Aktien im Abstieg: Auch Hamburger Unternehmen betroffen

Seit Jahresbeginn ist der DAX um etwa 22 % gefallen. Nachdem die wirtschaftliche Lage Anfang des Jahres langsam aber sicher positiver gewirkt hatte, da die Corona-Pandemie durch die hohe Impfquote langsam aber sicher in die Knie gebracht schien, gingen alle von einem guten Börsenjahr aus. Doch der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ließ die Energiepreise explodieren und ließ die Inflation in Deutschland zweistellig werden.

Hamburg Speicherstadt, © pixabay.com / guentherlig
Hamburg Speicherstadt, © pixabay.com / guentherlig

Aktien im Abstieg – doch warum eigentlich?

Viele Unternehmen sind momentan von Gewinnverlusten betroffen. Grund dafür ist vor allem die schwindende Konsumlust der Bürger.

In einer Zeit, in der viele Armutsängste haben und beinahe alle unnötigen Ausgaben streichen, oder sich viele fragen müssen, wie sie die nächste Stromrechnung bezahlen, ist die Kauflust extrem niedrig.

Generell ist es so, dass langfristig gesehen die Gewinne der Unternehmen die Kurse bestimmen.

Bei einem Unternehmen, das wächst und viele Gewinne macht, steigen die Kurse.

Macht ein Unternehmen hingegen Verluste und muss schrumpfen, fallen die Kurse langfristig.

Der DAX ist hierbei besonders interessant, denn er misst die Wertentwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes.

Wenn dieser fällt, bedeutet das, dass die Wirtschaftssituation in Deutschland gerade generell nicht so gut da steht.

Welche Hamburger Unternehmen sind betroffen?

Einer der größten Hamburger Verlierer der derzeitigen wirtschaftlichen Lage ist das Modeunternehmen About You.

Mehr als drei Viertel ihres Wertes hat die Modeplattform seit Jahresbeginn einbüßen müssen.

About You erklärt diesen Kurs-Wertverlust mit den enormen Kosten der Logistik und der grassierenden Inflation, die dazu führt, dass die meisten Kunden durch die erhöhten Lebenshaltungskosten eher ihr Geld bei sich halten.

Im Gegensatz zum vorherigen Geschäftsquartal hat sich der Preis des durchschnittlichen Warenkorbs um über 5 % reduziert.

Trotzdem gibt sich das Unternehmen und auch verschiedene Aktien-Analysehäuser zuversichtlich, dass sich der Kurs erholen wird.

Ähnlich, wenn auch weniger extrem, geht es der Optikerkette Fielmann. Rund 44 % Werteinbuße gab es hier.

Gründe sind auch hier vielschichtig: Von der Konsumflaute bis zum Fachkräftemangel und den teuren Energiepreisen gibt es hier viele Gründe, weshalb die Gewinne dieses Jahr nicht so hoch ausfallen.

Die Branche der erneuerbaren Energien sollte dank der Klimadebatte eigentlich hervorragend laufen.

Im Internet kursieren etliche Anbieter nachhaltiger Projekte und Energien, wie hier die nachhaltige Aktien Liste laut Business2Community.

Und trotzdem gehört das Unternehmen Nordex leider zu den Verlierern in diesem Jahr.

Grund dafür ist unter anderem ein Hackerangriff gewesen, der das Unternehmen mehrere Tage lang lahm legte. Die Aktie verlor mehr als ein Drittel ihres Wertes.

Lohnen sich Aktienkäufe weiterhin?

Obwohl viele Aktien zuletzt unter starken Druck standen, sollten Anleger nicht auf Aktienkäufe verzichten.

Zwar ist die Gefahr eines weiteren Kursverfalls nicht auszuschließen, solange sich die Lage im Krieg, den Russland gegen die Ukraine startete, nicht beruhigt, doch ist die Chance auf hohe Rendite weiterhin extrem hoch.

Investoren sollten jedoch bei ihren Aktienkäufen vorsichtig sein, sich gut überlegen, in welche Unternehmen sie investieren und die Unternehmen ausreichend analysieren.

Es lohnt sich immer, die eigenen Investitionen stark zu diversifizieren und in Aktienindizes wie dem DAX zu investieren.

Außerdem sollte man sich darüber bewusst sein, dass man im Bestfall die eigenen Positionen nach einer Investition lange hält.

Die meisten Experten sprechen davon, dass man Geld, was man in den Aktienmarkt anlegt, mindestens 5-10 Jahre nicht brauchen sollte – das gibt einem genug Zeit, sich von etwaigen Rezessionen und anderen Kurseinbrüchen zu erholen.

Etliche Anleger haben großen Respekt vor dem schwierigen Marktumfeld und das ist schlau.

Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass der Ratschlag "buy the dip" – also "Kaufen Sie den Dip" – teilweise recht logisch sein kann, insbesondere wenn das auf Aktien von starken Unternehmen zutrifft, an deren Geschäftsmodelle man glaubt.

Fazit

Hamburger Unternehmen sind von der aktuellen Krise nicht verschont geblieben, und die Aktienkurse sind dadurch zum Teil stark gefallen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Und doch sind die Unternehmen selbst nicht die Einzigen, die unter den Folgen der derzeitigen Krise leiden.

Auch viele Bürger kämpfen derzeit um das Überleben, und so bleibt nur zu hoffen, dass die derzeitige wirtschaftliche Situation gut gemeistert werden kann, ohne große Verluste.

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