Der deutsche Fußball investiert in Stiftungen und Jungunternehmen

Sport, Geld und Investitionen gehen Hand in Hand. Spitzensportler, die jährlich Millionen verdienen, legen ihre Verdienste auf unterschiedliche Art und Weise an, um ihr Reichtum zu verwalten. Das Spektrum der Kapitalanlagen ist groß. Vom Immobilieneinkauf bis hin zum Aktienhandel ist alles dabei. Auch die Fußballwelt ist prominent für ihre großzügigen Investitionen, die in erster Linie in Form von Stiftungen und Start-ups stattfinden.

Fußball auf Rasen, © pxhere
Fußball auf Rasen, © pxhere

Stiftungen: Investieren für den guten Zweck

Seit einigen Jahren geht der Trend im Fußball in Richtung soziales Engagement. Immer mehr Profis gründen ihre eigenen Stiftungen, um der Gesellschaft vom eigenen Glück und Erfolg etwas zurückzugeben und ihre Umwelt durch freiwilliges Engagement zu verbessern.

Das Geld der Stiftungsgründer fließt in gemeinnützige Aktivitäten und Projekte, die in erster Linie zur Unterstützung des Sports und des Nachwuchses dienen. Dabei werden nicht nur sportliche Kompetenzen gefördert, sondern auch Sozialisations- und Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Und das auch jenseits der deutschen Grenzen.

Der ehemalige Bayern-Star Phillip Lahm gründete zum Beispiel 2007 nach einem aufrüttelnden Besuch in Südafrika seine eigene Stiftung und engagiert sich seitdem für den Nachwuchs in südafrikanischen Townships.

Per Mertesacker konzentriert sich dagegen auf seine Heimatstadt Hannover. Nach dem Motto "Sport, Bildung und Integration" versucht die Stiftung des ehemaligen Innenverteidigers, sozial schwach gestellte Menschen zu unterstützen. Weitere Fußballprofis, die ihr Geld in Stiftungen anlegen, sind Manuel Neuer, Lukas Podolski und Christoph Metzelder.

Nicht nur Fußballer, sondern auch Institutionen des deutschen Fußballs leiten Stiftungen. Hochaktiv ist die Deutsche Fußball Liga (DFL), die zahlreiche soziale Projekte gleichzeitig führt. In Hamburg ist sie unter dem Namen "Bündnis Hamburg" unterwegs und kooperiert mit HSV und FC St. Pauli, um ihre Projekte zu verwirklichen.

Start-ups: Fußballer als Business Angel

Neben dem guten Zweck stechen besonders Start-ups als populäre Investitionsanlagen zwischen Fußballspielern und -funktionären hervor, was einige überraschen könnte. Denn bekanntlich sind Immobilien in der Sportwelt bevorzugte Kapitalanlagen.

Laut dem informativen Blogartikel von Betway Sportwetten investieren deutsche NBA-Stars wie Dennis Schröder und Dirk Nowitzki in den amerikanischen Immobilienmarkt. Auch Hans Knauß und Marcel Hirscher aus dem Wintersport bereichern sich mit europäischem Grundbesitz.

Doch die Fußballwelt zieht es vor, als Anleger in Start-ups zu investieren, um nicht nur Business zu betreiben, sondern auch den Fußballsektor mit Innovationen zu bereichern.

Der Sportfunktionär René C. Jäggi unterstützt seit neuestem das Jungunternehmen Ronovatec AG, das Hightech-Roboter für Rasenpflege herstellt. Der Spindelmäher, der vollkommen autonom seine Arbeit erledigt, soll in näherer Zukunft für den perfekten Rasen gemäß dem internationalen Standard in Fußballarenen sorgen.

betway Grafik Rasenmuster

Betway-Grafik zum Rasenmuster der UEFA (Grafik: © betway.com)

Der ehemalige Startorwart Rene Adler stieg bereits 2017 bei T1tan ein, das als Start-up den Markt für Torwarthandschuhe seit einigen Jahren deutlich aufmischt.

Der DFB-Direktor Oliver Bierhoff ist hingegen neben anderen bekannten Sportlern und Unternehmen dieses Jahr bei der Fantasy-Football-Plattform Sorare eingestiegen. Die innovative Fußballplattform zählt zu den führenden Start-ups, die es gewagt haben, Blockchain in ihr System zu integrieren.

Der Hannoveraner Fabian Ernst ging sogar einen Schritt weiter und wurde gleich Mitgründer der Firma Sport Technology Systems, um einen "Smartball" zu entwickeln, der die Ballbewegungen perfekt ausmessen und auswerten soll.

Warum Start-ups in der Fußballgemeinde so beliebt sind, ist verständlich. Obwohl Investitionen in Jungunternehmen einige Risiken mit sich bringen, haben die Beteiligten die Chance, den Investmentbetrag bei einem wirtschaftlichen Erfolg des Start-ups deutlich zu vervielfachen. Daneben können Investoren die Jungunternehmen von Anfang an auf ihrem Weg zum Erfolg begleiten und die Unternehmenswertentwicklung mitgestalten.

Im Gegenzug bekommen Start-ups nicht nur Finanzhilfe, sondern haben auch einen bekannten Namen im Beirat sitzen, der aufgrund seiner Popularität in der Bevölkerung als Marketinggesicht agiert und den Bekanntheitsgrad des Jungunternehmens steigert.

Spitzensportler verdienen jährlich Millionen für ihre sportlichen Leistungen. Um ihr Vermögen zu verwalten, neigen viele Sportler als sichere Kapitalanlage zum Immobilienmarkt. Im deutschen Fußball hat sich jedoch seit einigen Jahren ein neuer Trend entwickelt.

Profis investieren ihr Geld für gemeinnützige Zwecke und gründen eigene Stiftungen und beteiligen sich in Start-ups. In beiden Fällen steht oftmals der Fußball im Vordergrund, was zeigt, dass die deutschen Profis meist auch nach Karriereende nicht mit dem Fußball abgeschlossen haben.

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