Hamburger Köpfe & Persönlichkeiten
Philipp Otto Runge
Philipp Otto Runge ist neben Caspar David Friedrich der große Maler der deutschen Romantik.
Nach Beginn einer Kaufmannslehre in der Hamburger Handelsfirma seines Bruders Daniel entdeckte er recht schnell seine Liebe zur Kunst und den Wunsch, Künstler zu werden. Nach dem ersten Zeichenunterricht führten ihn seine Studien 1799 zunächst an die renommierte Kunstakademie in Kopenhagen und zwei Jahre später nach Dresden, wo ihn vor allem die Freundschaft mit Ludwig Tieck anregte. Die Auseinandersetzung mit Goethe führte zur Präzisierung seiner eigenen Kunstvorstellung, die eigene Motive und Themen forderte und sich nicht mit der thematischen Rückbesinnung auf die Antike vereinbaren ließ.
Als Einzelgänger in Hamburg wirkend, schuf er sowohl mit seinen realistischen Bildnissen als auch mit dem als Gesamtkunstwerk konzipierten Zyklus Die Zeiten ein einzigartiges, jedoch unvollendetes Werk: Er starb 1810 im Alter von nur 33 Jahren.
Nicht zuletzt dank einer neuen Lektüre der vielen aufschlussreichen Briefe kann Uwe M. Schneede in seinem Buch darstellen, dass der Maler in Zeiten der tief greifenden Umbrüche klug an einem Neubeginn der Kunst arbeitete und damit als Wegbereiter der Moderne gelten kann.
Das Buch würdigt das jung verstorbene Genie und dessen visionären Kunstentwurf. Seine Farbenlehre wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein immer wieder mitreflektiert und auch in der Gattung des Porträts leistete Runge Bedeutendes. Runges Vielseitigkeit wird darüber hinaus in seinen fragilen Scherenschnitten – Meisterwerke in Naturgenauigkeit und Abstraktion – gewürdigt.
Sein 200. Todestag am 2. Dezember 2010 ist Anlass für viele Ausstellungen dieses bedeutenden Künstlers.
Uwe M. Schneede, geb. 1939, war von 1985 bis 1990 Professor für die Kunstgeschichte der Moderne an der Ludwig-Maximilians-Universität München und anschließend bis 2006 Direktor der Hamburger Kunsthalle.
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von Uwe M. Schneede, Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Verlag Ellert & Richter 2010, 208 Seiten, Preis 14,90 Euro
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