Hamburger Köpfe & Persönlichkeiten
William Stern
Jeder kennt den Intelligenzquotienten, den IQ, aber kaum einer seinen Erfinder William Stern: Der Psychologe (1871-1938) hat die Intelligenz messbar gemacht, die Entwicklung der Sprache aufgezeichnet, Piloten getestet und Lehrer ausgebildet, Gerichtsgutachter unterstützt, Schüler an die passenden Schulen vermittelt – und den Anstoß zur Gründung der Universität Hamburg gegeben.
William Stern wurde 1871 als Sohn jüdischer Eltern in Berlin geboren, studierte dort Philologie, Philosophie und Psychologie.
Gemeinsam mit seiner Frau Clara dokumentierte er auf fast 5.000 Tagebuchseiten detailliert die die sprachliche und intellektuelle Entwicklung seiner Kinder von der Geburt bis zur Pubertät. Das wurde die Grundlage für die bahnbrechenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen des Ehepaares über Kinder- und Entwicklungsphsychologie, die 1912 mit der entwickelten Formel des Intelligenzquotieten einen Höhepukt fand. Im Mittelpunkt seines Menschenbildes stand jedoch immer das Individuum, Massenintelligenztest beurteilte William Stern skeptisch.
1916 wurde der bereits international hoch anerkannte Wissenschaftlcher auf den Lehrstuhl für Philosophie und Psychologie am Hamburgischen Koloniealintstitut berufen, einer Vorgängereinrichtung der Universität, an deren Gründung William Stern 1919 maßgeblich beteiligt war.
Nach seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten 1933 entschloss sich der Wissenschaftler zur Emigration, bis zu seinem Tod 1938 lehrte er an der Duke Universität in Durham, North Carolina.
Die biografische Studie von Martin Tschechne aus der Reihe "Hamburger Köpfe" erzählt die dramatische Lebensgeschichte eines extrem vielseitigen Wissenschaftlers.
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von Martin Tschechne, herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Verlag Ellert & Richter 2010, 160 Seiten, Preis: 14,90 Euro
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