| Stiftungshauptstadt Hamburg |
In
keiner anderen Stadt hat das bürgerliche Engagement der Bürger für ihre
Stadt eine derart lange Tradition. Immerhin stammt die älteste Stiftung
– das Hospital zum Heiligen Geist – aus dem Jahre 1227.
Stiftungen verbinden Freiheit mit Verantwortung, Selbstverwirklichung mit
Gemeinnutz. Die Stifter leben mit ihrem Engagement vorbildlichen Bürgersinn
vor. Ohne seine Stifter wäre Hamburg nicht zu der blühenden Metropole
geworden, die sie heute ist.
Seit 2005 ist die Stiftungsaufsicht bei der Justizbehörde konzentriert.
Dies hat zu einer Beschleunigung der Anerkennungsverfahren geführt, weil die
Stifter nur einen Ansprechpartner haben.
Mit dem neuen Hamburgischen Stiftungsgesetz wurden die gesetzlichen
Rahmenbedingungen für die Stiftungen in Hamburg verbessert.
Das Vermögen der hamburgischen Stiftungen beläuft sich auf ca. 4
Milliarden Euro, es verteilt sich auf folgende Bereiche: Soziales,
Ausbildung, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Umwelt und
Naturschutz, Gesundheitswesen, Kirchen.
Hamburg baut seine Stellung als Stiftungsmetropole weiter aus. Im Jahr
2008 kamen
54 neue Stiftungen hinzu. Damit kommt die Hansestadt auf 1.131
Stiftungen.
Die Justizbehörde will den Stiftungsboom weiter forcieren. Seit 2007
werden für die Anerkennung gemeinnütziger Stiftungen keine
Verwaltungsgebühren
mehr erhoben.
Traditionell wurden Stiftungen in Deutschland durch Einzelpersonen oder
Ehepaare gegründet. Seit den 1990er-Jahren ist ein neuer Typ von Stiftungen
hinzu gekommen. Er beruht auf der in den USA entstandenen Idee der "Community
Foundations". Darunter versteht man Gemeinschaftsstiftungen vieler Bürger.
Sie tun sich zusammen zu gemeinnützigen Zwecken in einer Stadt oder Region.
In solchen Bürgerstiftungen engagieren sie sich finanziell oder persönlich,
übernehmen Verantwortung und gestalten die Gesellschaft mit.
In Deutschland sind seit 1996 bereits über 80 Bürgerstiftungen neuer Prägung
entstanden.
Stiftungshauptstadt Hamburg
2008: 67 neu
gegründete Stiftungen in 2007
Die Stiftungsmetropole Hamburg hat einen
neuen Rekord zu verzeichnen: Noch nie wurden so viele Stiftungen ins Leben
gerufen wie im vergangenen Jahr. Mit 67 Neugründungen in 2007 – das sind
rund 45 % mehr als im Vorjahr – erreicht der Stiftungsboom einen weiteren
Höchststand. Zum Stichtag 1. Januar 2008 engagierten sich 1.077 Stiftungen
in der Hansestadt.
Das Stiftungswesen in Hamburg hat eine lange Tradition. Immer mehr Menschen
entscheiden sich, Ihr Vermögen in eine eigene Stiftung zu geben und auf
diese Weise das gesellschaftliche Leben der Stadt mitzugestalten. Das
Gesamtvermögen der Hamburger Stiftungen beläuft sich jetzt auf rund 4,6
Milliarden Euro. Davon kommen etwa 40 % sozialen Zwecken zugute.
In den vergangenen Jahren ist in Hamburg ein rechtliches und
organisatorisches Umfeld entstanden, das diesen Gedanken fördern soll: Ein
liberales Stiftungsrecht und eine konzentrierte Stiftungsaufsicht
gewährleisten ein unkompliziertes und zügiges Verfahren und eine
einheitliche Anlaufstelle für alle stiftungsrechtlichen Angelegenheiten. Für
die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung werden seit gut einem Jahr keine
Verwaltungsgebühren mehr erhoben. Darüber hinaus hat sich Hamburg auf
Bundesebene erfolgreich dafür eingesetzt, den Steuerfreibetrag bei Spenden
in den Vermögensstock einer Stiftung auf 1.000.000 Euro anzuheben.
Anstiften!
50 Impulse für Hamburg – In ihrem Jubiläumsjahr setzt die
Körber-Stiftung auf neue Partnerschaften für gesellschaftlichen Fortschritt.
2009 wird die Körber-Stiftung 50, ihr Stifter Kurt A. Körber wäre 100
geworden. Ein doppelter Grund mehr, als nur zu feiern. Mit "Anstiften! 50
Impulse für Hamburg" startet die Körber-Stiftung einen Wettbewerb: Gesucht
werden 50 Projektideen, die Hamburg voranbringen. 50 mal 5.000 Euro stellt
die Körber-Stiftung dafür zur Verfügung. Und sie sucht 50 Hamburger
Unternehmen, die mit nochmals je 5.000 Euro Partner eines der Projekte
werden.
Die Stiftungsinitiative "Anstiften! 50 Impulse für Hamburg" bringt so die
Menschen zusammen, die sich für Hamburg einsetzen und schafft ein
gesellschaftliches Innovationskapital von einer halben Million Euro. Unternehmen
und gemeinnützige Initiativen ziehen an einem Strang und entwickeln eine
neue Form der freiwilligen Zusammenarbeit für die Gesellschaft.
Bewerben können sich bestehende und neue gemeinnützige Hamburger Projekte,
Vereine, Schulen, Sozialeinrichtungen und Initiativen aus den Bereichen
Bildung, Erziehung, Kunst, Kultur, Völkerverständigung, Jugend- und
Altenhilfe sowie Umwelt.
Wichtig ist: Die Initiative muss neu sein. 50 von ihnen werden von einer
unabhängigen Jury mit 16 Hamburger Experten unter dem Vorsitz von Jörg
Pilawa ausgewählt. Alle Gewinner erhalten 5.000 Euro von "ihrem"
Partnerunternehmen und 5.000 Euro von der Körber-Stiftung. Unterstützt wird
"Anstiften!" von der Handelskammer und der Handwerkskammer Hamburg. Auch
ihnen ist es zu verdanken, dass bereits viele Unternehmen zu "Anstiftern"
wurden. Weitere interessierte Unternehmen sind herzlich willkommen. Für
Bewerbungen und weitere Informationen:
www.hamburg-anstiften.de
Rudolf-Ballin-Stiftung e. V.
Weidestraße 126, 22083 Hamburg
Telefon 0 40/270 70 20
E-Mail
Geschaeftsstelle@rudolf-ballin-stiftung.de
Bürger-Stiftung Hamburg
Mittelweg 120,
20148 Hamburg
Telefon 0 40/87 88 96 96-0,
Fax 0 40/87 88 96 96-1,
E-Mail info@buergerstiftung-hamburg.de
Stiftung Hamburg Maritim
Das maritime Erbe Hamburgs
Australiastraße Schuppen 52 a
20457 Hamburg
Telefon 0 40/75 11 469-10
E-Mail
info@stiftung-hamburg-maritim.de
| Buchtipp: In Hamburg stiften gehen |
von
Michael Göring, Verlag Ellert & Richter, 150 Seiten, Preis 9,95 Euro
Spaziergänge durch Deutschlands Stiftungshauptstadt
Kein Bundesland in Deutschland zählt im Verhältnis zu seinen Einwohnern
so viele Stiftungen wie Hamburg. Selbst die Alsterfontäne, die von April bis
Ende Oktober das Alsterwasser täglich bis zu 60 m hoch hinauf schießen
lässt, verdankt ihren Fortbestand einer Stiftung.
Fünf Spaziergänge durch die
Stadt zeigen, wie deutlich sich das Bürgerengagement von Mäzenen und
Stiftern in zentralen Gebäuden und Einrichtungen widerspiegelt. Von St.
Katharinen bis zum Ballindamm kann man die Orgel für Bach in St.
Katharinen, die Patriotische Gesellschaft von 1765, das Bucerius Kunst Forum
oder die Hapag-Lloyd-Stiftung kennen lernen.
Von den Landungsbrücken bis in die HafenCity sind die Stiftung der
Hamburger Admiralität, die Körber-Stiftung, die Stiftung Elbphilharmonie und
die Stiftung maritim mit ihrem Engagement zu bewundern. Auf einem Rundgang
durch die Innenstadt haben sich Stifter unter anderem für die Öffentlichen
Bücherhallen, die Kunsthalle, das Museum für Kunst und Gewerbe eingesetzt.
Auf dem Spaziergang vom Gänsemarkt zum hamburgmuseum geht es vorbei an
der Staatsoper, der Bucerius Law School, der Laeisz-Musikhalle, der
Carl-Töpfer-Stiftung in der Petersstraße bis zum Museum für Hamburgische
Geschichte.
Auf dem fünften Spaziergang von der Universität zu Alster lernen Sie die
die Helmut und Hannelore Greve Stiftung mit ihrem herausragenden Engagement
für die Universität, das Museum für Völkerkunde, die ZEIT-Stiftung Ebelin
und Gerd Bucerius, die Staatliche Jungendmusikschule oder das Literaturhaus
kennen.
Nehmen Sie
sich die Zeit und lernen Sie die Stiftungshauptstadt Deutschlands auf
spannenden Spaziergängen kennen:
Sie sehen die kleinen und großen, die alten
und ganz neuen Stiftungen und erfahren viel über den typischen
republikanischen Geist dieser Stadt und ihrer Bürger.
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