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Musikstadt Hamburg – Eine klingende Chronik

Musikstadt Hamburg – Eine klingende Chronik

Hamburgs herausragende Musikgeschichte, die im 17. Jahrhundert begann und seitdem immer wieder große Persönlichkeiten des Musiklebens hervorgebracht hat, wurde von Professor Hermann Rauhe, dem Ehrenpräsidenten der Hochschule für Musik und Theater, die er 44 Jahre lang leitete und entscheidend prägte, in einer wunderschönen Musik-Chronik dokumentiert.

Händel, Telemann, Keiser, Mitglieder der Bach-Familie waren zum Teil Jahrzehnte in Hamburg tätig. Die Liste berühmter Komponisten und Dirigenten, die Hamburg aktiv waren, ist lang. Mendelssohn und Brahms wurden hier geboren. Mahler dirigierte am Stadt-Theater.

Den Leser erwartet eine Reise durch vier Jahrhunderte Musik, die jeweils mit geschichtlichen Informationen zur Stadt eingeleitet werden. Beginnend mit der Kirchenmusik ab 1700, deren prominente Vertreter Georg Philipp Telemann oder Carl Philipp Emanuel Bach noch heute Weltruhm genießen. In der Blütezeit der Kirchenmusik war Hamburg auch gleichzeitig eine Hochburg der Orgelkunst. Der berühmte Orgelbauer Arp Schnitger fertigte seine Orgeln für ganz Norddeutschland. In über 20 Kirchen erklangen sie und gehören noch heue zu den Meisterwerken der Orgelkunst, z. B. in St. Jacobi.

Mit der ersten Bürgeroper am Gänsemarkt entwickelte sich die Hansestadt rasch zum führenden musikalischen Zentrum des Barocks, hier wirkten Georg Friedrich Händel, Johann Mattheson, Georg Philipp Telemann und Reinhard Keiser.

Bedeutende Vertreter des 19. Jahrhundert waren Felix Mendelssohn Bartholdy und seine Schwester Fanny, beide wurden in Hamburg geboren und begründeten hier ihre musikalische Lebensbahnen, bevor sie sie in Berlin bzw. Leipzig entfalteten.

Als Hamburg im Mai 1842 beim großen Brand den Flammen zum Opfer fiel, feierte Johannes Brahms seinen neunten Geburtstag im Specksgang im Gängeviertel. Zu welchem musikalischen Ruhm er einst erlangen sollte, war damals noch nicht vorauszusehen, obwohl Brahms schon sehr früh seinen musiklalischen Fähigkeiten nachgehen konnte.

1891 kam Gustav Mahler nach Hamburg und festigte hier bis 1897 seinen Ruf als als international anerkannter Dirigent.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts bekam Hamburg Dank der testamentarischen Verfügung des Reeders Carl Heinrich Laeisz ein neues Konzerthaus, die Musikhalle, die seit 2005 auch offiziell Laeiszhalle heißt.

Paul Dessau, Schmidt-Isserstedt, Rolf Liebermann, Günter Wand waren einige der großen Namen des vergangenen Jahrhunderts. Aber auch Otto Klemperer, Wilhelm Furtwängler und Karl Böhm standen auf dem Dirigentenpult des NDR Sinfonieorchesters.

Heute hat die Stadt drei große herausragende Orchester mit dem Philharmonischen Staatsorchester, dem NDR Sinfonieorchester und den Hamburger Symphonikern, die von hervorragenden Dirigenten geleitet werden und auf deren Pulten häufig international anerkannte Gastdirigenten stehen.

Der Grundstein zur musikalischen Zukunft der Stadt wird nicht nur in der Hochschule für Musik und Theater gelegt, sondern auch in Musikschulen, Kinderchören und Konservatorien. Dank zahlreicher Stiftungen wird das Musikleben auf hoher Qualität gesichert.

Die lebendige und reich illustrierte Musikgeschichte Hamburgs, von den Anfängen über Händel und Telemann bis zur Elbphilharmonie vermittelt unter Einbeziehung politischer und gesellschaftlicher Ereignisse darüber hinaus spannende Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Hansestadt. Sieben CDs mit Musik Hamburger Komponisten sowie Hörbeispielen der Hamburger Musikgeschichte wurden liebevoll aus Archiven und Neuerscheinungen zusammengestellt und machen das Buch auch zu einem akustischen Erlebnis, das mit zahlreichen Illustrationen, Fotografien, Autografen und Notenblätter auch optisch sehr schön aufbereitet ist.

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Von Hermann Rauhe, Herausgegeben von der Johannes-Brahms-Gesellschaft, Verlag Ellert & Richter 2010, 236 Seiten, Preis 39,95 Euro.

13.12.2010



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