Bandscheibenvorfall: Wie man ihn erkennt und mit gezieltem Training vorbeugen kann

Der Bandscheibenvorfall gehört zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten in der heutigen Zeit. Gerade Bürojobs und zu wenig Bewegung im Alltag führen zu dieser Verletzung an der Wirbelsäule. In diesem Artikel soll es darum gehen, was ein Bandscheibenvorfall ist, welche Anzeichen es gibt und wie die Bandscheibe mit Hilfe von Muskeltraining trainiert werden kann.

Eisenhauer Training, Pressebild
Eisenhauer Training, Pressebild

Was ist eigentlich eine Bandscheibe und wozu ist sie gut?

Zum Einstieg schauen wir uns an, welche Funktion die Bandscheibe in der Wirbelsäule hat. Im Stehen, während der Arbeit, beim Sport und auch beim Sitzen wirken Kräfte auf die Wirbelsäule ein.

Die Bandscheiben sitzen zwischen den Wirbeln. Die Bandscheibe wirkt wie eine Art Gelkissen, die für eine gleichmäßige Druckverteilung sorgt.

Die Bandscheibe selbst besteht aus einem flüssigen Kern, welcher umgeben ist von kreuzförmig angeordneten Fasern. Diese Fasern ermöglichen das Abfedern der Kräfte.

Zudem wirkt eine Bandscheibe wie ein Schwamm. Sie saugen Flüssigkeiten und Nährstoffe auf, wenn sie sich bewegen.

Durch langes Sitzen zum Beispiel sind die Bandscheiben großem Druck ausgesetzt und verlieren Nährstoffe und Flüssigkeiten und ganz besonders an Volumen.

Beim Schlafen oder gleichmäßigem Gehen werden die Bandscheiben entlastet und füllen sich wieder mit Wasser und Nährstoffen auf.

Wie entstehen Bandscheibenvorfälle?

Oft ist die Muskulatur im Rückenbereich zu schwach, um den Bandscheiben einen ausreichenden Halt zu geben. Gerade Bewegungsmangel ist ein wichtiger Faktor, der behoben werden sollte, denn eine starke Rückenmuskulatur sorgt für eine gute Lebensqualität.

Es gibt zwei Arten von Bandscheibenvorfällen. Bei der einen Variante (Protusion) kommt es zu einer Verwölbung des Bandscheibengewebes.

Dabei entsteht ein Bandscheibenschaden. Bei der zweiten Art spricht man von einem Prolaps.

Hierbei läuft der Gallertkern aus dem Inneren in die Faserringe läuft. Im schlimmsten Fall werden die Faserringe durchbrochen.

Beide Arten können in jedem Bereich der Wirbelsäule vorkommen. In den meisten Fällen merkt man nicht direkt, dass ein Bandscheibenvorfall entstanden ist.

Infografik Bandscheibenvorfall, © Eisenhauer Training Hamburg
Infografik Bandscheibenvorfall, © Eisenhauer Training Hamburg

Eine Ausnahme ist hierbei ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule, da hier die Bewegung des Kopfes extrem eingeschränkt werden kann und zudem mit erheblichen Schmerzen verbunden ist.

Außerdem strahlen die Schmerzen in den Nacken, in die Schulter oder auch in die Arme aus. Ein Besuch beim Arzt ist sehr ratsam.

Wenn man einen Bürojob mit vorübergehend sitzender Tätigkeit hat, sollte man aufpassen, denn beim Arbeiten am Bildschirm wird oftmals der Hals überstreckt.

Hierbei werden die Bandscheiben im Nacken zusammengepresst und erhalten keine Entlastung.

Bandscheibenvorfälle in anderen Bereichen der Wirbelsäule haben oft die Eigenschaft, dass die Schmerzen in umliegende Bereiche ausstrahlen. So können Schmerzen in den Beinen oder am großen Zeh ein Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall sein.

Kann man mit einem Bandscheibenvorfall Sport treiben?

In den meisten Fällen sind Operationen nicht zwingend notwendig. Dies muss natürlich von Fall zu Fall im Detail geklärt werden.

Sollten neurologische Ausfälle (Lähmungen, Sensibiltätsstörungen) nicht aufkommen, ist meistens keine Operation notwendig.

Nach einem Bandscheibenvorfall hilft auf lange Sicht regelmäßiges Training und Bewegung. Das Ziel des Krafttrainings sollte sein, den Körper auszubalancieren und die Muskulatur im Rückenbereich zu stärken.

Hierbei sollte man darauf achten, dass im Fitnessstudio ein individueller Trainingsplan erstellt wird und der Trainer einen im Training begleitet.

So wird die Muskulatur gestärkt und die Bandscheibe kann entlastet werden. Bei der Auswahl des Fitnessstudios sollte man sich umfassend beraten lassen.

Die Trainer sollten geschult sein und gezielt, langfristig weiterhelfen können.

Einfache Übungen im Alltag können zu Beginn unterstützen. Durch Bücken und Dehnen zum Beispiel kann die Wirbelsäule flexibler gemacht werden.

Auf manche Sportarten sollte man nach einem Bandscheibenvorfall verzichten. Hierzu zählen die Sportarten, die die Wirbelsäule unnötig belasten, da zu große Kräfte auf die Wirbelsäule einwirken.

Beispiele sind Joggen, Reiten, Badminton sowie Tennis. Andere Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen und Nordic Walking sind ideale Bewegungseinheiten.

Mit Krafttraining einem Bandscheibenvorfall vorbeugen.

Grundsätzlich ist ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und Sport wichtig.

Besonders ein gezieltes Krafttraining der Rückenmuskulatur sollte hier im Fokus stehen. Wie gerade schon beschrieben, sollte man hier auf die Qualität des Trainings achten.

Hierbei sind sportmedizinische Geräte und gut geschulte Trainer wichtig, die einen anleiten, die Übungen korrekt auszuführen. Ein ausgewogener, personalisierter Trainingsplan ist hierbei unerlässlich.

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