Erblich bedingter Haarausfall: In den Genen vorprogrammiert 

Viele haben sie bis ins hohe Alter, manche müssen sich ohne entsprechende Gegenmaßnahmen schon in jungen Jahren zumindest teilweise von ihr verabschieden: Die Rede ist von einer vollen Haarpracht. Schon in der DNA steht geschrieben, wie früh man sich mit dem Thema Haarausfall auseinandersetzen muss.

Haarausfall, © Martin Slavoljubovski / pixabay.com
Haarausfall, © Martin Slavoljubovski / pixabay.com

Wie auch bei vielen Erbkrankheiten ist es aber häufig nicht nur die genetische Vorbelastung, die zum "Ausbruch" führt, sondern es fallen auch Lebensweisen (z. B. Ernährung, Alkoholgenuss, Stress etc.) ins Gewicht. Dementsprechend kann man erblich bedingten Haarausfall durch eine entsprechende Lebensführung günstig beeinflussen.

Aber auch die Bandbreite möglicher Behandlungsmöglichkeiten ist groß. Medikamente, Hormonpräparate und die Option einer Haartransplantation. Das Verfahren ist mittlerweile sehr ausgereift und effektiv. 

Ob Frau oder Mann: Viele Menschen empfinden schon die Vorstellung, dass ihnen irgendwann einmal die Haare ausfallen könnten, als belastend. Und tatsächlich trifft es einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung. Erblich bedingter Haarausfall gehört dabei zu den mit Abstand häufigsten Formen. In diesem Fall sollte man rasch handeln und sich von Haarspezialisten beraten lassen. Das Thema Haarausfall ist mittlerweile gut untersucht, sodass Ärzte eine Vielzahl möglicher Behandlungsmöglichkeiten anbieten können, zum Beispiel eine Haartransplantation. 

Haarfollikel reagieren überempfindlich auf bestimmte Hormone 

Die Bezeichnung "erblich bedingter Haarausfall" lässt es bereits erahnen: Die Hauptursache dieses Phänomens findet sich in der DNA. Genauer gesagt reagieren die Haarfollikel durch genetische Faktoren überempfindlich auf männliche Geschlechtshormone aus der Gruppe der Androgene. Auch Frauen haben diese Hormone im Körper, wenn auch in geringerer Konzentration. Schon ohne diese erbliche Veranlagung führen Androgene zu einer Verkleinerung der Haarfollikel. Da diese aber für die Entwicklung der Haare verantwortlich sind, führt der hormonelle Einfluss zu einem geringeren Haarwachstum, zudem fallen die Haare schneller aus. Ist diese Empfindlichkeit durch die erbliche Vorbelastung zusätzlich erhöht, ist das "Schicksal" der Haare oft besiegelt, sie fallen in wesentlich größeren Mengen aus und man sollte entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. 

Sieben Stadien des erblich bedingten Haarausfalls 

Erblich bedingter Haarausfall wird in sieben Stadien eingeteilt. Um eine dem Stadium entsprechend passende Therapie einzuleiten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn klar ist: Je früher mit einer Behandlung begonnen wird, desto besser. Auch für die Seele, denn viele Menschen leiden sehr stark unter einer lichter werdenden Haarpracht. Das gilt für beide Geschlechter gleichermaßen. Lösen manche Männer das Problem geschickt, indem sie sich gleich eine komplette Glatze rasieren, kann erblich bedingter Haarausfall für Frauen zu einem zunächst scheinbar unlösbaren Problem werden.

Die moderne Medizin hält aber zahlreiche Therapien bereit, auch eine gesunde Lebensweise unterstützt den Erhalt der Haare. Neben der Ultima Ratio, einer Haartransplantation stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die zunächst geprüft werden. Hierzu gehören der Einsatz verschiedener Medikamente oder eine Hormontherapie. Hier ist allerdings Geduld gefragt: Erst nach vielen Wochen oder sogar Monaten lässt sich verlässlich sagen, ob die Behandlung wirkt. Sicher, wirksam und effektiv ist auch die Haartransplantation, heute ein fest etabliertes Verfahren der plastisch-ästhetischen Chirurgie.

Eins steht fest: Erblich bedingter Haarausfall ist kein Schicksal, dem man sich ergeben muss. 

Wie lässt sich erblich bedingter Haarausfall bereits im Jugendalter erkennen?

Wer unter erblich bedingtem Haarschwund leidet, steht bereits in frühester Jugend vor dem Problem, dass sein Haar dünn ist und dass keine Frisur wirklich funktioniert. Doch während man bei Kindern und Jugendlichen noch von "feinem Haar" spricht, wird das ganze Ausmaß der Problematik spätestens Anfang bis Mitte der Zwanziger deutlich. Sichtbare Geheimratsecken bilden sich aus und die Oberkopfbehaarung verliert an Fülle. Meist bleibt am Stirnhaaransatz in der Kopfmitte noch ein wenig Eigenhaar stehen, während sich die Frisur zeitgleich von den Schläfen und vom hinteren Oberkopf her ausdünnt. Dieses Bild ist typisch dafür, das erblich bedingter Haarausfall vorliegt und dass der Betroffene andere Ursachen ausschließen kann. Dennoch kann nur eine dermatologische Diagnose wirklich abklären, ob die Befürchtung eintritt oder ob es einen anderen Grund für den Haarschwund gibt.

Fakt ist: Bei androgenem Haarschwund wächst das Haar NICHT nach!

Wer mit der Vermutung "erblich bedingter Haarausfall" zum Arzt geht, wird ausführlich untersucht. Dazu gehört eine Kopfhaut- und Haarfollikelprobe, sowie das große Blutbild, das die hormonelle Konzentration aufzeigt und andere Ursachen ausschließt. Im Rahmen der Kopfhautprobe findet der Dermatologe heraus, ob sich noch lebendige Haarfollikel unter der Kopfhaut befinden, oder ob das Haar mitsamt der Wurzel ausgefallen ist. Im letzteren Fall muss der Betroffene damit leben, dass sein eigenes Haar ohne eine Verpflanzung von Haarfollikeln nicht wieder nachwächst. Irreversibel geschädigte oder ausgefallene Haarwurzeln sind eine typische Begleiterscheinung von erblich bedingtem Haarschwund. Ein Blick auf den Vater und den Großvater bestätigt die These im Regelfall. Leiden vor allem die männlichen Ahnen ebenfalls seit jungen Jahren unter Haarausfall, ist die Ursache für das eigene Problem meist in den Genen begründet. Nach Abklärung der Ursache und der darauf basierenden Bestätigung, dass es erblich bedingter Haarausfall ist, sorgt nur ein Besuch in der Haarklinik für Abhilfe.

Einige Ursachen sind bekannt – andere Gründe nach wie vor ein Geheimnis

Bei erblich bedingtem und hormonell verursachtem Haarschwund ist die Überempfindlichkeit gegen Testosteron die wohl bekannteste und häufigste Ursache. Vor allem im Bereich der Schläfen werden größere Mengen Testosteron in DHT umgewandelt, was letztendlich zum Haarschwund führt. Man kennt die sieben Stadien und hat einige Ursachen der androgenen Alopezie erforscht. Doch im Großen und Ganzen gibt es noch viele Geheimnisse, der die Wissenschaft noch nicht auf den Kern gekommen ist. Fakt ist aber, dass erblich bedingter Haarausfall fest in der DNA verankert ist und entgegen der weitläufigen Meinung nicht nur Männer, sondern auch Frauen betrifft. Es gibt wenige Möglichkeiten, um der Kahlköpfigkeit frühzeitig die Stirn zu bieten und den Haarschwund zu verlangsamen. Eine "Heilung" und damit die Umkehr des Haarausfalls ist bei genetischen Ursachen ausgeschlossen. Wer sich gesund ernährt, seine Kopfhaut mild pflegt und die Durchblutung anregt, kann den Haarausfall um ein paar Jahre herauszögern. Doch perspektivisch gibt es keine andere Lösung, als die Glatze zu akzeptieren oder sich für eine Haartransplantation zu entscheiden.

Haartransplantation schafft Abhilfe bei erblich bedingtem Haarschwund

Die Psyche wird bei unwiderruflichem Haarausfall stark in Mitleidenschaft gezogen. Betroffene ziehen sich immer mehr zurück, stellen ihre Ästhetik in Frage und verlieren an Selbstbewusstsein. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Haarwuchs in unserer Kultur mit der Jugend, der Fruchtbarkeit und mit Erfolg in Verbindung gebracht wird. Starker, unumkehrbarer Haarausfall kann bei Betroffenen schwerste Depressionen auslösen. Allein aus diesem Grund sollte die Behandlung mittels einer Haartransplantation ausführlich besprochen, und als Maßnahme gegen die Kahlköpfigkeit in Erwägung gezogen werden. Bei erblich bedingtem Haarausfall ist die Erfolgsrate sehr hoch, da die frisch verpflanzten Follikel in die Kopfhaut einwachsen und neues Haar bilden. Die endgültige Ergebnissicherheit erschließt sich aus den Prognosen des Dermatologen, der die Ursachenforschung mit Blutbild und einer Haarprobe vornahm.

Bildquelle: © Martin Slavoljubovski / pixabay.com

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