Erste mobile Luftfiltergeräte in Hamburger Grundschulen

Schulsenator Rabe nimmt erste mobile Luftfiltergeräte an der Grundschule Richardstraße entgegen. Allein in dieser Woche werden mindestens 83 Grundschulen beliefert – Trotz angespannter Marktlage versprechen Hersteller pünktliche Lieferung.

Schulsenator Ties Rabe und Schulleiterin Marion Bottek der Grundschule Richardstraße präsentieren ein Luftfiltergerät, © Peter Albrecht/BSB
Schulsenator Ties Rabe und Schulleiterin Marion Bottek der Grundschule Richardstraße präsentieren ein Luftfiltergerät, © Peter Albrecht/BSB

Schulsenator Ties Rabe hat am Dienstag, 7. September 2021, die ersten mobilen Luftfiltergeräte für Hamburgs Schulen an der Grundschule Richardstraße (Eilbek) gemeinsam mit Schulleiterin Marion Bottek entgegen genommen. Mitte August hatte die Schulbehörde über 21.000 mobile Luftfiltergeräte im Wert von über 21 Millionen Euro bei verschiedenen Herstellern für die Unterrichtsräume der staatlichen Hamburger Schulen verbindlich bestellt.

Schulsenator Ties Rabe: "Ich freue mich sehr, dass die Auslieferung der mobilen Luftfiltergeräte wie geplant jetzt beginnt und allein in dieser Woche mindestens an 83 Grundschulen im ganzen Stadtgebiet geliefert werden. Bis zu den Herbstferien sollen insgesamt rund 18.000 Geräte angeliefert sein, die weiteren Geräte sollen bis Ende Oktober folgen."

Rabe weiter: "Mit unserer sehr umfangreichen Bestellung von mobilen Luftfiltergeräten wollen wir Hamburgs Schulen noch besser vor Corona-Infektionen schützen. Hamburg ist bislang das einzige Bundesland, das flächendeckend alle Klassenräume und einen großen Teil der weiteren Unterrichtsräume an den Schulen mit mobilen Luftfiltergeräten ausstattet. Ich freue mich, dass es uns trotz einer angespannten Marktsituation gelungen ist, rechtzeitig eine so große Zahl von Geräten sicher zu bestellen und die Lieferung jetzt planmäßig begonnen hat."

Die mobilen Luftfiltergeräte haben ungefähr die Größe eines kleinen oder mittleren Kühlschrankes und funktionieren ähnlich wie ein Staubsauger, dessen Ansaugrohr auf dem Boden liegt: Mithilfe eines Ventilators wird die verbrauchte Luft des Klassenraumes angesaugt und über ein extrem feines Filtermedium gereinigt. Dabei werden selbst winzige Partikel wie beispielsweise mit Corona-Viren verunreinigte Aerosole aus der Luft herausgefiltert. Um die Wirksamkeit und Sicherheit zu erhöhen, plant die Schulbehörde, in jedem Raum statt eines größeren Gerätes zwei kleinere Geräte gegenüber aufzustellen. Der Vorteil besteht darin, dass die eventuell verunreinigte Luft kürzere Wege bis zum Filter zurücklegen muss.

Ziel der Schulbehörde ist es, 10.000 Unterrichtsräume mit Luftfiltergeräten auszustatten und so die Sicherheit für die rund 8.600 Schulklassen an den allgemeinbildenden Schulen sowie die Schulklassen an den berufsbildenden Schulen zu erhöhen. Bereits jetzt haben einzelne allgemeinbildende Schulen rund 800 Klassenräume mit Luftreinigungsanlagen ausgestattet.

Die bestellten Geräte sind mit maximal 45 dB unter Berücksichtigung der Frequenz ausreichend leise, um den Unterricht nicht zu stören. Sie filtern pro Stunde mindestens die dreifache Luftmenge des Raumes. Wartung und Filterwechsel werden von der Schulbehörde in Zusammenarbeit mit Schulbau Hamburg organisiert. Alle Schulen wurden ausführlich über das Projekt informiert. Auslieferung und Aufstellung der Geräte erfolgt zunächst an Grundschulen, danach an weiterführenden Schulen und zuletzt an berufsbildenden Schulen. Diese Reihenfolge berücksichtigt, dass sich ältere Schüler bereits impfen lassen können, während es für Grundschüler noch nicht einmal Impfstoffe gibt.

Wirkung und Notwendigkeit der Geräte wurden von Experten lange Zeit unterschiedlich bewertet. Erst in den letzten Monaten gab es klarere Voten für die Aufstellung der Geräte, beispielsweise durch das Bundesumweltamt und die Bundesregierung. Hamburg hatte sich aufgrund der geänderten Experteneinschätzungen deshalb entschieden, die Geräte flächendeckend anzuschaffen. Die Geräte ergänzen die anderen Sicherheitsmaßnahmen, sie ersetzen sie jedoch nicht. Auch weiterhin müssen alle Unterrichtsräume alle 20 Minuten ordentlich durchgelüftet werden.

Schulsenator Ties Rabe: "Ausschreibung, Beschaffung und Aufstellung einer derart großen Menge anspruchsvoller technischer Geräte war ein sehr ambitioniertes Vorhaben, das es bislang in der Schulbehörde noch nicht gegeben hat. Die Dimension wird bereits daran deutlich, dass trotz Einbeziehung mehrerer namhafter Hersteller selbst die Firmen Mühe haben, überhaupt so viele Geräte zu produzieren und zu liefern. Deshalb freue ich mich sehr, dass die Hersteller die Lieferung von über 18.000 Geräten bis zu den Herbstferien zugesagt haben. Damit können wir alle Klassenräume und zahlreiche Fachräume zügig ausstatten. Ergänzend werden weitere Geräte im Oktober nachgeliefert und aufgestellt."

Die mobilen Luftfiltergeräte sind Baustein eines umfassenden Fünf-Stufen-Sicherheitskonzeptes an den Hamburger Schulen. So wurden frühzeitig allen Schulbeschäftigten Impfangebote gemacht, die auch in hoher Zahl wahrgenommen wurden. Impfangebote für Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen sowie der allgemeinbildenden Weiterführenden Schulen werden seit August sukzessive umgesetzt. Zudem müssen sich alle Schülerinnen und Schüler zwei Mal pro Woche auf Corona testen. In allen Gebäuden gilt die Maskenpflicht. Und alle 20 Minuten werden die Unterrichtsräume ordentlich durchgelüftet.

Das Fünf-Stufen-Sicherheitskonzept für Hamburgs Schulen zum Schutz vor Corona

  1. Alle Schulbeschäftigten haben sehr frühzeitig umfassende Impfangebote bekommen und in großem Umfang wahrgenommen. Die Gefahr einer Übertragung von Corona durch Lehrkräfte oder andere Schulbeschäftige auf die Schüler ist damit erheblich verringert worden. Impfangebote für Schüler an den Berufsbildenden Schulen gibt es seit dem 10. August 2021, die Impfangebote für Schüler ab 12 Jahre an den allgemeinbildenden Schulen sind am 27. August 2021 gestartet und werden in den nächsten Wochen sukzessive durchgeführt.
  2. Zweimal in der Woche müssen alle Schüler mit einem Antigen-Schnelltest nachweisen, dass sie keine Corona-Viren übertragen. Die Tests sind kostenlos und werden in der Regel unter Anleitung der Lehrkräfte in der Schule durchgeführt. Geimpfte und Genesene sind getesteten Personen gleichgestellt.
  3. Wer sich im Schulgebäude aufhält, muss eine medizinische Maske tragen, denn die ansteckenden Virusvarianten bleiben eine Gefahr, gegen die medizinische Masken einen guten Schutz bieten. Ausnahmen von der Maskenpflicht gibt es beim Essen in der Schulkantine, auf dem Schulhof, beim Sport, auf dem Außengelände der Schule und bei Klassenfahrten außerhalb von Gebäuden.
  4. Alle Unterrichtsräume sollen alle 20 Minuten für fünf Minuten gelüftet werden, um verbrauchte Luft und krankheitsübertragende Luftpartikel (Aerosole) durch frische Luft zu ersetzen. Fachleute warnen dringend vor einer "Dauerlüftung". In der kühlen Jahreszeit behindern dauerhaft angekippte Fenster den Luftaustausch und kühlen die Räume unnötig aus. Deswegen ist es im Herbst und Winter viel besser, die Fenster 20 Minuten lang zu schließen, dann für fünf Minuten weit zu öffnen (Stoß- oder Querlüften) und danach wieder zu schließen. Das hält die Wärme im Gebäude, denn die Wärme ist in Wänden und Mobiliar gespeichert und erwärmt die ausgetauschte frische Luft schnell wieder.
  5. Die Schulbehörde wird größtenteils bis zu den Herbstferien zusätzlich alle Klassenräume mit mobilen Lüftungsgeräten ausstatten, die restlichen bis Ende Oktober. Lange Zeit haben Fachleute deren Einsatz unterschiedlich bewertet, sind aber in den letzten Wochen zu klareren Einschätzungen gekommen. Hamburg wird deshalb diese Geräte flächendeckend einsetzen, um das noch so kleinste Risiko zur Krankheitsübertragung auszuschließen. Die Geräte ähneln einem Kühlschrank, sind beweglich, wartungsarm und funktionieren wie eine Dunstabzugshaube in der Küche: Sie saugen Luft an und filtern sie mit besonderer Filterwatte. Die Schulbehörde wird nur solche Geräte einsetzen, die leiser sind als die modernsten und besonders leisen Geschirrspüler.

Quelle: Behörde für Schule und Berufsbildung

Weitere Empfehlungen