E-Zigaretten – das sollte man wissen

Vermeintlich gesundheitliche Vorteile sind es, die E-Zigaretten beliebt machten. Durch die große Nachfrage ist der Markt mittlerweile unübersichtlich geworden. Es gibt etliche Modelle mit verschiedenen Funktionen und Anwendungsweisen.

E-Zigarette, © pixabay.com / Lindsay Fox
E-Zigarette, © pixabay.com / Lindsay Fox

E-Zigarette ist nicht gleich E-Zigarette

Eins haben alle gängigen als E-Zigarette bezeichneten Geräte gemeinsam: Sie sind Verdampfer. Entlehnt aus dem Englischen werden sie deshalb auch Vaporizer genannt. Obwohl die beworbenen gesundheitlichen Vorteile fraglich sind, sind die Vorteile eines Vaporizers gegenüber handelsüblichen Zigaretten nicht zu leugnen: Statt den Tabak zu verbrennen, wird der Stoff (als getrocknetes Kraut, Öl oder E-Liquid) nur erhitzt – so lange, bis sich seine Wirkstoffe lösen und als Dampf eingeatmet werden können. Schadstoffe, die erst durch den Brennprozess entstehen, werden somit ausgeschlossen.

Grundsätzlich lassen sich die Geräte in drei Kategorien einteilen, die sich in ihrer Funktionsweise unterscheiden: Atomizer, Cartomizer und Clearomizer.

Atomizer

Bei Atomizern ist ein Glasfaser-Docht von einer Heizspirale umgeben, die von der schmalen Hülle der E-Zigarette umfasst wird. Er nutzt E-Liquids – diese gibt es mit oder ohne Aromen. Die Flüssigkeit wird in einen eingebauten Tank gefüllt. Der Docht nimmt sie auf und gibt sie an die Spirale weiter, wo die Flüssigkeit verdampft wird. Über ein Mundstück inhaliert man den Dampf.

Modelle, die vor allem in der Anfangszeit genutzt wurden, hatten ein Watte- oder Draht-Docht-System. Über einen Tank verfügten sie nicht, weshalb man das E-Liquid vor jedem Nutzen auf den Docht träufeln musste. Heute gibt es als Weiterentwicklung der Tröpfelmethode sogenannte Selbstwickelverdampfer, die zum Selbstbasteln aufrufen. Mit ihnen ist der Konsument flexibler und kann die Einzelteile nach seinen Vorlieben wählen, dafür muss er aber häufiger Komponenten austauschen.

Cartomizer

Der Cartomizer (cartridge atomizer) ist ein Atomizer mit Kartusche. Diese ist mit Watte gefüllt und befindet sich im Inneren der Heizspirale. Die Watte wird ausgiebig mit E-Liquid getränkt und dient so als eine Art Tank. Es gibt Einwegvarianten, die nicht nachgefüllt werden können, wenn die Flüssigkeit komplett verdampft ist. Bei anderen tränkt man die Watte erneut, wenn man merkt, dass kein E-Liquid mehr verdampft wird.

Clearomizer

Der Clearomizer ist ein clear atomizer. Der Begriff clear, zu Deutsch klar, erlaubt einen Einblick in den Füllstand des Geräts. Der Körper des Verdampfers ist ein durchsichtiger Tank aus einem Glas-Plastik-Gemisch, in dessen Inneren die Heizspule liegt. Bei älteren Modellen muss der Verdampfer-Kopf komplett ersetzt werden. Neuere Modelle ermöglichen das Austauschen der Heiz-Module.

Atomizer Cartomizer Clearomizer
Vorteile:
  • simple Technik
  • kostengünstig
  • einfach zu befüllen
  • Tröpfeln möglich
  • verdampft mehr Liquid = mehr Geschmack
  • größerer Tank
  • kostengünstig einfach zu befüllen
  • großer Tank
  • lange Verwendungs- dauer Austausch der Verschleißteile möglich
  • längere Lebensdauer mehr Funktionen
Nachteile
  • kleiner Tank
  • E-Liquidstand kann nicht abgelesen werden
  • möglicher Watte-Geschmack
  • keine großen Dampfwolken
  • Nachgeschmack vorheriger Liquidfüllungen möglich
  • möglicher Watte-Geschmack
  • E-Liquidstand kann nicht abgelesen werden
  • Trockendampf-Gefahr
  • höhere Anschaffungs- kosten
  • Nachgeschmack vorheriger Liquidfüllung möglich
  • Liquid kann austreten
  • kompliziertere Anwendung

Rauchmethode, Dampfmenge und Leistung

MTL – Backendampfen

Das Backendampfen bezeichnet eine Art des Inhalierens, die man auch beim Rauchen einer Zigarette nutzt. Man zieht den Rauch oder Dampf in seinen Mund und inhaliert ihn erst mit einem zweiten Atemzug. Der elektronische Widerstand des Verdampfer-Kopfes ist bei MTL-Modellen ("mouth-to-lung") am höchsten. Das heißt, sie brauchen weniger Watt-Leistung, heizen weniger stark auf und verbrauchen deshalb auch weniger E-Liquid, was aber zu weniger Dampf führt.

DL – Lungendampfen

Bei der direkten Inhalation (DL = "direct to lung"), dem Lungendampfen, sind andere Voraussetzungen gegeben. Sie haben einen geringeren elektrischen Widerstand. So entsteht eine höhere Luft- und Liquidzufuhr, die viel Dampf entwickelt. Der Lungendampfer kann leicht viel Dampf inhalieren. Dafür ist aber auch mehr Energie und E-Liquid nötig. Hier empfiehlt es sich, ein E-Liquid mit ungefähr der Hälfte des Nikotinanteils von MTL-Dampfern zu nutzen.

E-Shishas – extrem viel Dampf

E-Shishas sind eine Unterform der Lungendampfer. Sie haben einen niedrigen Widerstand und erbringen mehr Leistung. Sie leeren allerdings schnell den Akku und den E-Liquid-Tank. Dafür erhält man große Dampfmengen, die große Wolken bilden können. Wer darauf besteht, muss mit einem 4- bis 10-mal größerem Liquidverbrauch rechnen und sollte Geräte mit hoher Akkuleistung bevorzugen. Der Nikotinanteil des E-Liquids sollte hier stark reduziert werden.

Konduktiv vs. Konvektiv

Konvektive Erhitzer erwärmen die Umgebung des Inhalts, bis dieser verdampft. Bei konduktiven Erhitzern berührt das zu verdampfende Material die Heizquelle selbst. Obwohl konduktive Erhitzer bei den meisten Vaporizern zum Einsatz kommen, sind sie die ineffektivere Methode, da sie das Material nur einseitig erhitzen. Vaporizer mit Konvektions-Technik zirkulieren heiße Luft, damit eine gleichmäßige Verdampfung stattfindet.

Welches Füllmaterial?

Es gibt neben den hier erwähnten E-Liquid-Verdampfern auch Vaporizer, die gezielt für den Gebrauch mit getrockneten Kräutern, Harzen, Konzentraten oder Öl konzipiert sind. Ihre Funktionsart ist ähnlich, nur an das Verdampfen von trockenen Materialien angepasst. Achten Sie darauf, das richtige Modell für Ihren Gebrauch zu wählen.

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