Datenspende in Corona-Krise: Ist neue App der Durchbruch?

Die Corona-Pandemie bestimmt unseren derzeitigen Alltag. Unermüdlich arbeiten Forscher und Mediziner daran, wirkungsvolle Medikamente und Impfungen gegen das Virus zu finden. Doch nicht nur die Wissenschaft hat dem Krankheitserreger den Kampf angesagt. Als neue Waffen werden nun auch Smartphone und Smartwatch vorgestellt.

Corona Mundschutz, © pixabay.com/5008824/
Corona Mundschutz, © pixabay.com/5008824/

Eine große Unterstützung für Wissenschaftler

Heutzutage sind Smartphones ein wichtiger Wegbegleiter der meisten Menschen. Diese Handys helfen nicht nur dabei, jederzeit erreichbar zu sein. Stetige Verbindungen mit dem Internet oder ein Zugriff auf andere Informationsquellen sind für Millionen an Smartphonenutzern mittlerweile selbstverständlich. Dank günstiger LTE Tarife ist die Nutzung der Geräte auch nicht teuer. Nunmehr soll die Corona-Datenspende-App ebenfalls dabei behilflich sein, dem Corona-Virus den Kampf anzusagen.

Diese App zielt darauf ab, spezifische Körper-Parameter zu sammeln und diese dann an Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts weiterzuleiten. Die Experten des RKI dürfen die Daten anschließend nutzen, um Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der Menschen ziehen zu können. Einerseits erhoffen sich Wissenschaftler auf diesem Wege nähere Informationen zum derzeit kursierenden Virus. Außerdem soll die App Anhaltspunkte darüber liefern, wo und wie schnell sich die Erkrankung in Deutschland ausbreitet.

Wie funktioniert die App?

Es bedarf nur weniger Minuten, um die Corona-Datenspende-App auf dem eigenen Smartphone einzurichten. Nach einem Download erfragt die App im Startmodus die Postleitzahl und erstellt dann ein Profil mit einer dazugehörigen Benutzer-ID. Dieses Prinzip bedeutet für Nutzer der Apps, dass diese zwar nicht anonymisiert, aber pseudonymisiert sind. Die Anschriften und Namen der App-Nutzer werden nicht weitergeleitet. Stattdessen werden unterschiedliche körperliche Parameter direkt an das Robert-Koch-Institut weitergeleitet. Diese Informationen beziehen sich einerseits auf die Größe, das Alter, Geschlecht und Gewicht der jeweiligen Person. Andererseits berechnet die Fitness-App die Temperatur, den Puls und damit im Zusammenhang stehende Aktivitäten.

Eine freiwillige Teilnahme ist erwünscht

Derzeit unterstützt die App sämtliche mit Apple Health sowie Google Fit verbundene Fitnessarmbänder sowie Geräte der Marken Withings bzw. Nokia, Polar, Fitbit und Garmin. Damit dieses Forschungsvorhaben auch tatsächlich den gewünschten Erfolg erzielt, ist eine hohe Beteiligungsrate durch Freiwillige eine wichtige Grundvoraussetzung. Wer die für Android und Apple anwendbare App downloaden möchte, sollte hierfür auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts vorbeischauen.

Ein weiterer Hoffnungsschimmer durch Kontakt-Tracing-Apps?

Ein weiterer Hoffnungsschimmer besteht außerdem durch sogenannte Kontakt-Tracing-Apps. Diese Apps funktionieren wiederum mit Bluetooth-Signalen. Ist eine Person positiv auf Sars-Covid-19 getestet, kann diese entsprechende Informationen in diese App eingeben. Danach werden all die App-Nutzer automatisch gewarnt, die in letzter Zeit mit der jeweiligen Person in Kontakt standen. Auf diese Weise ist es möglich, Infektionsketten anonym nachzuvollziehen. Diese App soll der Öffentlichkeit schon in einigen Tagen vorgestellt werden.

Die Corona-Krise: Erste Lockerungen sind bald in Norddeutschland möglich

Nachdem die Bundesregierung vor kurzer Zeit die Grundlage für eine Lockerung von Corona-bedingten Beschränkungen bildete, beraten Landesregierungen aus Norddeutschland nun über etwaige Maßnahmen. Einerseits bietet die Corona-App Sicherheit, etwaige Ausbreitungen des Virus besser nachvollziehen zu können. Andererseits werden täglich jedoch noch immer weitere Neuinfektionen bestätigt. Deshalb ist es wichtig, schrittweise vorzugehen.

Erste Maßnahmen wurden bereits ergriffen, indem große Festivals wie das Wacker Open Air oder Airbeat One für 2020 abgesagt wurden. Die Störtebeker-Festspiele werden in diesem Jahr ebenfalls nicht stattfinden. Mit Maßnahmen wie diesen und der App soll die Anzahl an Infektionen in Deutschland dauerhaft minimiert werden.

Weitere Empfehlungen