Ausstellung "Gestrüpp" von Susanne Kriemann

Susanne Kriemann (*1972) befasst sich in ihrer künstlerischen Praxis mit radioaktiver Strahlung und den Auswirkungen der Zivilisation auf die Natur. Unter dem Titel "Fotografie neu ordnen: Gestrüpp" stellt die Künstlerin zwei Werkkomplexe vor und setzt diese in Dialog mit historischen Fotografien und Drucken aus der Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G).

Fotografie neu ordnen: Gestrüpp, © Susanne Kriemann / Foto: Tor Jonsson
Fotografie neu ordnen: Gestrüpp, © Susanne Kriemann / Foto: Tor Jonsson
Wann? 7. August 2020 bis 31. Januar 2021
Wo? Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Eintritt: 12,- Euro, ermäßigt 8,- Euro, unter 18 Jahren Eintritt frei

Fotografie und historische Druckverfahren

In ihrer Arbeit Gessenwiese, Kanigsberg (2017–2020) versucht die Künstlerin Susanne Kriemann, die Radioaktivität kontaminierter Pflanzen zu erfassen und nutzt dazu neben der Fotografie auch historische Druckverfahren wie die Heliogravüre. Das dafür benötigte Pigment gewinnt sie aus den betroffenen Pflanzen selbst und macht die Radioaktivität so zum physischen Element ihrer Bilder.

Ein installativer Aufbau von Pflanzenproben gibt zudem Einblick in die Entstehung ihrer Heliogravüren. Für die zweite Serie Mngrv (2018–2020), die eigens für die Schau entstanden ist, ließ sich Susanne Kriemann von den sogenannten Naturselbstdrucken der Botaniker Constantin von Ettingshausen (1826–1897) und Alois Pokorny (1826–1886) inspirieren: Sie erstellt Drucke nach fotografischen Vorlagen von Mangrovenpflanzen, in die sie Teile und Strukturen von Plastikmüll eindruckt, den sie in den Mangrovenwäldern in Süd- und Südostasien sammelte.

Ihre beiden Serien ergänzt Susanne Kriemann um etwa 40 Arbeiten aus der Sammlung Fotografie des MK&G und stellt damit eine Verbindung her zu den historischen Drucktechniken. Ihre intuitive Auswahl von Heliogravüren, Pigment-, Gummi- und Naturselbstdrucken ist geleitet vom Motiv des Gestrüpps. Sie stammen von Künstlern wie Annie W. Brigman (1869–1950), Clarence Hudson White (1871–1925), Gertrude Käsebier (1852–1934), Alice Boughton (1867–1943), Oscar (1871–1937) und Theodor Hofmeister (1868–1943) oder Heinrich Kühn (1866–1944).

Über Susanne Kriemann

Susanne Kriemann ist seit 2017 Professorin für künstlerische Fotografie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Sie arbeitet recherchebasiert und beschäftigt sich mit den technischen Voraussetzungen und historischen Bedingungen der Herstellung von Fotografien. Ihre Arbeiten wurden u.a. im CCA Wattis Institute for Contemporary Arts, San Francisco (2018), Schering Stiftung Berlin (2016), Belvedere 21, Wien (2013) und Kunstverein Braunschweig (2012) gezeigt.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe Fotografie neu ordnen lädt das MK&G seit 2017 Künstlern, Fotografen und Wissenschaftler ein, mit der Sammlung Fotografie und neue Medien im MK&G zu arbeiten und diese in Bezug zu ihren eigenen Werken oder Projekten zu setzen. Eingeladen waren u.a. Hans Hansen, Jochen Lempert & Peter Piller, Katja Stuke & Oliver Sieber, Reinhard Matz, Steffen Siegel und Bernd Stiegler.

Quelle: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Ortsinformationen

Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg - St. Georg
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