Hamburg nimmt laufend Freelancer an Bord

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Handelskammer Hamburg, © hamburg-magazin.de

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Wer sich selbstständig macht, steht nicht nur vor der Herausforderung, Kunden zu finden. Freiberufler müssen sich zudem um ihre Absicherung kümmern, Eigenwerbung machen und ein optimales Büro finden. Die Möglichkeiten dafür sind in Hamburg besser als in vielen anderen Städten. Ein paar Tipps helfen bei der Existenzgründung und sorgen für mehr Erfolg mit der Selbstständigkeit.

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In der zweitgrößten Stadt Deutschlands fühlen sich Agenturen und Verlage pudelwohl. Und das zieht zwangsläufig viele Arbeitskräfte an, die in diesen Branchen tätig sein möchten. Nicht immer geht es diesen bei der Jobsuche um einen festen Vollzeitarbeitsplatz. Sie wollen ihre Expertise verschiedenen Kunden zur Verfügung stellen, um möglichst flexibel zu bleiben. Gerade für solche Freiberufler und Selbstständige bieten sich in der Hansestadt viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Dennoch stehen Freelancer vor einigen Herausforderungen: Wie machen sie auf sich aufmerksam und wo finden sie Jobs? Was ist mit einem eigenen Büro? Und wo gibt es für Berufsstarter Unterstützung?

Absicherung: Informieren und Rat einholen

Bei der Gründung eines Unternehmens – und nichts anderes ist es im Prinzip, wenn man sich selbstständig macht – ist es ratsam, sich externe Unterstützung zu holen. Finanzdienstleister, Business-Coaches oder Gründungsberater geben Hilfestellung für den Start. Ist zum Beispiel ein Businessplan für die Selbstständigkeit nötig, weil eine finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt beantragt werden soll, muss dieser von entsprechenden Experten geprüft werden.

Was genau in einem Businessplan stehen muss, steht zum Beispiel auf der Seite der Handelskammer Hamburg. Sie veranstaltet zusätzlich einmal im Monat einen Info-Tag, bei der es Auskünfte zum Businessplan, aber auch zu Finanzierung, zu Förderprogrammen und zu anderen relevanten Themenbereichen gibt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veranstaltet wiederum regelmäßig und bundesweit die Gründerwoche Deutschland. In der Hansestadt finden dazu Veranstaltungen an der Uni Hamburg statt.

Darüber hinaus sollten sich Existenzgründer Ratschläge zu Versicherungen, Altersvorsorge und finanzieller Hilfe im Krankheitsfall einholen, denn das nimmt für den Anfang viele Sorgen und erspart später böse Überraschungen. Schließlich möchte man sich nicht ständig um die Organisation seines Einpersonenbetriebs kümmern, sondern um die Kundenprojekte.

Freiberufliche Künstler, dazu zählen auch Journalisten, Grafiker und Designer, sollten sich zum Beispiel bei der Künstlersozialkasse anmelden – die hat ihren Hauptsitz übrigens gar nicht weit entfernt, in Wilhelmshaven. Sie sorgt dafür, dass Freiberufler einen ähnlichen Schutz der gesetzlichen Sozialversicherung genießen wie Arbeitnehmer. Zu guter Letzt sollten sich Freiberufler einen Steuerberater suchen, der sie vor steuerlichen Fallstricken schützt.

Eigenwerbung: Kontakte knüpfen und Netzwerke nutzen

Viele freie Jobs werden über persönliche Kontakte vermittelt. Dennoch ist es hilfreich, ein öffentliches Online-Profil aufzubauen. Berufsnetzwerke wie Xing oder LinkedIn werden von vielen Recruitern genutzt, die ihre Projekte mit passenden Mitarbeitern besetzen wollen. Die Basismitgliedschaft bei diesen Netzwerken ist kostenlos und erlaubt es, ein aussagekräftiges Profil anzulegen. Eine eigene Homepage mit Informationen zum Werdegang ist darüber hinaus ebenfalls sinnvoll.

Zahlreiche Internet-Dienstleister bieten kostengünstige Baukastensysteme an, mit denen sich Freelancer ohne große Programmierkenntnisse eine eigene Webpräsenz aufbauen können. Ein zusätzlicher Tipp: Je nachdem in welcher Branche man tätig ist, gibt auch die Gestaltung oder die Funktionalität einer Website Auskunft über die Fähigkeiten einer Person. So darf man von einem Grafikdesigner erwarten, dass er sich bei der Optik besondere Mühe gibt, während ein Programmierer aktuelle Funktionalitäten integriert. Ratsam ist nicht zuletzt ein regelmäßiger Blick in die diversen Stadtmagazine.

Jobbörsen: Aufträge suchen und finden

Die klassischen Stellenbörsen im Internet, wie Stepstone oder Monster, haben meistens ihren Fokus auf Festanstellungen. Dennoch gibt es einige gute Möglichkeiten, nach Aufträgen für Freiberufler zu suchen, zum Beispiel beim Hamburger Projektwerk, bei Workgenius, Indeed, Twago, Gulp, freelancermap oder Freelance.de. Bei Xing oder LinkedIn werden ebenfalls viele Jobs ausgeschrieben. Für fast alle Branchen gibt es inzwischen auch bei Facebook Gruppen, in denen nach freiberuflichen Mitarbeitern gesucht wird. Die beste Anlaufstelle für Jobs sind aber nach wie vor die Websites der Unternehmen, für die man tätig sein möchte.

Flexibel arbeiten: Homeoffice oder Coworking Spaces

Im Gegensatz zu festangestellten Mitarbeitern haben Freiberufler keinen Anspruch auf einen eigenen Arbeitsplatz im Unternehmen. Und nicht immer ist es überhaupt nötig, jeden Tag in der Firma zu sein. Häufig ist es möglich, die Arbeit remote zu erledigen – ganz egal, ob man in seinem Homeoffice sitzt, ein eigenes Büro gemietet hat oder am liebsten in einem Café arbeitet. Gerade in diesem digitalen Nomadentum besteht für viele der Reiz des Freiberuflerdaseins. Andere benötigen eine gute Infrastruktur mit Drucker, Teeküche und schnellem Internet. Dafür muss es nicht immer ein eigenes Büro sein. In Hamburg gibt es inzwischen viele Coworking Spaces, in denen man sich tageweise, aber auch für einen ganzen Monat einen Arbeitsplatz mieten kann. Hierzu gehören zum Beispiel Medienhof-Coworking im Poelchaukamp, das betahaus in der Eifflerstraße oder Fette Höfe am Spritzenplatz. Freiberufler mit Kindern können im Rockzipfel Volksdorf ihren Nachwuchs mitnehmen.

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