Bismarck-Denkmal: Neue Führungen

Im Alten Elbpark könnt ihr ab März 2026 an zwei neuen Rundgängen teilnehmen, die das Bismarck-Denkmal aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Neun freie Kulturvermittler führen euch durch die koloniale Geschichte Hamburgs und die wechselvolle Vergangenheit des 1906 eingeweihten Monuments.

Bismarck-Denkmal aus Granit vor blauem Himmel
Bismarck-Denkmal in Hamburg, © pixabay.com / LS-Photo

Was erwartet euch bei den Führungen?

Zwei unterschiedliche Rundgänge bieten euch vielfältige Zugänge zur Geschichte des Denkmals:

  • Der eine konzentriert sich auf Entstehung, Architektur und Nutzung des Monuments in verschiedenen politischen Systemen.
  • Der andere beleuchtet das koloniale Erbe Hamburgs und die Rolle Otto von Bismarcks in der deutschen Kolonialpolitik.

Beide Formate dauern wahlweise 90 oder 120 Minuten und richten sich an Jugendliche ab 12 Jahren sowie Erwachsene.

Rundgang "Geschichte und Perspektiven"

Direkt am Denkmal erfahrt ihr Wissenswertes über die Kunstgeschichte und architektonische Gestaltung des 1906 eingeweihten Bauwerks. Die Guides bringen unterschiedliche Expertisen mit – von Kunsthistorik über Gedenkstättenpädagogik bis zu Restaurierungspraxis. Das Format ist bewusst dialogisch angelegt, sodass ihr eure eigenen Fragen einbringen könnt. Gemeinsam diskutiert ihr, welche Rolle die Statue heute in einer diversen Stadtgesellschaft spielen sollte.

Hier könnt ihr den Rundgang buchen.

Rundgang "Koloniale Schatten"

Der Rundgang "Koloniale Schatten" versteht das Denkmal als koloniales Erinnerungszeichen und Schauplatz aktueller Debatten um Rassismus. Ausgehend von Bismarcks Kolonialpolitik werden die Verflechtungen von Handel, Mission und Gewalt sichtbar gemacht. Ihr erfahrt, wie Hamburg als Kolonialmetropole funktionierte und welche Rolle antikoloniale Widerstände spielten. Der Rundgang knüpft an das stadtweite Erinnerungskonzept "Hamburg dekolonisieren!" an und zeigt zivilgesellschaftliche Initiativen der Gegenwart.

Hier könnt ihr den Rundgang buchen.

Was verraten die neuen Informationstafeln?

Seit August 2025 stehen am Bismarck-Denkmal mehrsprachige Informationstafeln, die euch auch ohne Führung Einblicke geben. Sie thematisieren die koloniale Dimension der Entstehungsgeschichte und die Nutzung im Nationalsozialismus. Über digitale Angebote gelangt ihr zu weiterführenden Informationen und Inhalten in einfacher Sprache. Die Tafeln bilden zusammen mit den Rundgängen einen zentralen Baustein der fortlaufenden Kontextualisierung.

Wie geht es mit dem Innenraum weiter?

Der im Zweiten Weltkrieg zum Luftschutzbunker umgebaute Hohlraum im Sockel bleibt vorerst geschlossen. Bevor ihr den Innenraum besuchen könnt, sind noch Wartungs- und Sicherheitsprüfungen notwendig. Außerdem braucht es ein verantwortungsvolles Konzept für den Umgang mit der dort sichtbaren nationalsozialistischen Symbolik. Bis dahin thematisieren die Guides die Bunkernutzung und die Kontinuitäten nationalistischer Bildwelten im Außenraum.

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Quelle:  Behörde für Kultur und Medien