Gesundheitskick im Badezimmer

Winterzeit ist Wellnesszeit. Das geht auch im eigenen Badezimmer: Wie man sich in den eigenen vier Wänden eine Entspannungsoase schaffen kann, erklären wir hier.

Frau in Sauna, © Pexels/Andrea Piacquadio
Frau in Sauna, © Pexels/Andrea Piacquadio

Die kalte Jahreszeit ist zahlreichen Hamburgern ein Anlass, um sich in den städtischen Wellness-Oasen aufzuwärmen. Ob sie dort saunieren, kneipen oder im Whirlpool relaxen: Der geistigen und körperlichen Gesundheit tun die Wellness-Stunden gut.

Wie könnte man wohl besser gesund durch den Herbst und Winter kommen? Theoretisch kann man sich auch zuhause etwas Wellness gönnen – nämlich im eigenen Bad. Nicht nur das Immunsystem kann man dort stärken.

Auch gegen Volkskrankheiten aus dem Bereich der Herzkreislauferkrankungen kann eine Wellness-Oase in den eigenen vier Wänden etwas bewirken.

Wie die richtige Badausstattung die Gesundheit fördert

Angenehm duftender Dampf steigt aus der Badewanne auf. Leise brummende Whirlpooldüsen helfen beim Abschalten und in der Regendusche erinnert das prasselnde Wasser an Urlaub an einem karibischen Wasserfall.

In den eigenen vier Wänden kann man nirgendwo so gut entspannen wie in einem dazu eingerichteten Bad. Das tut der Gesundheit gut, denn die meisten Krankheiten werden von anhaltendem Alltagsstress gefördert.

Das gilt beispielsweise für Herzkreislauferkrankungen, die in der Bundesrepublik als führende Todesursache gelten und insgesamt 40 Prozent aller Sterbefälle ausmachen. Zur Verbesserung der Durchblutung wurde schon seit der Antike Hydrotherapie angewandt.

Auch chronischen Schmerzen und lokalen Entzündungen begegnete man damals mit der Kraft des Wassers. Wie heilend schon allein ein warmes Wannenbad sein kann, hat eine Studie der sportmedizinischen Universität Hamburg bewiesen. Laut den Ergebnissen senkt der Aufenthalt in der Badewanne das Stresslevel und den Blutdruck.

Neben der Wanne können Verbraucher auch ein ein Regenduschenmodell ins Bad integrieren, um ihr geistiges und körperliches Wohlbefinden zu steigern. Dampf-, Schwall- und Massageduschen sind ebenfalls geeignet. Neben dem Stoffwechsel bringt Badausstattung wie diese das Immunsystem in Schwung – und zwar, wann auch immer einem danach ist.

So gesund sind Saunen und Dampfduschen

Wer sein Bad mit der richtigen Ausstattung in eine Wellnessoase verwandelt, geht damit nicht nur gegen die genannten Gesundheitsprobleme vor. Die Entspannung in den eigenen vier Wänden verbessert unter Umständen auch Volksleiden wie Rückenschmerzen. Zusätzliche Ausstattungselemente mit erwiesenermaßen gesundheitsförderlicher Wirkung sind Dampfkabinen und Saunen.

Regelmäßig sanftes Saunieren stabilisiert laut Experten der Berliner Charité das Immunsystem und kann sogar den Blutdruck normalisieren. Nach dem Saunagang empfehlen Wissenschaftler zur sanften Abkühlung eine Regendusche bei Temperaturen um die 13 Grad Celsius. So wird das Herzkreislaufsystem nicht zu stark belastet. Anstrengend sind Saunagänge für den Körper immer – bei richtiger Anwendung aber mit positivem Effekt.

Die Herzfrequenz steigt innerhalb weniger Minuten um rund 20 Schläge pro Minute. In kürzester Zeit liegt sie 50 Schläge über der Ursprungsfrequenz. Außerdem sinkt beim Saunieren der äußere Gefäßwiderstand, weil sich die Adern bei Wärme weiten. Dadurch strömt mehr Blut zum Herzen.

Setzt man sich dieser Belastung regelmäßig aus, so kann sich ein ähnlicher Trainingseffekt einstellen wie beim Sport. Auf lange Sicht senkt das Training den Blutspiegel der gefäßverengenden Hormone Endothelin und Noradrenalin. Dadurch verbessert sich die Durchblutung dauerhaft.

Expertentipp für den sanften Einstieg

Kreislaufschonender als echte Saunen sind Dampfduschen, die lediglich 45 bis 60 Grad Wärme abgeben und sogar bei Erkältungen nutzbar sind. Kombiniert man sie mit Infrarot, hat man eine eigene Licht- und Wärmebehandlung im Haus. Helfen kann das beispielsweise gegen Schmerzen und Verspannungen.

Salzbäder und wirkungsvolle Wechselduschen als Basisanwendungen

Auch ohne besondere Ausstattung kann man im Badezimmer die eigene Gesundheit fördern. Eine altbewährte Methode sind Salze für das Badewasser. Solche Bäder heilen nicht nur die Haut und damit die erste Barriere des Immunsystems. Zudem fördern sie die Durchblutung.

Genauso einfache und kreislaufstärkende Anwendungen für Zuhause sind Dauerbrausen. Bei jenen appliziert man mit dem Duschkopf anhaltend Wasser auf den Körper.

Auch Dampfanwendungen mit heilsamen Kräutern oder Ölen sind leicht umsetzbar. Beim Baden atmet man die Wirkstoffe der Zusätze einfach ein.

Etwas anstrengender für den Organismus sind Wechselduschen. Bei Letzteren setzt man sich zunächst warmem Wasser aus. Kurz darauf wechselt man zu kaltem und erhöht die Wassertemperatur in der nächsten Minute wieder sprunghaft. Der Vorgang wird einige Male wiederholt, bevor kaltes Wasser die Anwendung beendet.

Die plötzlichen Temperatursprünge fördern die Durchblutung und stärken das Abwehrsystem. Anfänger starten am besten nicht gleich mit einer Ganzkörperdusche. Lieber beschränken sie sich zunächst auf die Knöchel und Handgelenke. Für den Körper ist dieses Vorgehen weniger belastend und kann einen untrainierten Kreislauf so relativ sanft auf volle Wechselduschen vorbereiten.

Vorsicht: Bei Vorerkrankungen alle Anwendungen immer mit dem Arzt besprechen!

Obwohl Wechselduschen und Wärmeanwendungen im eigenen Bad Krankheiten lindern können, sollte man sich bei Vorerkrankungen niemals ohne Rücksprache darauf einlassen. Gerade bei Herzkreislaufbeschwerden können die Verfahren sonst auch gefährlich werden. Was gut tut und was eher schadet, kann der Mediziner nur für den Einzelfall entscheiden.

Weitere Empfehlungen