de

 

Weitere Empfehlungen