Die Leibrente – Sicherung des Lebensunterhalts im Alter

Die Leibrente findet in der Regel Anwendung bei Immobilien und stellt dabei eine Sonderform des Immobilienverkaufs dar. Dieses Konzept wird für immer mehr Hamburger Bürger interessant, da die Immobilienpreise in der Region, aber auch die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind.

Mann sitzt auf der Veranda, © Pexels/Ron Lach
Mann sitzt auf der Veranda, © Pexels/Ron Lach

Die gesetzliche Rente reicht nicht immer aus, um frei von finanziellen Sorgen zu sein. Gleichzeitig ist in einer eigenen Immobilie aber sehr viel Kapital gebunden – und eben dieses lässt sich durch eine Immobilienleibrente liquidieren.

Unterschied zwischen einem normalen Verkauf und einer Leibrente

Wer in einer Immobilie gebundenes Kapital freisetzen möchte, denkt in aller Regel zuerst an einen Verkauf von Haus oder Wohnung. Doch nicht immer stellt ein Verkauf eine passende Option dar – etwa dann, wenn die Eigentümer weiterhin in ihrem verdienten Zuhause wohnhaft bleiben möchten.

In solch einem Fall kann die Immobilienleibrente das passende Konzept für Eigentümer sein. Statt Haus oder Wohnung also auf dem freien Markt zu verkaufen, ein neues Zuhause zu suchen und einen Umzug zu organisieren, kann man sich im Gegenzug zum Verkauf ein lebenslanges Wohnrecht sowie eine Rentenzahlung sichern.

Eigentümern bleibt ihre geliebte Immobilie also erhalten. Gleichzeitig steigt ihr monatliches Einkommen, sodass einem würdevollen Lebensabend nichts im Wege steht. Ein abgekürzter Weg zur Leibrente läuft über die Zeitrente, bei der ein fixer Zeitraum für die Rentenzahlung festgelegt wird.

So funktioniert die Leibrente

Um eine Leibrente in Anspruch nehmen zu können, veräußern Eigentümer ihre Immobilie an eine dritte Person – meist an eine Gesellschaft wie die Deutsche Teilkauf.

Im Rahmen der Übertragung wird dann ein lebenslanges Wohnrecht vereinbart, welches auch im Grundbuch verankert wird. Im Gegenzug für den Verkauf erhalten ehemalige Eigentümer außerdem eine monatliche Leibrentenzahlung.

Je nach Vertrag können sich die Verkäufer auch eine Sofortzahlung überweisen lassen. Sehr häufig findet ein Mischmodell Anwendung, bei dem die ehemaligen Eigentümer einen Teil des Kaufpreises sofort erhalten und sich den Rest in Form einer monatlichen Rente auszahlen lassen.

So hoch ist die Leibrente

Die Höhe der Leibrente lässt sich nicht pauschal nennen, denn sie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Punkt, der zur Bestimmung der Zahlungen beiträgt, ist der Wert der Immobilie.

Je mehr ein Haus oder eine Wohnung zum Verkaufszeitpunkt wert ist, desto höher ist der allgemeine Verkaufserlös. Und aus eben dieser Summe errechnen sich die monatlichen Beträge, die an die Verkäufer ausbezahlt werden können.

Auch die Zahlungsdauer spielt eine Rolle für die Festlegung der monatlichen Immobilienleibrente. Wünschen Verkäufer eine Zahlung auf Lebensdauer, werden deren Alter sowie die durchschnittliche Lebenserwartung in die Berechnung einbezogen.

Beim Modell der Zeitrente wird dagegen ein Zeitraum von beispielsweise zwanzig Jahren vereinbart. So kann die gesamte Auszahlungssumme auf diese zwanzig Jahre verteilt werden. Je nach Alter der Eigentümer kann das eine oder das andere Modell rentabler sein.

Für wen sich das Leibrentenmodell lohnt

Ein Immobilienverkauf auf Raten wirft ebenso wie die Leibrente regelmäßige Einnahmen für Verkäufer ab. Dieser Abschnitt soll als Orientierung für diejenigen dienen, die ihre Immobilie im Alter liquidieren möchten, aber nicht wissen, ob die Leibrente eine passende Option für sie ist.

Eine Immobilienverrentung lohnt sich, wenn man das im Eigenheim gebundene Kapital freisetzen möchte, jedoch nicht umziehen will. Wenn man im Eigenheim wohnen bleiben möchte, größere Renovierungen und Modernisierungen aber nicht mehr stemmen kann oder möchte, ist sie ebenfalls eine Lösung.

Die Immobilienleibrente kommt besonders dann in Frage, wenn akuter Kapitalbedarf besteht, weil gesetzliche und private Rentenzahlungen nicht ausreichen. Meist geht die Abwicklung der Immobilienverrentung deutlich schneller als ein Verkauf auf dem freien Markt.

Auch Senioren, die ihre Immobilie an ihre Nachkommen veräußern möchten, ohne Schenkungssteuer zu bezahlen, wählen dieses Modell sehr häufig und wickeln es über einen Notar ab.

Außerdem dient eine Leibrente auch zur Vorsorge für Lebenspartner: Vereinbaren beide Partner die Leibrente, bleibt das Wohnrecht so lange bestehen, bis auch der zweite Partner verstorben ist – unabhängig des Erbfalls.

Besonders interessant ist die Immobilienverrentung aber für diejenigen, die keine Erben haben und nichts "mit ins Grab" nehmen möchten. Die Leibrente eignet sich gut dazu, um Ersparnisse am Lebensabend aufzubrauchen.

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