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Stolpersteine in Hamburg

Stolpersteine ich HamburgDer Kölner Künstler Gunter Demnig erinnert mit dem Projekt "Stolpersteine" seit 1995 an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Auf diesen Platten stehen der Name, das Geburtsjahr, das Deportationsdatum und der Sterbeort des Verfolgten. In Deutschland, Österreich, Ungarn und den Niederlanden sind in 414 Orten bisher über 18.000 Stolpersteine verlegt worden.

Mehr als 100.000 Menschen wurden während der Nazizeit auch aus Hamburg deportiert. Sie ist die Stadt in Deutschland, in der die meisten Stolpersteine verlegt sind. Ca. 2.400 Stolpersteine erinnern inzwischen an die Menschen, die während der NS-Zeit ermordet worden sind: an Juden, Sinti, Homosexuelle, politisch Verfolgte, Euthanasie-Ermordete, Zeugen Jehovas oder andere.

Gemeinsam mit den Initiatoren des Erinnerungsprojektes "Stolpersteine in Hamburg", Peter Hess und Johann-Hinrich Möller, hat die Landeszentrale für politische Bildung eine Datenbank (auch in Englisch) entwickelt, in der die Namen der Opfer, ihre Wohnorte und die auf dem Stolperstein vorhandenen Lebensdaten recherchiert werden können. Finanziert wird das Projekt durch Patenschaften. Wenn Sie eine Patenschaft übernehmen möchten oder in Ihrem Stadtteil, Ihrer Straße recherchieren wollen, besuchen Sie die Seite der Stolpersteine in Hamburg.

Neben größten Teils positiven Kritiken gibt es auch kritische Stimmen gegen das Projekt. In München ist das Einsetzen der Stolpersteinen sogar gänzlich verboten. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, sieht es als erniedrigend, die Namen mit "Füßen zu treten".

st_Stolpersteine-buchStolpersteine. Gunter Demnig und sein Projekt
Hrsg. NS-Dokumentationszentrum Köln, Emons-Verlag 2007, 96 Seiten, Text: deutsch – englisch, Preis: 9,80 Euro.
Direkt hier bestellen.

In dem Buch "Stolpersteine. Gunter Demnig und sein Projekt" präsentiert das NS-Dokumentationszentrum das Lebenswerk von Gunter Demnig, anlässlich dessen 60. Geburtstages. Es zeigt die Geschichte, Praxis und Wirkung des Projektes auf und gibt einen Einbllick in das Lebenswerk Demnigs, welches das größte dezentralen Mahnmal der Welt ist.

 

Neuer Band der Reihe "Hamburgische Lebensbilder"

Spätes GedenkenHamburgische Lebensbilder, Bd. 21: "Spätes Gedenken. Ein Geschichtsverein erinnert sich seiner ausgeschlossenen jüdischen Mitglieder", Joist Grolle und Matthias Schmoock (Hg.), Edition Temmen 2009, 144 Seiten, Preis: 12,90 Euro. Direkt hier bestellen.

Der 21. Band der "Hamburgischen Lebensbilder", der biografischen Veröffentlichungsreihe des gemeinnützigen, 1839 gegründeten Vereins für Hamburgische Geschichte ist ab sofort erhältlich. Der Titel lautet "Spätes Gedenken" und widmet sich dem Schicksal der jüdischen Vereinsmitglieder, die in der NS-Zeit aus dem Verein ausgeschlossen wurden.

Zu Beginn des Dritten Reiches gab es im Verein für Hamburgische Geschichte knapp 50 jüdische Mitglieder. Viele von ihnen verließen den Verein als Reaktion auf die allgemeine Ausgrenzung bereits zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft. 1939 nahm der Verein einen neuen Arierparagraphen in seine Satzung auf und verbot Juden damit den Zutritt. Um dieses dunkle Kapitel der Vereinsgeschichte aufzuarbeiten, werden beispielhaft die Biografien sieben jüdischer Mitglieder vorgestellt: engagierte und gebildete Hamburger, die auf den Rechtsstaat vertrauten und sich auf vielfältige Weise für ihre Heimatstadt einsetzten. Zu Ihnen zählten Agathe Lasch, Deutschlands erste Germanistikprofessorin an der Hamburgischen Universität oder Max Eichholz, der als Anwalt und Bürgerschaftsabgeordneter für ein reformiertes Jugendrecht, für den Abbau von Klassenschranken und gegen den erstarkenden Antisemitismus kämpfte. Doch ihre Position, ihre Bildung und ihr Engagement konnten die porträtierten jüdischen Hamburger vor brutaler Ausgrenzung und Verfolgung nicht schützen.

Veröffentlichungen der Landeszentrale für politische Bildung

Die aufgeführten Bücher sind gegen eine Bereitstellungspauschale von 2,- Euro im Info-Laden der Landeszentrale für politische Bildung, Altstädter Straße 11, erhältlich.

Die Verfolgung und Ermordung der Hamburger Juden 1933-1945
Neben sieben Aufsätzen zeigen auch zehn Zeugnisse die leidvollen Erfahrungen von ermordeten Hamburger Juden zwischen 1933 und 1945 auf. Ein anschließender Rundgang nimmt den Leser mit auf eine Spurensuche im Grindelgebiet mit Erläuterungen zur Geschichte der Verfolgung. Das Buch enthält zusätzlich Portraits der 50 Personen, für die an diesem Weg Stolpersteine gesetzt wurden. Die Namen, Adressen, Geburts- und Todesdaten der Menschen, an die mit Stolpersteinen in Hamburg erinnert wird, sind in einer Liste festgehalten.

Stolpersteine in Hamburg-Altona
81 Biographien von Personen aus den Stadtteilen Altona-Altstadt, Altona-Nord, Ottensen, Bahrenfeld, Othmarschen, Groß Flottbek, Nienstedten, Blankenese und Iserbrook, zusammengestellt von Birgit Gewehr. Sie hat mit ihren Mitautoren recherchiert und die Leidensgeschichten jeder Person in diesem Buch niedergeschrieben.

Stolpersteine in Hamburg-Hamm
146 Biographien von Personen aus dem Stadtteil Hamm, zusammengestellt von Hildegard Thevs. Sie hat mit ihren Mitautoren recherchiert und die Leidensgeschichten jeder Person in diesem Buch niedergeschrieben.

Stolpersteine in Hamburg-Winterhude
200 Biographien von Personen aus Winterhude und der Jarrestadt, zusammengestellt von Ulrike Sparr. Sie hat mit ihren Mitautoren recherchiert und die Leidensgeschichten jeder Person in diesem Buch niedergeschrieben.

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