| Hamburg gestern und heute |
Die Hammaburg
832 wird die "Hammaburg" das erste Mal urkundlich erwähnt. Im Schutz der
erzbischöflichen Burg entsteht ein Marktflecken, der trotz Zerstörungen durch Wikinger
und Wenden stetig wächst.
Der Hafen
1188 wird die Neustadt gegründet, und die ersten Hafenanlagen am oberen
Nikolaifleet werden gebaut. Dies ist die Keimzelle für den späteren Welthafen. 1189
erhält Hamburg von Kaiser Barbarossa einen Freibrief, der den Bewohnern der Stadt
zollfreie Fahrt bis zur Nordsee gestattet. Heute hat Hamburg den größten Seehafen Deutschlands. Der
offene Tidehafen ohne Schleusen ist jederzeit erreichbar. Hamburg gehört zu den
wichtigsten Seegüterumschlagplätzen der Welt. Von besonderer Bedeutung ist der
Containerumschlag.
Die Hanse
Der Hanse, dem Handelsbündnis der wichtigsten norddeutschen Städte, tritt Hamburg
1321 bei und entwickelt sich in der Folge zum bedeutenden Warenumschlagplatz zwischen
Ostsee und Flandern. Heute haben in Hamburg, dem "Tor zur Welt", 3000
Im- und Export-Handelsfirmen ihren Sitz. Damit ist Hamburg, noch vor New York, Weltspitze
als Außenhandelszentrum.
Die Seeräuber
Im 13. Jahrhundert machen immer mehr Seeräuber die Nordsee
unsicher und plündern Hamburgische Handelsschiffe. Die Stadt geht mit Kriegsschiffen
gegen die "Likedeeler" (Teiler zu gleichen Teilen) vor, von denen viele 1401
gefangen genommen und hingerichtet werden. Auch Klaus Störtebeker ist
darunter, dessen Bronze-Denkmal in der Osakaallee (ehemals Brooktor) in der Speicherstadt noch
heute an diese Begebenheit erinnert.
Die Börse
1558 wurde in Hamburg die erste Börse Deutschlands gegründet. Auch heute ist
Hamburg ein wichtiger Börsenplatz für Wertpapiere, Waren und Versicherungen.
Freie und Hansestadt
1806-1814 halten Napoleons Truppen die Stadt besetzt. Nach dem Ende der
Franzosenzeit wird Hamburg als "Freie und Hansestadt" Mitglied des Deutschen
Bundes.
Der Große Brand
1842 entsteht in einem der alten Speicherhäuser in der Deichstraße am Hafen ein
Brand, der erst in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofes, am Straßenzug Brandsende,
gestoppt werden kann. Nahezu ein Drittel der Stadt wird zerstört.
"Operation Gomorrha"
Von den Luftangriffen, die die Stadt Hamburg im Juli 1943 im Zuge der
"Operation Gomorrha" heimsuchten, forderte der Angriff in der Nacht vom
27./28. Juli die meisten Opfer. Mehr als 700 Bombenflugzeuge der Royal Air
Force werfen Tausende von Sprengbomben und Brandbomben über Hamburg ab.
Nachdem die Sprengbomben Breschen in die Häuser geschlagen hatten, begannen
die Brandbomben ihr infernalisches Werk.
www.bombenkrieg-gegen-hamburg.de

Freihafen und Speicherstadt
1888 werden der Freihafen und die Speicherstadt eröffnet. Anlass ist durch
Bismarck forcierte Zollanschluss an das Deutsche Reich. Nicht mehr die ganze
Stadt, sondern
nur noch der Freihafen ist jetzt Zollausland gegenüber dem übrigen Deutschland.
Heute befindet sich in der Speicherstadt der größte
zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt, in dem Gewürze, Kaffee, Kakao, Tabak und
Teppiche lagern, aber auch moderne Fertiggüter wie Computer.
Hamburg heute
Hamburg hat heute 1.757.030 Millionen Einwohner (Stand März 2007); mit den 6 Landkreisen in der Region sind es
2,8 Mio. Die Fläche des Stadtstaates umfasst 755 km².
Hamburg ist Wirtschaftsmetropole und Außenhandelsplatz. Das
Pro-Kopf-Einkommen ist größer als in jedem anderen Bundesland. Es gibt in Hamburg
105 Konsulate (Stand Februar 2009), damit liegt die Stadt vor New York und
Hongkong auf Platz 3 in der Welt.
Aber Hamburg ist auch Medien- und Kulturstadt.
Hier erscheinen
auflagenstarke Publikationen wie Stern, Zeit, Spiegel, HörZu und Bild.
Die Hamburger Staatsoper ist die älteste Bürgeroper
Deutschlands, gegründet 1678. 1765 wurde das Deutsche Schauspielhaus, mit 1.300
Sitzplätzen das größte Sprechtheater Europas, eröffnet.
Und schließlich gibt es in Hamburg noch:
62 km Fleete und fast 2.700 Brücken, überdurchschnittlich viele Parkanlagen, erheblich
sauberere Luft als in anderen deutschen Großstädten.
Unser Tipp:
Kleine
Hamburger Stadtgeschichte
von Matthias Gretzschel, Verlag Friedrich Pustet, 164 Seiten, Preis
12,90 Euro.
Matthias Gretzschel, Kulturredakteur beim "Hamburger Abendblatt" und
Autor zahlreicher kulturgeschichtlicher Sachbücher, Bildbände und
Reiseführer erzählt vom wechselvollen Schicksal der Hansestadt Hamburg.
Beginnend beim Benediktinermönch Ansgar, der 831/32 zu Missionszwecken an
die Elbe kam, sich jedoch 845 mit kostbaren Reliquien aus dem Mariendom vor
den Wikingern nach Bremen retten musste. 1016 wird mit der neuen Burg am Alsterufer die Neustadt
gegründet. 1216 schließt sich die bischöfliche Altstadt mit der gräflichen
Neustadt zusammen, 1230 wird das erste Rathaus gebaut. Die Bevölkerung
wächst rasch, sodass es 1235 nötig wird, eine neue Mühle zu bauen. Adolf IV
staut dazu den Alsterfluss mit dem Reesendamm zu einem See an, die
Binnenalster entsteht, die noch heute maßgeblich das Gesicht der Hamburger
Innenstadt prägt.
Spannend wird geschildert, dass die von Kaiser Barbarossa gewährten Privilegien
nie schriftlich festgehalten wurden. Die findigen Ratsherren wussten sich
jedoch zu helfen. Um die Hafen- und Handelsstadt vor den wirtschaftlichen
Erpressungen der Bremern Kirchenfürsten zu retten, ließen sie
einen vorzüglichen Kalligrafen für viel Geld den kaiserlichen Freibrief von
Barbarossa, auf 1189 datiert, erstellen, auf den sich die Hamburger noch
heute berufen und der jährlich mit dem Hafengeburtstag gefeiert wird.
Im 12. Jahrhundert schließen sich die Kaufleute des Ostseeraumes zu einem
Städtebund zusammen, der sich bald zur mächtigen Hanse entwickelt und für
die Hamburg eine wichtige Rolle spielt.
Trotz der starken Hanse wird den Kaufleuten von Seeräubern das Leben schwer
gemacht, sie fügen ihnen empfindliche Verluste zu. Allen voran der Anführer
der Vitalienbrüder,
Klaus Störtebeker, der sein Kapergut teilweise an die
Armen verschenkt, nach einer idealisierten Überlieferung.
Nachdem die Reformation von 1517 in Hamburg schnell an Zustimmung gewann
und mit großer Besonnenheit durchgeführt wurde, werden der Ablasshandel
abgeschafft, nach und nach alle Klöster geschlossen und dafür die so
genannten "Gotteskästen" gegründet, mit deren Mitteln Arme und Kranke
unterstützt wurden. Sie erhielten praktisch die Funktion der ersten
Sozialämter.
In den folgenden Jahrzehnten treffen die Hamburger immer wieder
Entscheidungen, mitunter für sehr viel Geld, die die Stadt wirtschaftlich
weiter voranbringen und die Sicherheit der Stadt stärken. Der Handel über die
Elbe floriert, bis sich zuerst Glückstadt, später dann das tolerante
Altona,
beide unter dänische Herrschaft, zur Konkurrenz entwickeln.
1615 wird Hamburg zur freien Reichsstadt erklärt, nachdem sich die Stadt
lange dagegen gewehrt hatte.
Mit wachsendem Wohlstadt wächst auch das Bedürfnis nach Kultur. 1678 wurde
das erst deutsche bürgerliche Opernhaus am Gänsemarkt eröffnet, auch die
Geburtsstunde für Hamburg als Musikstadt. Bedeutende Komponisten,
Dirigenten und Literaten wie Händel, Telemann, Lessing oder Klopstock kamen
nach Hamburg.
Wahrhaft "fürstliche Gärten" entstanden, die zur Repräsentation, der Erholung
und Erbauung dienten. Seltene, teure und exotische Pflanzen gab es darin zu
sehen, die dank des Seehandels nach Hamburg kamen.
1765 wird die Hamburgische Gesellschaft zur Förderung der Künste und
nützlichen Gewerbes gegründet, die bis heute unter dem Namen "Patriotische
Gesellschaft" Wissenschaft, technische Entwicklung und Kultur unterstützt.
Schon 1770 wird ein Zahlenlotto eingeführt.
Das 19. Jahrhundert beginnt jedoch wenig verheißungsvoll. 1806 marschieren
französische Soldaten ein und fügen der Stadt erhebliche wirtschaftlichen
Schaden zu, bringen jedoch auch den Code Napoleon in die Stadt und damit die
längst überfällig Modernisierung der Hamburger Verfassung. Leider wird nach
dem Abzug der Franzosen die Zeit wieder zurückgedreht und die alte
Verfassung von 1712 wieder aktiviert.
Die bedeutenden positiven Ereignisse der folgenden Jahren sind der
Einlauf des ersten Dampfschiffes im Hamburger Hafen, die Eröffnung des
Stadttheaters am Dammtorstraße 1827, die Gründung des "Rauhen Hauses" durch
Johann Hinrich
Wichern 1833, bis am 5. Mai 1842 in der Deichstraße 42 ein Brand
ausbricht, der große Teile der Hamburger Innenstadt zerstört. Obwohl 1.150
Feuerwehrleute im Einsatz sind, wird der Ernst der Lage viel zu spät
erkannt, Fehlentscheidungen verzögern dringend erforderliche Sprengungen,
die, als sie endlich erfolgen, dem Feuer Einhalt gebieten. Am 8. Mai ist die
Gefahr vorüber, aber Hamburg hat 51 Tote, 130 Verletzte und 20.000
obdachlose Menschen zu beklagen. Rathaus, Kirchen und viele historische
Gebäude sind dem Brand zum Opfer gefallen. Dank einer enormen Hilfswelle aus
ganz Deutschland, Europa und sogar den USA, Südamerika, Asien und Afrika
kann der Neuanfang mit einem zukunftsweisenden Gesamtkonzept für eine
moderne Stadt zügig vorangetrieben werden. Damals entstehen die
Alsterarkaden und die
Alte Post. Auf ein neues
Rathaus müssen die Hamburger
jedoch noch einige Jahre warten.
Während der wirtschaftliche Aufschwung voranschreitet, gibt es auf der
anderen Seite bittere Armut. Auch die 1848er Revolution ändert daran nichts.
Viele sehen ihre Chance nur in der neuen Welt. Damit beginnt eine
Ausreisewelle ungeahnten Ausmaßes: Bis 1914 verlassen 3,6 Mio. Menschen ihr
Heimat, um in ein neues Leben zu starten.
Ein neuer, leistungsfähiger Hafen entsteht in der 2. Hälfte des 19.
Jahrhundert und ist der Grundstein für Hamburgs wirtschaftliche Entwicklung.
1892 kommt es wiederum zu einer Katastrophe für Hamburg, die Cholera bricht
aufgrund der erbärmlichen hygienischen Verhältnisse aus. Mehr als 16.000
Menschen erkranken und 8.605 Menschen müssen sterben.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzt sich der Aufschwung fort. Hamburg
bekommt einen Bahnhof, bald auch eine Straßenbahn und den
ersten Elbtunnel.
Der Schiffsbau floriert, bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges, der wieder
Hunger und Elend über die Stadt bringt. Sein Ende ist auch gleichzeitig das
Ende des Kaiserreichs. Mit dem Neubeginn entsteht ein völlig neues
Lebensgefühl. Tanzlokale, Spielsalons, Lichtspieltheater und Varietés
entstehen in der Stadt. Der Lebenslust wird erst ab 1933 Einhalt geboten,
als Hitler zum Reichskanzler ernannt wird und bald darauf die NSDAP in
Hamburg regiert. Damit beginnt wiederum ein leidvolles Kapitel der Hamburger
Geschichte, das mit der Operation Gomorrha und dem anschließenden Feuersturm
seinen Höhepunkt findet. Nach den Bombenangriffen vom 28. Juli 1943 ist die
Stadt zerstört, 34.000 Todesopfer und fast 1 Mio. obdachlose Menschen. Und
es dauert noch fast zwei Jahre, bis der Krieg wirklich zu Ende ist.
Der Neuanfang nach dem Krieg ist von zahlreiche Ereignissen geprägt:
Publizistischer Neubeginn sind die ersten Ausgaben der "Zeit", der "Welt"
und bald darauf des "Hamburger Abendblattes". Erste Hochhäuser entstehen am
Grindel, das Wirtschaftswunder und der kulturelle Aufbruch beginnen in den
50-Jahren. Es geht voran, bis 1962 die große Flut die Stadt verwüstet, 315
Tote und 20.000 Obdachlose hinterlässt. Wie alle anderen Katastrophen
meistert Hamburg auch diese.
Nach dem Fall der Mauer rückt die Stadt ins Zentrum des neuen Europas, der
Hafen boomt, die Wirtschaft wächst. 1997 verkündet der damalige Bürgermeister
Henning Voscherau das Jahrhundertprojekt "Hafencity" und die Erweiterung der
Hamburger Innenstadt, deren neues Wahrzeichen die
Elbphilharmonie werden
soll.
Über die Geschichte der Stadt Hamburg sind zahlreiche Bücher geschrieben
worden. Matthias Gretzschel ist es jedoch gelungen, in einer konzentrierten
Form über 1.000 Jahre historisch fundiert, spannend, unterhaltsam und
informativ zugleich zu beschreiben. Für jeden Hamburger und Liebhaber der
Hansestadt ein wunderbarer Einstieg, um sich mit der Historie dieser schönen
Stadt vertraut zu machen. Eine ausführliche Zeittabelle ergänzt das Buch.
Hörbuch zum 165. Jahrestag der Brandkatastrophe: "Hamburg brennt! Der
Große Brand von 1842"
Spieldauer ca. 80 Minuten, Preis 14,90 Euro
Hamburgs große Brandkatastrophe im Mai 1842
legte ein Drittel der Hansestadt in Schutt und Asche, zerstörte sieben
Kirchen, das Rathaus, 60 Schulen, 1749 Häuser, 102 Speicher und forderte
51 Todesopfer. Dieser Große Brand führte aber auch zu einer ungeahnten
Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität aus den anderen deutschen
Staaten. Herbeigerufen wurden die Hilfskräfte mittels der optischen
Telegrafenlinie, die erst vier Jahre zuvor eingerichtet worden war. Die
erhalten gebliebenen, aber kaum bekannten Protokolle der
Telegrafenbeamten vom 5. bis 8. Mai 1842 werfen ein erschütterndes
Schlaglicht auf die Hilflosigkeit der Hamburger und das Ausmaß der
Zerstörung. Sie stammen aus dem Archiv des Museums für Kommunikation
Hamburg.
Als zweite, seit 1842 nicht wieder aufgelegte Quelle dient das
"Hansa-Album", eine "Gabe der deutschen Schriftsteller für die Ärmsten
der in Hamburg Abgebrannten und zugleich ein würdiges Denkmal des
Brandes und seiner Folgen", wie es im Nachwort heißt. Einige der
schönsten Texte – Prosa und Lyrik – u. a. von Johann Peter Eckermann,
Eduard Mörike, Georg Herwegh und Lebrecht Dreves sind auf diesem Hörbuch
zum ersten Mal seit 165 Jahren wieder veröffentlicht. Sie offenbaren,
neben der Auseinandersetzung mit der Katastrophe, auch den Wunsch nach
einem Neuanfang und – ganz der Zeit des Vormärz entsprechend – nach
einer freien Presse und der Aufhebung der Kleinstaaterei. So endet das
Hörbuch mit den Worten des Literaten und Universitätsprofessors Robert
Prutz (1816-1872) aus Halle: "Möge Hamburgs Feuerschein Morgenrot der
Freiheit sein!"
Die bekannten Hamburger Schauspieler Rolf Becker, Gerd Baltus und Vera
Lohr bringen die dramatischen Geschehnisse von 1842 eindrucksvoll zu
Gehör. Die Musikbeiträge stammen vom Hamburger Musiker Jochen Wiegandt.
"Hamburg damals" - Zeitgeist, Ereignisse,
Erinnerungen 1950 bis 1954
ARD-Video, Laufzeit: ca. 64 min., Preis 26,99 Euro
Hamburg zur Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders: Der Wiederaufbau ist
in vollem Gange. Die Menschen sehen mit Optimismus in die Zukunft. Es gibt
wieder alles. Die Dokumentation "Hamburg damals" lässt die Zeit
der frühen 50-er Jahre lebendig werden. Der Film lädt ein zu einer
spannenden und interessanten Zeitreise - und wecken Erinnerungen!
Hamburg ist wieder das Tor zur Welt! Zahlreiche Filmdokumente spiegeln
das Lebensgefühl dieser Zeit wider. Nostalgische Erinnerungen nicht nur für
jene, die die Zeit selbst miterlebten. Auch den jüngeren Zuschauern
vermittelt dieser Film einen plastischen Eindruck vom Zeitgeist der frühen
50er Jahre. Ein Zusammenschnitt der Reihe "Hamburg damals", die regelmäßig
im Hamburg Journal des NDR gezeigt wird und die sich großer
Beliebtheit erfreut. Aus diesem Grund hat das Hamburg Journal erstmalig das
Material zusammengefasst. Eine Fortsetzung ist geplant.


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