Die Digitalisierung – nicht überall so schnell wie in Hamburg

Städte und Gemeinden in Deutschland rechnen aufgrund der Coronavirus-Krise mit einem Vorstoß in Richtung Digitalisierung. Aber die Digitalisierung kostet auch Geld, und die Städte und Gemeinden haben aufgrund der wirtschaftlichen Umwälzungen einen Rückgang ihrer Einnahmen zu verzeichnen. Kann sich die Digitalisierung in Zeiten sinkender Investitionen durchsetzen?

© iStock.com/Poike
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Auf jeden Fall ist sie auf der Prioritätenliste der Gemeinden nach oben gestiegen. Und ja: Die Ausgaben für soziale Angelegenheiten zum Beispiel werden aufgrund der Folgen der Coronavirus-Krise steigen.

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung soll helfen, die Kluft zwischen den Kommunen, die finanziell stark sind, und denen, die finanziell schwächer sind zu schließen. Städte und Gemeinden, die in einer besseren Position sind, investieren pro Einwohner mehr in die Digitalisierung und in andere Bereiche als Gemeinden, die der Haushaltsaufsicht unterliegen. Und das obwohl gerade benachteiligte Gemeinden die Digitalisierung am stärksten benötigen.

Die Digitalisierung könnte die Gemeinden, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, etwas entlasten. Zum Beispiel könnte sie genutzt werden, um Personal freizusetzen, das anderswo mehr gebraucht wird. Doch wenn hierfür die Mittel fehlen, droht die Corona-Krise die Kluft zwischen armen- und reichen Kommunen noch weiter auseinander zu treiben.

Das ist ein Risiko. Sichere Kommunen können über das notwendige Maß hinaus investieren und spielen in einer anderen Liga, wenn es darum geht, Einwohner und Unternehmen anzuziehen. Faktoren wie eine effiziente Verwaltung und Schnittstellen für Unternehmen sind bei der Standortwahl von wesentlicher Bedeutung. Gemeinden, die nicht in der Lage sind, in gleichem Maße zu investieren, werden Probleme bekommen.

Nach dem deutschen Bundesgesetz über den Online-Zugang müssen Dienstleistungen von öffentlichen Einrichtungen und Behörden bis 2020 online zugänglich sein. Doch droht die Pandemie dieses Ziel zu verschieben. Doch ist klar geworden, wie wichtig die Digitalisierung tatsächlich, für alle Städte und Gemeinden gleichermaßen, ist.

Mit der Größe einer Stadt nimmt auch die wahrgenommene Bedeutung der Digitalisierung zu. In Hamburg werden wesentlich größere Fortschritte schneller gemacht, als in den ländlichen Regionen. Dementsprechend sind die Unternehmen hier offener gegenüber der Digitalisierung ihrer Angebote.

Klare Gewinner sind daher Unternehmen wie Digital-Agenturen, die durch Online Dienstleistungen rückständigen KMU's den Weg in das digitale Zeitalter ebnen.

Durch Social Media, Webentwicklung und Co. verhelfen Agenturen und Dienstleister rückständigen Unternehmen in die Digitale Zukunft.
In den schwächeren Kommunen zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab. Die Website als "wichtigste Visitenkarte" und Werbung über Social Media sind Themen, die  noch nicht alle Familienunternehmen erreicht hat. 

Durch einen Dämpfer des offline-Geschäfts wird jedoch auch diesen Unternehmen schlagartig klar, dass ein Online-Standbein essenziell für die  Existenz ihrer Firma ist, und die globalisierte Welt nicht ganz so stabil ist, wie sie scheint. 

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