Die Hamburger Landesfarben sind weiß-rot (Artikel 5 der Verfassung
der Freien und Hansestadt Hamburg). Die jetzige Form der
Hamburgischen Landesflagge wurde zuerst durch Senatsbeschluss im
Jahre 1834 festgelegt.
Als lebende Wahrzeichen Hamburgs schmücken die Alsterschwäne
Binnen- und Außenalster.
Die enge Verbundenheit der Hansestadt zu ihren Schwänen hat
eine lange Tradition: Schon eine Mühlenabrechnung von 1591 belegt, dass damals Hafer,
Gerste und anderes Getreide von der Stadt für die Tiere bereitgestellt wurde.
1664 wurden sie vom Hamburger Rat sogar unter
besonderen Schutz gestellt; die Schwäne wurden fortan nicht mehr als wilde, sondern als
zahme Tiere betrachtet, unter es war bei Strafe verboten, die Vögel zu
"beleidigen", zu
verletzen oder zu töten. Als repräsentative Gastgeschenke
fanden Hamburger Schwäne sogar den Weg in andere Regionen und Länder.
Seit 1818 sorgt ein eigens von der Stadt
dafür besoldeter "Schwanenvater" für die Tiere. Er versorgt sie mit Futter,
kümmert sich um verletzte Tiere und bringt sie im Winter auf den eigens für sie eisfrei
gehaltenen Mühlenteich in Eppendorf.
Das Wasser des Flusses Alster, der in Henstedt-Ulzburg
entspringt und nahe der Hamburger Speicherstadt in die Elbe mündet,
durchfließt auch die seenartigen Fluss-Verbreiterungen Außenalster und
Binnenalster. Dieses Wasser war einst so hell und klar wie das aus
Süddeutschland importierte Biermixgetränk "Radler", dass es eben diesen
Namen bekam. Das "Alsterwasser" besteht aus klarer Zitronenlimonade und
Pils und enthält somit Alkohol. Die prozentualen Anteile sind dabei je
nach ausschenkendem Gastronomiebetrieb recht unterschiedlich. Prost!
"Fleete" werden
Hamburgs Innenstadtkanäle genannt. Sie waren früher nicht nur die wichtigsten
Verkehrswege, sondern dienten auch der Trinkwasserentnahme, der Abwassereinleitung und
häufig sogar der allgemeinen Müllentsorgung.
Die Fleetenkieker waren Personen, die mit
der Reinhaltung der Fleete betraut waren. Landete ungewollt etwas in den Fleeten, konnte
man einen Fleetenkieker mit der Bergung beauftragen. Heute werden die Fleete einmal pro Jahr
abgesenkt, um ihre Gründe zu reinigen. Der 1994 gegründete Verein "De
Fleetenkieker" kümmert sich um den Schutz der Wasserstraßen und ihrer Uferanlagen.
Ein
Wahrzeichen der Hansestadt ist der Wasserträger "Hummel",
dessen Name eigentlich Johann Wilhelm Bentz war (geb. 21.01.1787, gest.
15.03.1854). Bei seiner schweren Arbeit
neckten ihn die Straßenkinder mit dem Ausruf des Spottnamens
"Hummel, Hummel". Weil der Gepeinigte die Racker selten greifen
konnte – immerhin trug er viele Liter Trinkwasser kilometerweit in die
Stadt – blieb ihm nichts anderes übrig, als sie mit einem deftigem
"Mors, Mors!" zu bedenken, abgekürzt für "Klei mi am Mors", der plattdeutschen Variante
von "Leck mich...". Kein Wunder also, wenn der Hummel meist mit grimmigem
Gesicht dargestellt
wird. Ein "Hummelbrunnen" befindet sich im Rademachergang in der
Nähe vom Großneumarkt.
Von
2002 an bevölkerten rund 400 aus Fiberglas gefertigte Wasserträger die
Straßen der Hamburger Innenstadt. Anerkannte Künstler
– darunter beispielsweise Jette
Joop –, aber auch junge Kunststudenten waren mit der Gestaltung der
rund 2 Meter hohen Figuren beauftragt. So entstanden teilweise sehr farbenfrohe
Kunstwerke, die sowohl Hamburger als auch Touristen begeisterten. Nach
einer "Zusammenkunft" aller Hummel-Figuren auf dem Hamburger
Rathausmarkt wurden diese im Juni 2006 zugunsten eines wohltätigen
Zweckes versteigert. Vereinzelt sind noch einige der Figuren vor
Hamburger Geschäften zu finden.
Das weibliche Pendant zum Wasserträger ist
die "Zitronenjette",
deren bürgerlicher Name Johanne Henriette Marie Müller war (geb. 18.07.1841,
gest. 08.07.1916). Sie pries Ende des 19. Jahrhunderts in den Bars und
Kneipen der Stadt ihre gelben Südfrüchte mit dem Ausruf "Zitroon,
Zitroon!" an. Im August des Jahres 1894 wurde
sie wegen Trunkenheit und geistiger Verwirrung in die Anstalt
Friedrichsberg eingeliefert, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens
verbrachte. Bereits 1900 hatte im heutigen St. Pauli Theater ein nach ihr
benanntes Stück Premiere und machte sie so zu einem Hamburger Original.
Eine Bronzestatue, die an die Obstverkäuferin erinnert, befindet sich in
der Ludwig-Erhard-Straße nahe des "Michels".
Auswärtige Besuchern mag beim Anblick
dieser Hamburger Spezialität Unbehagen oder Misstrauen befallen, doch Hanseaten schätzen
den deftigen und gesunden Eintopf trotz seiner abschreckenden Optik.
Als traditionelles
Seefahrergericht – nicht nur der Hamburger Seeleute – entstand es in den Zeiten der großen Segelschiffe, als man noch ohne moderne Konservierungsmethoden auskommen musste: Gestampftes Pökelfleisch von Rind oder Schwein sowie gestampfte Kartoffeln bilden die Grundlage. Der Name des seit 1701
nachweislich bekannten Gerichtes stammt aus dem Englischen – "lobs-cou(r)se" kennzeichnete es als Speisegang für
derbe Männer.
Jeder "Smutje" (Schiffskoch) hatte natürlich
seine Geheimnisse bei der Zusammensetzung und Zubereitung. Hier ist das Original-Rezept der Old Commercial Handels GmbH:
Man nehme für 5 Personen:
500 bis 600 g mit Steinsalz gepökelte Rinderbrust
250 g Zwiebeln
schwarze Pfefferkörner
125 g Schalotten
30 g Kalbsnierenfett
1.000 bis 1.250 g mehlige Kartoffeln
Angostura-Bitter
Worcestersauce
5 Eier
1 kleines Glas Rote Bete
5 kleine Salzgurken
Die Rinderbrust in 5½ l Wasser 20 bis 25 Minuten 1 bis 2 x vorkochen, je nach Länge der Pökelzeit der Rinderbrust. 2 x das Wasser wegschütten. Zur letzten Kochung ca. 1½ l frisches Wasser auffüllen. Die geschälten und klein geschnittenen Zwiebeln sowie 5 oder 6 ganze Pfefferkörner dazugeben und etwa 1½ bis 1¾ Stunden kochen lassen. Das Fleisch soll bissfest sein, darf nicht zerfallen.
Inzwischen in einer Pfanne nun die fein gehackten Schalotten im ausgelassenen Kalbsnierenfett leicht anbräunen und dann in einer kleinen Schüssel warm stellen. Ist das Pökelfleisch mit den Zwiebeln fertig, beides aus der Brühe nehmen, die Pfefferkörner entfernen, Fleisch durch den Wolf mit großer Scheibe drehen und das Durchgedrehte ebenfalls warm stellen. Jetzt die geschälten und in Stücke geschnittenen Kartoffeln in die Brühe geben und notfalls soviel Wasser aufgießen, dass die Kartoffeln gerade bedeckt sind. Bei geringer Hitze kochen lassen, bis die Brühe fast aufgesogen ist. Die Kartoffeln zu Brei stampfen.
Alle bisher verarbeiteten Zutaten zusammen in einen Topf schütten und mit 6 bis 8 grob gemahlenen Pfefferkörnern, einem Spritzer Angostura und Worcester würzen und umrühren.
Labskaus mit einem Spiegelei gekrönt und von Roter Bete und Salzgurken flankiert, servieren.
Achtung! Auf keinen Fall Rote Bete-Saft, Corned Beef, Matjes oder Salzhering verwenden.
Tipp: Alte Kapitäne braten das Labskaus gern, versuchen Sie es doch mal!
Keine Lust, selbst zu kochen? Labskaus in Dosen können Sie bei der
Old Commercial Handels GmbH, Süderstraße 340 A, 20537 Hamburg, Telefon 0 40/7 32 44 26, Fax 0 40/7 32 47 83 bestellen!
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Zu Zeiten der Dampfschifffahrt entstand unter Hamburger Hafenarbeitern eine neue Sprache: Die so genannte
"Ketelkloppersprook", die nur von Eingeweihten verstanden wurde. Um Licht in die spannende Geschichte der einmaligen Geheimsprache zu bringen, hat der Sprachforscher Prof. Dr. Klaus Siewert
nach Zeitzeugen der "Kesselklopfersprache" gesucht. Mehr als 70 Leser des HAMBURGER ABENDBLATTes meldeten sich und trugen mit ihrem Wissen über Ursprung und Gebrauch der Sprache dazu bei, ein hochinteressantes Buch zu schaffen:
"Die Ketelkloppersprook – Geheimsprache aus dem Hamburger Hafen".
Die Sondersprache entstand Mitte des 19. Jahrhunderts, verlor aber mit dem Ende der Dampfschifffahrt um 1930 ihre Bedeutung. Die Ursprünge der
"Ketelkloppersprook" liegen bei den so genannten "Ketelkloppern" ("Kesselklopfern"), die als Hafenarbeiter Ablagerungen von den heißen Kesselwänden und -böden der Dampfschiffe abschlugen. Der Sprachforscher Siewert fand heraus, dass die Kesselklopfer ihr Plattdeutsch nach festen Regeln verfremdeten. Charakteristika der Geheimsprache sind z. B. die Umstellung von Silben und das Einfügen von Vokalen. Jedes Wort beginnt mit einem Vokal, Anfangskonsonanten rutschen ans Wort- oder Silbenende, wo zusätzlich ein
"i" angehängt wird. Das Buch ist für 19,90 Euro in den ABENDBLATT-Geschäftsstellen
erhältlich.
100 Dinge in Hamburg, die Sie als echter Hamburger erlebt haben müssen
Hamburg ist nicht nur ein einmaliges Erlebnis – sondern ein hundertfaches. Oder wussten Sie schon, dass Sie hier auf Dünen wandern, Quallen essen und Kultur trinken können? Dass die Löwen in dieser Stadt stubenrein sind, Totenköpfe quicklebendig und blöde Ziegen äußerst sympathisch? Dieses Buch verrät Ihnen, wo Sie diese und andere Überraschungen erleben können. 100 Höhepunkte Hamburgs, von Klassikern bis zu Geheimtipps, die die Reporter des Abendblatts aus ihren ganz persönlichen Erfahrungen zusammengestellt haben. Gehen Sie auf eine ungewöhnliche Sightseeing-Tour, nach der Sie neu verliebt sind – in Ihre Stadt:
Dass John Neumeiers Ballettcompagnie weltweit einen hervorragenden Ruf hat, beweisen die zahlreichen Tourneen rund um den Globus. Auch für die Hamburger gehört ein Ballettabend zum absoluten Muss – vorausgesetzt, man hat sich rechtzeitig um die begehrten Tickets gekümmert.
Noch spielt die Musik in der Laeiszhalle, und zwar besonders gute. Hier gibt sich, neben den drei hervorragenden Hamburger Orchestern, die Weltelite der Klassik die Klinke in die Hand. Nach der für 1012 geplanten feierlichen Eröffnung der Elbphilharmonie spielt die Musik auch dort.
Klaviermusik unter dem funkelnden Sternenhimmel in bequemen Liegesitzen – kann man sich etwas Schöneres vorstellen? In Hamburg im Planetarium zu erleben.
Wer nicht immer Gelegenheit hat, die wunderbaren Hamburger Museen zu besuchen, kann sich bei der "Langen Nacht" im Schnelldurchlauf mit allen Einrichtungen bekannt machen.
Ein Besuch auf dem Fischmarkt gehört für jeden Gast der Hansestadt zum Pflichtprogramm. Richtig zünftig ist es, wenn man durchfeiert, um am Sonntag früh um 5.00 Uhr (im Winter ab 7.00 Uhr) zu den Ersten zu gehören, die bei Aale-Dieter einen Aal auffangen.
Etwas Besonderes ist auch die Schiffsbegrüßungsanlage Willkommhöft in Wedel. Seit 1952 werden hier alle ein- und auslaufenden Schiffe mit der entsprechenden Nationalhymne und einer Ansprache begrüßt – 284 landestypische Vorlagen gibt es.
Die Köhlbrandbrücke gehört zu den Wahrzeichen der Stadt, die Ankommende von weitem begrüßen. Besonders stimmungsvoll ist es, wenn man im Dunklen mit einem Bus darüber fährt – der beleuchtete Hafen ist unvergleichlich schön.
Grandios ist auch der Blick über Hafen und Elbe von der Bar des Empire Riverside Hotels über den Landungsbrücken. Die Cocktails haben hier allerdings einen Höhenzuschlag.
Neben einer feinen Tasse Tee kann man im Hu Xin Ting Teehaus hinter dem Museum für Völkerkunde auch chinesische Teekultur erfahren. Ebenso fein kann man seinen Tee oder Kaffee auf dem Süllberg genießen – dazu gibt es einen grandiosen Blick über die Elbe. Und wer eine der vielen Treppen von der Elbe hinaufsteigt, muss sich auch über ein Stück Kuchen mehr keine Gedanken machen, den Fitness ist hier inbegriffen.
Bei zahlreichen schönen Touren zu den beschaulichen Ecken der Stadt lässt sich sogar reichlich Geld sparen. Der weltgrößte Parkfriedhof Ohlsdorf lädt zum Erforschen der vielen Prominenten-Gräber ebenso ein wie zum Abschalten und Genießen der großen Parkanlage. Schiffstouren auf Alster und Elbe zeigen die Stadt von der Wasserseite her. Wer selber zum Paddel greifen möchte, kann das auf den zahlreichen Alsterkanälen tun.
Candle-Light-Schwimmer, Baden im Hamam, die neue Frisur von Marlis Möller oder einfach nur im Römischen Garten Genießen – Hamburg bietet auch viele Möglichkeiten für die Sinne.
Und zum Abschluss kommen die Genießer noch zu ihrem Recht. Es gibt die schlichteren Tipps wie die Grillstation in Eppendorf, Szenetreffs wie die Bullerei von Tim Mälzer bis hin zu Feinschmeckeradressen wie dem Artisan oder dem Sgroi.
Ein Buch für alle Hamburger, die ihre Stadt noch besser kennen lernen möchten, und für Gäste, die anschließen nie mehr weg möchten.
von Peter Schmachthagen, Hamburger Abendblatt-Edition, 320 Seiten, Preis 9,95 Euro, direkt bei Amazon bestellen.
Wusste Sie, dass "Adschewinas" Unsinn bedeutet, dass man einen Schwarzarbeiter "Bönhase" nennt, und dass alle, die sich mit einem sehr kleinen Auto begnügen müssen, eine "Hutschenfiedel" fahren? Nein? Dann sollten Sie zur neuen Edition des Hamburger Abendblattes "Sprechen Sie Hamburgisch?" greifen. Das 320-seitige
Lexikon, das in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit zwischen
Redaktion und Lesern entstanden ist, erklärt mehr als 800 Ausdrücke, Personen und "Hamburgensien" mit einem Augenzwinkern und macht die Hansestadt
erlebbar.
Es geht dabei nicht um Mundart, Betonung oder Akzent, sondern um Ausdrücke und Redensarten, die früher täglich gebraucht wurden und heute fast ganz aus der Umgangssprache verschwunden sind.
Entstanden ist die Idee zum Buch durch Fragen und Hinweise von Lesern des Hamburger Abendblattes: Warum heißt in Hamburg der sechste
Wochentag Sonnabend und nicht Samstag? Warum ist ein evangelischer
Geistlicher in der Hansestadt ein Pastor und kein Pfarrer? Die Resonanz war so
groß, dass die Redaktion gemeinsam mit ihren Lesern ein Wörterbuch typisch
hamburgischer Begriffe erarbeitet hat, aus denen zunächst die Serie im Blatt, jetzt
sogar ein ganzes Buch entstanden ist.
"Sprechen Sie Hamburgisch?" ist im Handel oder
telefonisch unter 0 40/34 72 65 66 erhältlich.
Wer sich einmal mit Hamburgs Straßen beschäftigt, kann dabei erstaunliche
Entdeckungen machen. Eine Auswahl der interessantesten, beeindruckendsten
und skurrilsten Fakten finden Sie hier.
Hätten Sie es gewusst? HanseWiki! – Was bedeutet der Straßenname "Reeperbahn"? Was ist
der "Stintfang"? Gehen Sie auf den "Zwutsch"?
Wissen Sie es oder kennen Sie die Bedeutung weiterer
ungewöhnlicher Straßennamen oder interessanter Hamburger
Begriffe? Dann schreiben Sie doch gleich einen Beitrag
in unserem neuen HanseWikiund Sie können mit
dabei sein, wenn ein Hamburger "Lexikon" entsteht.