eSport – Hamburg geht virtuell

ESport ist seit dem Einbruch der Digitalen Ära ein unzertrennlicher Aspekt der Gaming-Industrie. Seit den 1990ern erlebt seine Popularität einen deutlichen Aufwärtstrend, was dazu geführt hat, dass die Professionalisierung kontinuierlich zunimmt und einige Länder bereits eSport als eine eigene Disziplin anerkennen. Deutschland hängt diesbezüglich hinterher. Doch auch hier wird die Fangemeinde immer größer, während renommierte Fußballvereine den virtuellen Sport als eine lohnenswerte Investition ansehen. Mit dem "ESL One"-Event und dem Hamburger eFußball zeigt die Hansestadt, dass auch sie ein Wörtchen in der virtuellen Welt mitzureden hat.

© pxhere.com
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Die Geschichte des eSports kurz und bündig

Slots waren die ersten Maschinen, die für das Gaming genutzt wurden. Die "einarmigen Banditen", die sich vom 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre bezüglich ihrer mechanischen Funktionsweise kaum veränderten, führten die Idee Spiel und Spaß mit einer Maschine zu erleben erfolgreich in die Gesellschaft ein.

Die darauffolgende Elektronisierung der Slots leitete eine neue Ära ein. Die ersten komplexen Video- und Computerspiele wurden entwickelt, die sich langsam als Produkte mit Zukunftspotenzial in der Gaming-Branche etablierten. Dabei wurden früh erste Turniere organisiert, welche die Grundsteine zum heutigen eSport gelegt haben.

In den 1990ern wurde sowohl der Computer als auch das Internet den Massen zugänglich gemacht. Folglich wurden Video- und Computerspiele populäre Freizeitaktivitäten, was auch die Anzahl der Turnierteilnehmer in eSport-Events deutlich in die Höhe katapultierte. Legendär ist der erste eSport-Spieler Dennis Fong, der 1997 ein Ferrari im Red Annihilation-Turnier gewann. Danach war der Vormarsch des eSports kaum aufzuhalten.

Heute gibt es neben internationalen Turnieren auch nationale eSport-Ligen, die sich zum Milliarden-Markt entwickelt haben. Zudem haben einige Staaten, wie China, Russland oder Südkorea, bereits eSport als eigene Disziplin anerkannt. Besonders China sieht Zukunftspotenzial in der virtuellen Sportwelt und investiert fleißig in zahlreiche Projekte.

Deutschland ist leider noch nicht soweit. Doch die neuesten Entwicklungen deuten darauf hin, dass man dem Trend in nächster Zeit folgen wird. Hamburg zählt zu den deutschen Städten, die den eSport ernstnehmen. Als erfolgreicher Gastgeber des "ESL One" hat die Hansestadt die Herzen der Gaming-Fans bereits gewonnen.

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Seit einigen Jahren findet das "ESL One" in Hamburg statt. Für viele deutsche Gamer ist die Organisation das Highlight des Jahres. Tausende treffen sich in der Barclaycard Arena um die spannenden Partien des Spiels "Dota 2", ein Echtzeit-Strategiespiel, bei dem zwei Teams mit jeweils fünf Spielern gegeneinander antreten, zu verfolgen.

Vergangenes Jahr spielten zwölf internationale Teams drei Tage lang um den ersten Platz. Gewinner war das Team "TNC Predator" aus Philippinen, dem 125.000 Dollar zugesprochen wurde. Zudem belohnte Mercedes-Benz den Spieler Park Tae-Won für seine Leistungen mit einem Wagen aus der eigenen Produktion. Mit rund 25.000 Zuschauer zählte "ESL One" zu den populärsten Events Hamburg. Über eine halbe Millionen Menschen sahen sich das Finale auf YouTube an. Die Zahlen sprechen für sich. Die Begeisterung sowohl der Turnierteilnehmer als auch der Zuschauer zeigt, dass eSport angekommen ist.

eFußball in Hamburg

Fußballvereine gehören zu den Ersten der Sportwelt, die die Zukunftsprognosen rund um den eSport ernstgenommen haben. Es wird erwartet, dass der eSport im Verlauf der Zeit immer mehr Zuschauer anlocken wird, weshalb renommierte Clubs in die virtuelle Sportwelt investieren. In Deutschland waren FC Schalke 04 und VFL Wolfsburg die ersten Vereine, die ein Team gegründet haben. Des Weiteren gibt es seit 2012 eine virtuelle Fußballliga, die immer populärer wird.

Die Hansestadt wird von zwei Clubs in der Liga vertreten. HSV investiert in eSport seit 2018. Der Hamburger Verein besitzt eine junge eSport-Mannschaft, die sich auf "FIFA" spezialisiert hat. Auch FC St. Pauli plant langfristig in das Gaming-Geschäft einzusteigen. Beide Clubs stecken aber hinsichtlich des eSports noch in Kinderschuhen. Fleißig versucht man eine treue Fangemeinde für sich zu gewinnen, erfolgreiche Spieler in die Clubaktivitäten einzubinden sowie Aufklärungsarbeit zu betreiben.

Die steigende Beliebtheit des eSports sowie dessen allmähliche Anerkennung als Sportdisziplin in einigen Staaten zeigen, dass er in der professionellen Sportwelt angekommen ist. Auch in Hamburg ist eSport angekommen. Das "ESL One"-Event mit über 25.000 Zuschauern Vorort sowie die Bemühungen des HSV und FC St. Pauli sich im Bereich des Gamings zu professionalisieren, sind Beweis genug. Gaming-Fans können sich auf eine aufregende Zukunft freuen.

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