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"Hamburger Köpfe"

Max M. Warburg
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Joseph Carlebach
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Georg Philipp Telemann


Peter Schulz – Erinnerungen eines Hamburger Bürgermeisters
Die Reemtsmas – Geschichte einer deutschen Unternehmerfamilie
Albert Darboven – Aus Freude am Leben
Theodor Haubach (1896 - 1945)
Loki – Hannelore Schmidt erzählt aus ihrem Leben
Helmut Schmidt
Hamburgische Biografie – Personenlexikon in drei Bänden

Hamburger Köpfe: Max M. Warburg

Hamburger Köpfe: Max M. Warburg, direkt bei Amazon bestellenvon Gabriele Hoffmann, Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Verlag Ellert & Richter 2009, 248 Seiten, Preis: 19,95 Euro

Als zweiter Sohn der jüdischen Bankiersfamilie am 5. Juni 1867 in Hamburger Viertel "Klein-Jerusalem" im Grindelviertel geboren, trat Max Warburg nach seiner Ausbildung in das väterliche Unternehmen ein.

Mit innovativen Ideen und Wagemut hat der herausragender Bankier Max Warburg dazu beigetragen, dass aus der kleinen Bank M. M. Warburg & Co. eine der größten Privatbanken in Deutschland wurde. Sein Rat als Finanzexperte war in der Kaiserzeit und in der Weimarer Republik gleichermaßen gefragt.

In Hamburg engagierte sich Max Warburg für die Gründung der Universität, des Überseeclubs und der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek seines Bruders Aby.

Der Bankier Max Warburg (1867-1946) hat 75.000 Juden vor dem tödlichen Zugriff der Nationalsozialisten gerettet. Durch seine Einflussnahme konnte er Zehntausenden Juden zur Emigration verhelfen, bis er schließlich selbst 1938 zum Verkauf seiner Bank gezwungen wurde und in die USA emigrierte. Er blieb so lange in Deutschland, wie es möglich war, denn er sah es als seine Pflicht als reicher Bankier, den Armen und Schwachen zu helfen. Wie er dies vermochte, dieser Frage geht Gabriele Hoffmann in der ersten Biografie dieses großen Hamburgers nach. Er starb 1946 in New York.

Gabriele Hoffmann ist promovierte Historikerin, arbeitet als Journalistin für Rundfunkanstalten und Zeitschriften und hat sehr erfolgreiche Biografien und Sachbücher geschrieben, darunter "Constantia von Cosel und August der Starke", "Frauen machen Geschichte" und "Das Haus an der Elbchaussee. Die Geschichte einer Reederfamilie". Das Warburg-Archiv in Blankenese hat der Autorin uneingeschränkte Einsicht gewährt udn damit diese beeindruckende Biografie ermöglicht.Jetzt bestellen bei amazon.de

 

Hamburger Köpfe: Hans Schmidt-Isserstedt

Hamburger Köpfe: Hans Schmidt-Isserstedtvon Hubert Rübsaat, Hamburger Köpfe. Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius 2009, 160 Seiten und CD, Preis: 19,95 Euro

Hans Schmidt-Isserstedt (1900-1973) gehörte nach 1945 zur internationalen Dirigentenelite und genoss vor allem als Mozartinterpret einen hervorragenden Ruf. Bekannt wurde er auch durch die Aufführung der im Dritten Reich verbotenen Komponisten und der Förderung von zeitgenössischer Musik. Die britische Besatzungsbehörde beauftragte ihn, ein Sinfonieorchester für den neuen Nordwestdeutschen Rundfunk, den späteren NDR, aufzubauen. In kurzer Zeit gelang es ihm, ein Orchester zu formen, das schon bald zu den besten Europas und sogar der Welt gezählt wurde. Auch als Gastdirigent war Schmidt-Isserstedt sehr gefragt, der insgesamt 114 Orchester in allen Erdteilen geleitet hat. Ein Rückblick auf sein Leben spiegelt gleichzeitig die politische und gesellschaftliche Situation und die Lage der Kultur und der Künstler in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und nach 1945 wider.

Der freie Journalist und Publizist Hubert Rübsaat, geb. 1941 in Köln, hat mit seiner Biografie über Hans Schmidt-Isserstedt, den zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Dirigenten wieder ins Bewusstsein gerückt. Der 1900 in Berlin geborene Hans Schmidt (die Eltern fügten erst 1928 den Mädchennamen der Mutter "Isserstedt" hinzu, um sich von den viele Schmidt in Berlin zu unterscheiden), war nach kurzen Studienaufenthalten in der Meisterklasse bei Franz Schreker, bei dem er jedoch "nicht viel gelernt habe". Seine musikalischen Lehrjahre führten in die Provinz.

1928 heiratete er die Jüdin Gerta Herz, trennte sich jedoch 1935 wieder von ihr, da er zweimal wegen dieser Ehe entlassen wurde. Mit dem Ruf zum Ersten Kapellmeister an der Hamburgische Staatsoper und der Heirat einer zweiten Frau, der Ballettmeisterin Helga Swedlund, ging es jedoch beruflich und privat wieder bergauf. 1943 wird Schmidt-Isserstedt Operndirektor in Berlin, bis die Familie, ausgebombt und auf der Flucht vor den Russen, im Frühjahr 1945 Zuflucht in Holm bei Wedel sucht. Es folgte eine entbehrungsreiche Zeit, doch schon bald wurde Schmidt-Isserstedt zum Gründungsdirigenten des Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg ernannt.

Der Klangkörper entwickelte sich unter seiner Leitung rasch zu einem kulturellen Highlight der Stadt. Es folgten Gast-Konzerte des Orchesters im gesamten Sendegebiet. Neben seiner anstrengenden Arbeit im Funkhaus, kehrte Schmidt-Isserstedt auch an das Dirigentenpult der Hamburgischen Staatsoper zurück, wo seine Frau Helga Swedlund wieder als Ballettmeisterin tätig war.

Es folgten Konzertreisen in Europa, später auch in die Sowjetunion und die USA sowie Gastdirigate bedeutender Orchester. Mit seinem Rücktritt vom Chefposten des NDR-Sinfonieorchesters am 31. Juli 1971 wurde Schmidt-Isserstedt zum Ehrendirigenten auf Lebzeit ernannt. Er starb am 28. Mai 1973 in Holm.

Beiliegende CD enthält Aufnahmen des NDR Sinfonieorchesters unter der Leitung von Hans Schmidt-Isserstedt von Mozart und Beethoven über Brahms und Sibelius bis hin zu Strawinsky und Liebermann.Jetzt bestellen bei amazon.de


 

Rostock, Hamburg und Shanghai

Rostock, Hamburg und Shanghai - Erinnerungen eines Hamburger Bürgermeisters, direkt bei Amazon bestellenErinnerungen eines Hamburger Bürgermeisters

von Peter Schulz, mit einem Vorwort von Helmut Schmidt
Edition Temmen 2009, 424 Seiten, Preis: 22,90 Euro

25 Jahre lang war Peter Schulz im Hamburger Rathaus tätig. Als SPD-Abgeordneter der Bürgerschaft von 1961 an, als Justiz- und als Bildungssenator, als Erster Bürgermeister und zuletzt als Präsident der Bürgerschaft bis 1986. Nicht als Mann der lauten Rede, sondern als Mann der lauteren Tat und als Politiker aus Leidenschaft und Überzeugung hat er viel für seine Heimatstadt Rostock und seine zweite Heimat Hamburg geleistet.

Helmut Schmidt vergleicht in seinem sehr persönlichen Vorwort Schulz' Erinnerungen treffend mit einem Kaleidoskop. Sie enthalten spannende Stücke aus der NS- und der DDR-Diktatur, sie zeigen eine lebenslange Liebes- und Ehegeschichte und gewähren Einblicke in das Hamburger Rathaus und die deutsche Sozialdemokratie in Ost und West. Und darüber hinaus ist es der erfolgreiche Rechtsanwalt Peter Schulz, der in ungeschminkten Worten aber ohne Häme Rückschau hält.

Im letzten Teil seiner Erinnerungen beschreibt Schulz, wie er buchstäblich über Nacht in das Zentrum der "Barschel-Affäre" geriet, führt den Leser ins abenteuerliche Rostock der Zeit des Mauerfalls und erzählt schließlich von seinen politischen und beruflichen Erfahrungen als westlicher Anwaltspionier in Peking und Hamburgs Partnerstadt Shanghai.

Siegfried Lenz greift in seinen als Nachwort beigefügten Betrachtungen zur Darstellung von Vergangenheit auf, was dem Autor mit seinen Erinnerungen auf jeder Seite gelungen ist: Erzählen mit Kunst und Kenntnis.

Jetzt bestellen bei amazon.deDr. h. c. Peter Schulz, geb. 1930, ist Rechtsanwalt und war 1971 bis 1974 Präsident des Hamburger Senats und von 1978 bis 1986 mit kurzer Unterbrechung Präsident der Bürgerschaft. Seine Anwaltsozietät ist mit 26 Rechtsanwälten und Juristen in Hamburg, Rostock undShanghai tätig.

 

Hamburger Köpfe: Eduard Bargheer

Hamburger Köpfe: Eduard Bargheerepfer von Volker Plagemann, Hrsg. von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Verlag Ellert & Richter, 160 Seiten, Preis 14,90 Euro

Das Werk des Finkenwerders Eduard Bargheer (1901-1979) wurde im 20. Jahrhundert der wichtigste Beitrag Hamburgs zur Malerei der Moderne.

Eduard Bargheer wurde 1901 als Sohn eines Lehrers geboren. Nach einer Ausbildung zum Zeichenlehrer entschied er sich für die freie Kunst und hatte schon bald erste Ausstellungserfolge. Erste Studienreisen führten ihn nach Italien, das Land, in das er sich auch während des Krieges zurückzog.

Nach dem Krieg hatte Bargheer sowohl in Italien als auch in Deutschland große Ausstellungserfolge, er nahm an der Biennale in Venedig und an der Documenta in Kassel teil.

1953 kam er zurück nach Hamburg, verbrachte jedoch bis zu seinem Tode nur die Winter in der Hansestadt, während er den Sommer über in Ischia lebte.

Bargheers Lebensumstände, seine Jugendzeit in Finkenwerder, seine frühen Reisen und die Begegnung mit dem Süden, seine Flucht vor den Nazis nach Italien, später seine wechselnden Aufenthalte in Blankenese und auf Ischia sowie zuletzt die Reisen nach Afrika haben das Werk in besonderer Weise bestimmt und geformt. Volker Plagemann schildert Bargheers von Hamburg ausgehende und wieder in Hamburg endende Lebens- und Künstlerreise und lässt seine Künstlerbiografie als Teil der modernen hamburgischen Kunstgeschichte deutlich werden. Eine große Anzahl seiner Werke sowie Photographien aus allen Lebensepochen illustrieren diesen hochinteressanten Lebenslauf.

Jetzt bestellen bei amazon.deVolker Plagemann wurde 1938 in Hamburg geboren. Er studierte Architektur, Musik und Kunstwissenschaften. Von 1980 bis 2003 leitete er als Senatsdirektor die Hamburger Kulturbehörde. Plagemann veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Museumsgeschichte, Denkmalgeschichte, Kunst im öffentlichen Raum.

Hamburger Köpfe: Karl Schiller

Hamburger Köpfe: Karl SchillerVon Uwe Bahnsen, Hrsg. von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Verlag Ellert & Richter, (2008) 200 Seiten, Preis 14,90 Euro

Karl Schiller (1911–1994) gehörte als Wirtschaftspolitiker zu den prägenden Gestalten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als Bundeswirtschaftsminister der Großen Koalition von 1966 bis 1969 gelang ihm ein Meisterstück, indem er die Wirtschaft der Bundesrepublik durch eine gezielte Erhöhung der Staatsausgaben aus der ersten großen Rezession in einen "Aufschwung nach Maß" führte. Auf dem Höhepunkt seiner politischen Laufbahn war er 1971/72 als Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen einer der mächtigsten Männer der Republik mit weltweitem Ansehen. Für Schillers Lebensleistung hat Hamburg eine besondere Bedeutung. Hier begann sein politisches Engagement in der SPD, hier festigten sich seine wirtschaftspolitischen Grundüberzeugungen und hier bot sich ihm als erfolgreicher Wirtschaftssenator die Möglichkeit, die Durchsetzbarkeit eigener Konzepte zu erproben. Und er war als Professor an der Hamburger Universität und deren zeitweiliger Rektor ein akademischer Lehrer, dessen glanzvolle Vorlesungen überfüllt waren – ein Meister der Didaktik.

Uwe Bahnsen beschreibt Leben und Wirken des großen Wirtschaftspolitikers, von der schweren Jugend, der Flucht aus Schlesien, der Trennung seiner Eltern, dem hochbegabten Schüler, seinem Studium, der Anstellung im Kieler Institut für Weltwirtschaft. Karl Schillers Weg war oft nicht leicht, aber immer von Erfolgen geprägt.

Mit nur 36 Jahren war er Ordinarius an der Hamburger Universität, als Rektor trieb Schiller den Ausbau der Universität mit Energie voran, bis er 1961 dem Ruf aus Berlin folgte und dort als Berliner Senator für Wirtschaft und Kredit vereidigt wurde. 1965 stand sein Wechsel in die Bundespolitik fest. Im Mai 1971 wurde er nach dem Rücktritt des Bundesfinanzministers Alex Möller zum Superminister für Wirtschaft und Finanzen gewählt, aber schon bald mehrten sich kritische Stimmen. Schillers glanzvolle politische Laufbahn endete mit der Bonner Finanzkrise, in einer wirtschaftlichen Situation, die der heutigen in vielen Punkten ähnlich ist: Der hohen Staatsverschuldung und drohenden Inflation wollte Schiller mit einem strikten Sparkurs entgegenwirken. Doch das wollten seine Kabinettskollegen nicht hören. Am 2. Juli 1972 reichte Karl Schiller seinen Rücktritt ein. Am 7. Juli 1972 endete seine glanzvolle politische Karriere.

Es folgten Parteiaustritt, Scheitern der dritten Ehe, seelische Krise und gesundheitliche Probleme. Erst 1975 stabilisierte sich sein Leben wieder mit dem Eintritt ins Verlagshaus Axel Springer in Hamburg und, bald darauf, 1978 in einer vierten, diesmal glücklicheren Ehe sowie die Rückkehr in die Partei. Als wirtschaftspolitischer Berater war er ein gefragter Partner.

Jetzt bestellen bei amazon.deDer Autor Uwe Bahnsen arbeitete u. a. für das "Hamburger Abendblatt", den Norddeutschen Rundfunk und den "Spiegel". Aus Hamburg berichtet er seit vielen Jahren für "Die Welt" – als dienstältester Rathauskorrespondent der Freien und Hansestadt.

Hamburger Köpfe: Gabriel Riesser

Gabriel Riesservon Arno Herzig, Verlag Ellert & Richter, 2008, 188 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Gabriel Riesser gehörte zu den bekanntesten Juden seiner Zeit. Er wurde 1806 als Sohn eines jüdischen Kaufmannes in Hamburg geboren und studierte Jura in Kiel und Heidelberg. Ab 1930 setzte sich Riesser für die Gleichberechtigung der Juden in Deutschland ein. Durch sein politisches Engagement sowie seine Schriften und Reden trug er erheblich zur Emanzipation der Juden in Deutschland bei. Dennoch werden Riessers Verdienste heutzutage kaum noch gewürdigt, in Schulbüchern taucht sein Name nicht mehr auf. Jetzt bestellen bei amazon.deDiese Biografie verfolgt mit lebendigen Texten und viel informativem Anschauungsmaterial dem Lebensweg Riessers und geht auch auf Aspekte wie Riessers Haltung zum jüdischen Glauben, seine Rolle in der zeitgenössischen Literaturszene und das jüdische Leben um 1800 in Hamburg ein.

Hamburger Köpfe: Alfred Toepfer

Buch über Alfred Toepfervon Jan Zimmermann, Verlag Ellert & Richter, 2007, 220 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Jan Zimmermann folgt in der Reihe "Hamburger Köpfe" dem ungewöhnlichen Lebensweg des Hamburger Kaufmanns Alfred Toepfer, bekannt als Gründer der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

Toepfer wurde 1894 in Altona geboren und zeichnete sich schon früh durch seine Bereitschaft zu Disziplin und Leistung aus. Obwohl er ursprünglich andere Berufswünsche hegte, begann er auf Wunsch des Vaters eine kaufmännische Ausbildung. Nach dem ersten Lehrjahr wurden ihm bereits wichtige Aufgaben übertragen, sodass er sich schließlich doch für den Beruf begeistern konnte; mit überdurchschnittlichen Leistungen schloss er die Lehre ab.

Zum Ende seiner Lehrzeit trat Alfred Toepfer einer Wandervogel-Gruppe bei und erlebte glückliche, sein späteres Leben prägende Zeiten, bis er 1914 bis 1918 als Freiwilliger im ersten Weltkrieg diente. Nach dem Krieg gründete er in Hamburg eine Firma für Getreide und Futtermittel, die ihn bald zum reichen Kaufmann machte. In seiner 1931 gegründeten Stiftung sah Töpfer die Möglichkeit, sein Vermögen dem öffentlichen Wohl zukommen zu lassen. Ab 1935 kam es zu Verflechtungen mit der nationalsozialistischen Kultur- und Volkstumspolitik, die erst nach Toepfers Tod von einer unabhängigen Kommission aufgearbeitet wurden. Nach den zwei Weltkriegen begann die Stiftung, die europäische Integration, den Naturschutz und die Denkmalpflege zu fördern.

Jetzt bestellen bei amazon.deDie Biografie zeigt anhand von Texten, Briefen, Fotos und Dokumenten die Entwicklung des Stifters vom deutschen Nationalisten zum engagierten Europäer.

"Hamburger Köpfe": Johann Hinrich Wichernvon Sigrid Schambach, Verlag Ellert & Richter, 184 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Johann Hinrich Wichern wurde im Jahr 1808 geboren und widmete sein Leben den Armen und Schwachen in der Gesellschaft. Der evangelische Theologe und Pädagoge gründete die Erziehungsanstalt "Rauhes Haus", in der Kindern und Jugendlichen durch Arbeit und Bildung eine Zukunft gegeben wurde. Die Kinder lebten in familienähnlichen Kleingruppen und bekamen durch Gesang und Spiele Motivation für ihre tägliche Arbeit; ein für die damalige Zeit sehr fortschrittliches Konzept, dessen Entwicklung für die moderne Pädagogik als bahnbrechend angesehen wird.

Auch im Bereich der Theologie fanden Wicherns Ideen Anerkennung. Mit seinen Berichten aus den Elendsvierteln, die er selber besuchte, rief er Christen dazu auf, ihren Glauben durch Taten zu beweisen und die Missstände zu beseitigen.

Jetzt bestellen bei amazon.deSigrid Schambach zeichnet ein einfühlsames und detailreiches Bild des Kämpfers gegen die Armut. Lithografien, Zeichnungen und Dokumente illustrieren und ergänzen seine Ausführungen.

Die Reemtsmas – Geschichte einer deutschen Unternehmerfamilie

Die Reemtsmas – Geschichte einer deutschen Unternehmerfamilievon Erik Lindner, Verlag Hoffmann und Campe, 592 Seiten, Preis: 25,- Euro

Mit dem Namen "Reemtsma" verbindet sich in erster Linie eine Zigarettenunternehmen, das Marken wie Juno, Salem, Ernte 23, Peter Stuyvesant und zahlreiche andere produziert hat. Und dann vielleicht noch das Entführungsdrama um Jan Philipp Reemtsma im Jahre 1996. Aber der Namen Reemtsma steht auch für die Geschichte einer Fabrikantenfamilie, die über drei Generationen hinweg ein Großunternehmen aufgebaut, erfolgreich durch den Zweiten Weltkrieg geführt und später verkauft hat, um mit dem Vermögen ganz andere Wege zu beschreiten.

Die Reemtsmas: Das waren drei Söhne des Vaters Johann Bernhard Reemtsma aus Osterholz-Scharmbeck bei Bremen. Diese drei gründeten 1919 das Großunternehmen der Zigarettenfabrik Reemtsma, das bis 1980 bestanden hat, als die Aktienanteile von Jan Philipp Reemtsma verkauft wurden.

Die Brüder siedelten das Unternehmen in Hamburg an, wo sie in der Gegend um Othmarschen ihre Villen bezogen. Es gab Fusionen, Übernahmen und Firmenerweiterungen, die das Unternehmen zu einem der führenden in Deutschland machten.

Hermann, Philipp und Alwin Reemtsma, Eins, Zwei, Drei genannt, führten ihre Kleinstfirma in den 20er-Jahren zur dominanten Größe in der deutschen Zigarettenindustrie. Was trieb sie an? Wie setzten sie sich durch? Und was machen die Reemtsmas heute? Deutsche Geschichte als Biografie einer Familie.

Mit viel Geschick steuerten die drei Brüder das Unternehmen durch die Nazizeit. Die demokratische Familie schützte ihr wegen jüdischer Teilhaber unter Druck geratenes Unternehmen durch Anpassung und Millionenspenden an Hermann Göring. Der immense Zigarettenkonsum im Krieg festigte ihre Stellung und garantierte Spitzeneinkünfte. Jüdischen Geschäftspartnern wurde großzügig und nach allen denkbaren Möglichkeiten geholfen. Nach der Entnazifizierung begann der Wiederaufbau zerstörter Fabriken. Sie beteiligten sich am S. Fischer Verlag, waren in Bankvorständen und beschränkten ihre Aktivitäten nicht allein auf ihr Unternehmen.

Als das Gründertrio abgetreten war, zog sich die Familie aus der Firmenleitung zurück. Der Haupterbe Jan Philipp Reemtsma machte sich als Wissenschaftler und Forschungsinitiator einen Namen. Spektakulär waren seine Entführung (1996) und die "Wehrmachtsausstellung" des von ihm finanzierten Hamburger Instituts für Sozialforschung. Jan Philipp Reemtsma, ein intellektueller und in den Wissenschaften und Künsten engagierter Mäzen, setzt sich mit der Vergangenheit seiner Familie und des Unternehmens in besonderem Maße auseinander.

Jetzt bestellen bei amazon.deDer Autor fand Kontakt zu den Söhnen der Firmengründer. Sie machten ihm Korrespondenz und Dokumente zugänglich. Das Resultat: die Geschichte von drei Reemtsma-Generationen, die sich wie ein spannender Familienroman liest, bebildert mit zahlreichen Familienaufnahmen.

"Hamburger Köpfe": Johan Melchior Goeze

"Hamburger Köpfe": Johan Melchior Goezevon Peter Wieckenberg, Verlag Ellert & Richter, 264 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Johan Melchior Goeze, 1717 in Halberstadt geboren, war ein lutherischer Theologe. Er studierte in Jena und Halle, wurde 1741 Prediger in Aschersleben, 1750 in Magdeburg und war ab 1755 Hauptpastor der Katharinenkirche in Hamburg. Er wurde der wirkungsmächtigste Vertreter der protestantischen Orthodoxie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und einer der wichtigsten Gegner der Aufklärung. Seine zahlreichen Auseinandersetzungen – etwa mit Johann Bernhard Basedow, Carl Friedrich Bahrdt oder Gotthold Ephraim Lessing – haben ihm den Ruf eines streitsüchtigen Mannes eingetragen, der, getrieben vom Geist der Gegenaufklärung, sich jeder Neuerung in Kunst und Poesie, Wissenschaft und Theologie in den Weg stellte.

Jetzt bestellen bei amazon.deAber trifft dieses Urteil wirklich zu? Indem der Verfasser Goezes Wirken in die theologischen und politischen Auseinandersetzungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stellt, gelingt es ihm, ein differenzierteres Bild dieses Mannes zu zeichnen, als es bisher verbreitet war.

 "Hamburger Köpfe": Joseph Carlebach

 "Hamburger Köpfe": Eva Joseph Carlebachvon Andreas Brämer, Verlag Ellert & Richter, 216 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Dr. Joseph Carlebach war der letzte Oberrabbiner der Gemeinde Hamburg-Altona (1936–1941) wie auch einer der letzten orthodoxen Rabbiner in Deutschland. Als einer der bedeutendsten Vertreter der jüdischen Orthodoxie hat er eine Wirkung entfaltet, die ihn als charismatische Hamburger Persönlichkeit heraushebt und zugleich über die Grenzen der Hansestadt hinausweist.

Seit 1921 wirkte er in Hamburg, wo er zunächst die traditionsreiche Talmud-Tora-Realschule der jüdischen Gemeinde reformierte. Grundlage und Ausgangspunkt der Lehre Carlebachs war der jüdische Glaube, der alle Lebens-und Wissensbereiche durchdringt und die Ganzheit und Einheit von Seele und Geist garantiert. Das Ziel der Schule sah er in der Schaffung einer jüdischen Lebenswelt, getragen vom höchsten jüdischen Wert sittlich-ethischer Verantwortung, in der Hebräisch als lebendige Sprache gesprochen wird. Als Schulleiter und Oberrabbiner erhob Carlebach so lange die Stimme, bis die Nationalsozialisten sie gewaltsam zum Schweigen brachten.

Andreas Brämer macht mit den wichtigsten Stationen einer Lebensgeschichte vertraut, die an den Schnittstellen zwischen deutscher und jüdischer Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert verläuft.

Joseph Carlebach wurde 1883 als achtes Kind von Esther und Salomon Carlebach in Lübeck geboren. Ab 1901 studierte er in Berlin Naturwissenschaften, Mathematik, Astronomie, Philosophie und Kunstgeschichte. Max Planck und der Philosoph Wilhelm Dilthey gehörten zu seinen Lehrern. Gleichzeitig ließ sich Carlebach am dortigen orthodoxen Rabbinerseminar ausbilden. Ab 1905 unterrichtete er für zwei Jahre in Palästina am Jerusalemer Lehrerseminar. Dort kam er auch mit maßgeblichen Toraexperten in Kontakt.

1910 bis 1914, gleich nach seiner Promotion, widmete sich Carlebach wieder verstärkt dem Rabbinatsstudium am Berliner Rabbinerseminar, welches streng orthodox ausgerichtet war und unter der Leitung des Rabbiners David Hoffmann stand. 1914 wurde er als Rabbiner ordiniert.

Am 4. Dezember 1941 erhielten 753 Hamburger Juden den Deportationsbefehl. Carlebach wurde am 6. Dezember 1941 ins Konzentrationslager Jungfernhof in der Nähe von Riga deportiert. Im Lager organisierte Carlebach heimlich den Schulunterricht, besorgte ein Chanukka-Fest und einige Bar-Mizwa-Feiern. Jetzt bestellen bei amazon.deAm 26. März 1942 wurden Joseph Carlebach, seine Frau Charlotte und seine drei jüngsten Töchter Ruth, Noemi und Sara in einem Wald bei Riga erschossen. Der jüngste Sohn Salomon (Shlomo Peter) überlebte die Gewaltherrschaft in neun verschiedenen Konzentrationslagern.

Der Mythos Hans Albers – und wie er entstehen konnte

Der Mythos Hans Albers – und wie er entstehen konntevon Matthias Wegner, Ellert & Richter Verlag, 144 Seiten, Preis: 19,95 Euro

Die Buchreihe "Hamburger Köpfe" porträtieren den berühmten Schauspieler Hans Albers (1891-1960) sei schon zu Lebzeiten ein Mythos gewesen. Der gebürtige Hamburger Albers, der strahlende Held mit den leuchtenden, blitzenden Augen, "muss der Prototyp eines Schulversagers gewesen sein", so Autor Wegner. Mit dem Vater teilt er die Liebe zum Theater. Der junge Albers tritt 1911 zuerst in Bad Schandau auf, es folgen Demmin, Teterow, Bützow, und 1914 Hamburg, das Thalia Theater. Nach drei Jahren im Krieg steht Albers wieder auf der Bühne. Berlin wird nun seine Stadt. Er spielt in unzähligen Salonkomödien, Operetten und Revuen. Besser läuft es mit dem Filmen, das bringt Geld. Diese harten Jahre bedeuten "zu viel Alkohol, zu viel "Zocken", zu viele Frauen, abends Bühnenauftritte und tagsüber Filmaufnahmen." Sein Metier ist die Revue, und als Ende der 1920er-Jahre Revuen die Bühnen erobern, wird Albers zum Star: "Ein Blick, und er hat das Publikum. Ein Ton, und er hat das Parkett", urteilt ein Kritiker.

Jeden Abend wollen Albers 2.000 Zuschauer auf der Bühne in Molnars "Liliom" sehen. Mit dem Tonfilm wächst ihm dann landesweite Wirkung zu, begeistern Filme wie "Der blaue Engel" und "Der Sieger" die Massen. 1932 ist er der populärste Filmschauspieler Deutschlands, "genießt die süße Droge Erfolg. Hans Albers war ihr mit Leib und Seele verfallen." Er, der sich nur für sich selbst interessiert, wirkt zwischen 1933 und 1945 in 20 Filmen als Kassenmagnet mit.

Jetzt bestellen bei amazon.deSeine informative Biografie wirf ein neues Licht auf den Star von einst und rückt ihn uns wieder etwas näher.

 

"Hamburger Köpfe": Eva Königvon Paul Raabe, Ellert & Richter Verlag, 144 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Eva Lessing (1736–1778), Witwe des Hamburger Kaufmanns Engelbert König, heiratete nach einer fünfjährigen Verlobungszeit im Herbst 1776 Gotthold Ephraim Lessing, den damals bekanntesten Schriftsteller Deutschlands. Sie starb nach einem glücklichen Ehejahr in Wolfenbüttel am 10. Januar 1778 im Kindbett: eine der tragischen Frauengestalten der deutschen Literaturgeschichte. Man kennt sie nur aus der Biographie der anderen Ehehälfte. Sie teilt damit das Schicksal fast aller Frauen ihrer Zeit. Kein Nachruf ist überliefert, kein Nachschlagewerk verzeichnet ihren Namen. Die Biographie von Paul Raabe schließt jetzt diese Lücke und rückt Eva König nun aus dem Schatten Lessings ins Licht der Leser. Er schreibt, sie sei ihrem Mann Gotthold Ephraim Lessing ebenbürtig gewesen und nennt sie "eine der tragischen Frauengestalten in der Literaturgeschichte" – eben weil man sie nur als Beiwerk zum Leben eines berühmten Mannes kenne.

Im ersten Teil erzählt Raabe über die Heirat und Ehe mit dem Kaufmann Engelbert König, dem sie sieben Kinder gebiert und zu dessem anregenden Freundeskreis der Familie der berühmte Dichter Lessing gehört. Der Dichter 1768 wird Pate des jüngsten Kindes von Eva König. Als ihr Mann 1769 stirbt, bittet er Lessing: "Nehmen Sie sich meiner Frau und Kinder an." Eindrücklich schildert die Biographie, wie die Kaufmannswitwe den Samt- und Seidenhandel ihres verstorbenen Mannes in Wien besorgt, wie eigenständig sie die Geschäfte führt und als Unternehmerin aktiv wird. Lessing wird in den folgenden Jahren Eva Königs Vertrauter, schließlich bekennen sie einander ihre Liebe und verloben sich 1771. Als die beiden 1776 heiraten, ist Eva König 40 und Lessing 47 Jahre alt. Doch die Geburt des ersten gemeinsamen Sohnes bedeutet den Tod von Kind und Mutter.Jetzt bestellen bei amazon.de Raabe zeigt, dass Eva König mit ihrer Herzensgüte und Lebensklugheit, ihrer Tüchtigkeit und Treue in ihrem Wesen Lessing in nichts nachgestanden hat. Er erzählt ein Frauenleben im 18. Jahrhundert.

 

"Hamburger Köpfe": Friedrich Christoph Perthes

 "Hamburger Köpfe": Friedrich Christoph Perthesvon Inge Grolle, Ellert & Richter Verlag, 144 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Friedrich Christoph Perthes (1772-1843) gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Buchhandels- und Verlagswesens. 1796, im Alter von nur 26 Jahren, eröffnete er in Hamburg eine reine Sortimentsbuchhandlung. Der Kunde konnte sich dadurch erstmals selbst ein Bild über das Angebot an Neuerscheinungen machen – ein Qualitätssprung für die Lesekultur. Perthes warb für ein modernes Urheberrecht und war maßgeblich an der Gründung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels beteiligt. Er heiratete Caroline, die Tochter des Dichters Matthias Claudius, agierte als Verleger und wurde eine prägende Persönlichkeit in der geistigen Elite Hamburgs und Schleswig-Holsteins. Am Jungfernstieg führte er ein offenes Haus. Perthes stand im Kontakt mit Künstlern wie Philipp Otto Runge und diskutierte nächtelang mit Adam Graf Moltke. Als die Franzosen Hamburg besetzten, unterlief er die Zensur, opponierte offen gegen die Invasoren und musste zeitweilig die Stadt verlassen. Jetzt bestellen bei amazon.deDie Historikerin und Germanistin Inge Grolle hat Perthes' Lebensgeschichte aufgeschrieben. Der Band wurde von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in der Reihe "Hamburger Köpfe" herausgegeben.

"Hamburger Köpfe": Carl Philipp Emanuel Bach

"Hamburger Köpfe": Carl Philipp Emanuel Bachvon Dorothea Schröder, Ellert & Richter Verlag, 120 Seiten, Preis: 19,95 Euro

Wer im späten 18. Jahrhundert vom "großen Bach" sprach, der meinte nicht Johann Sebastian, sondern Carl Philipp Emanuel Bach. Zunächst Kammercembalist Friedrich des Großen, übernahm der zweitälteste Bach-Sohn  1767 das Amt des Johanneumkantors und Leiters der Kirchenmusik in Hamburg. Mit seinem vielfältigen Œuvre übte er großen Einfluss auf die nachfolgende Komponistengeneration aus. Jetzt bestellen bei amazon.deHeute wird seine Tonsprache neu entdeckt: für das Hörerlebnis beim Lesen sorgt eine im Buch eingelegte CD mit ausgewählten Musikbeispielen.

Albert Darboven – Aus Freude am Lebenvon Jens Meyer-Odewald, Verlag Die Hanse, 250 Seiten, Preis: 24,90 Euro

Albert Darboven, 1936 in Darmstadt geboren und nach dem Tode seines Vaters vom Onkel Arthur Darboven adoptiert, ist heute Deutschlands Kaffeekönig. In vierter Generation führt er das 1866 gegründete Familien-Unternehmen. Onkel Arthur ließ den erst 14jährigen Albert wissen "Du wirst mal mein Nachfolger sein". Von ihm lernte Albert nicht nur hart zu arbeiten, sondern auch, dass dies immer mit Genuss verbunden werden kann. Seine Sensibilität für den Bohnenkaffe erwarb Albert schon im ersten Lehrjahr, Perfektion erlang er durch seine Studien in London und Übersee, wobei immer noch genügend Zeit blieb, sich mit Hingabe der Damenwelt zu widmen.

Für die hohe Qualität seines Kaffees verbirgt sich Darboven persönlich in Fernsehspots. Doch wer ist der Mensch Albert Darboven?
Ein passionierter Polospieler und Besitzer eines Gestüts einerseits. Andererseits kocht "Atti", wie ihn seine Freunde nennen, zu Hause gern Rührei mit Maggi und Schnittlauch, und träumt noch heute von den "Barmbeker Stullen" (Schwarzbrot mit Schweinebraten) seines Kumpels Guschi. Mit dem hat er als Schauermann im Hamburger Hafen gearbeitet und 70kg-Kaffeesäcke geschleppt.

Jetzt bestellen bei amazon.deAlbert Darboven hat dem Journalisten Jens Meyer-Odewald selbst aus seinem Leben berichtet: so ist eine farbige und authentische Biographie, in der Ich-Form erzählt, entstanden, die deutlich macht, wie sehr das Firmenmotto auch für den Menschen Albert Darboven gilt: "Aus Freude am Leben!"

"Hamburger Köpfe": Georg Philipp Telemann

von Eckart Kleßmann, Ellert & Richter Verlag, 140 Seiten, Preis: 19,95 Euro

"Hamburger Köpfe": Georg Philipp TelemannGeorg Philipp Telemann kam 1681 in Magdeburg zur Welt. Bereits mit zwölf Jahren begann er zu komponieren, startete dann seine Laufbahn als junger Musikdirektor in Leipzig, wirkte als Kapellmeister in Sorau, Eisenach und Frankfurt am Main, bis er 1721 nach Hamburg berufen wurde, wo er 46 Jahre lang als Kantor am Johanneum, Musikdirektor der fünf Hauptkirchen und Chef der Hamburger Oper tätig war. Durch seine zahlreichen Druckausgaben förderte er das Laienmusizieren und gab damit der Musik eine neue gesellschaftliche Funktion, förderte und prägte wie kein anderer die bürgerliche Musikkultur. Als erster hat er das Hamburger Musikleben organisiert und in zahlreichen Prozessen um sein Urheberrecht gekämpft. Obwohl auch international hoch angesehen, geriet der 1767 Verstorbene nach seinem Tod bald in Vergessenheit. Erst spät wurde er wiederentdeckt und gehört heute zu den bedeutendsten und produktivsten Komponisten seiner Zeit. Jetzt bestellen bei amazon.deDer in der Biografie-Reihe von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius erschienene Band berichtet über Leben, musikalische Entwicklung und Arbeit Telemanns, lässt aber auch Informationen über die zerrüttete Ehe und den verweigerten Nachruhm nicht aus. Dem Buch liegt eine CD mit drei Kompositionen Telemanns bei.

Theodor Haubach (1896 - 1945) – Eine politische Biographie

Theodor Haubach (1896 - 1945)von Peter Zimmermann, Dölling und Galitz Verlag, 460 Seiten, Preis: 30,- Euro

Bisher war Theodor Haubach vor allem als von den Nationalsozialisten ermordeter Widerstandskämpfer bekannt. Aufgrund der Erschließung neuen Quellenmaterials erscheint nun erstmals eine Biographie, die das gesamte Leben und Wirken des Patrioten, Republikaners und Europäers in einer differenzierten und kritischen Darstellung würdigt. Theodor Haubach (1896 -1945) gehörte zu einer bildungs-bürgerlichen Generation der Weimarer Republik, deren Erfahrungsraum expressionistische literarische Versuche, Wandervogel-Mitgliedschaft, Notabitur und freiwillige Kriegsteilnahme waren. Sein Schritt in die Politik erhielt entscheidende Impulse während des Studiums in der Auseinandersetzung mit Max Weber und seinen Lehrern Emil Lederer, Alfred Weber und Karl Jaspers. Als Journalist, SPD-Parlamentarier und auf der Straße führte er in Hamburg und später in Berlin einen beharrlichen Kampf gegen Kommunisten und Nationalsozialisten und versuchte, im Bürgertum die Basis für die republikanische Idee und ein friedliches Europa zu stabilisieren. Er engagierte sich in einer Fülle von Organisationen, am spektakulärsten wohl im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Trotz KZ-Haft und massiver Überwachung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs blieb er seinen Überzeugungen treu. Jetzt bestellen bei amazon.deMit der Arbeit im Kreisauer Kreis wollte er seine Vision eines demokratischen Neubeginns durch Kooperation verschiedener gesellschaftlicher Kreise nach der Überwindung der nationalsozialistischen Herrschaft vorbereiten. Haubach wurde am 23.1.1945 in Plötzensee hingerichtet.

"Hamburger Köpfe": Rolf Liebermannvon Gisa Aurbek, Ellert & Richter Verlag, 136 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Rolf Liebermann, der bekannte Komponist und weltberühmte Opernintendant, führte die Hamburgische Staatsoper an die Weltspitze. Der Weltbürger Liebermann arbeitete in vielen Ländern, mit seiner künstlerischen Kreativität hinterließ er Spuren bis nach Amerika. In Hamburg lebte er sehr gern, "die Stadt ist mir ans Herz gewachsen. Jetzt bestellen bei amazon.deHier fühle ich mich zu Hause." In diesem Buch wird erstmals Liebermanns gesamter Lebensweg beschrieben.

"Hamburger Köpfe": Herbert List

"Hamburger Köpfe": Herbert Listvon Emanuel Eckardt, Ellert & Richter Verlag, 128 Seiten, Preis: 14,90 Euro

Der in Hamburg geborene Herbert List war einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, Kaufmann und Bonvivant, ein Surrealist mit der Kamera. Er sah sich als Amateur und war ein Künstler der leichten Hand. List war ein Pionier neuer, erotischer Sehweisen und als Porträtist großer Persönlichkeiten Chronist einer europäischen Epoche des Geistes.

Jetzt bestellen bei amazon.deDie Biographie Lists gründet auf dem unveröffentlichten Nachlass des Fotografen und zeigt ein Fülle seiner Arbeiten – sie vermag zu zeigen, dass Lists Werk keine Patina ansetzt, dass es nicht verstaubt, sondern auf ganz eigene, unzerstörbare Weise zeitlos ist.

"Hamburger Köpfe": Barthold Hinrich Brockes

Barthold Hinrich BrockesHerausgegeben von der ZEIT-Stiftung, Ebelin und Gerd Bucerius, 128 Seiten mit 31 Abbildungen, Leinen mit Schutzumschlag, Preis: 14,90 Euro, ISBN 3-8319-0100-7

Johann Gottfried Herder, Eduard Mörike und Alfred Lichtwark zählten zu seinen Bewunderern: Barthold Hinrich Brockes (1680-1747), studierter Rechtswissenschaftler, wurde im Jahre 1720 Ratsherr von Hamburg. Weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus wurde er jedoch mit seinem neunbändigen, lyrischen Werk "irdisches Vergnügen mit Gott" bekannt. In seinen Gedichten besingt er die Natur: Als erster deutscher Poet richtet er seine Aufmerksamkeit auf die bisher unbeachtete Tierwelt von Ameisen, Käfern, Schmetterlingen und Fröschen.Jetzt bestellen bei amazon.de Ein einziger Gedanke lag seinem gewaltigen poetischen Schaffen zugrunde: die Vielfalt der Schöpfung als Ausdruck von Gottes Liebe und Schöpferkraft. Der Autor Eckart Kleßmann stellt den reichbegabten Menschen und bedeutenden Dichter vor, mit dem Ziel ihm wieder neue Leser zu gewinnen.

"Hamburger Köpfe": Friedrich Gottlieb Klopstock

Reihe "Hamburger Köpfe": Friedrich Gottlieb KlopstockHerausgegeben von der ZEIT-Stiftung, Ebelin und Gerd Bucerius, 120 Seiten mit 42 Abbildungen, Leinen mit Schutzumschlag, Preis: 14,90 Euro, ISBN 3-8319-0111-2

2003 war das Jahr Klopstocks: am 14. März jährte sich sein Todestag zum 200. Mal. In ganz Hamburg fanden aus diesem Anlass die verschiedensten Veranstaltungen zum Thema statt. Der Ellert & Richter Verlag ehrt den Dichter mit einem Buch im Rahmen der Reihe "Hamburger Köpfe". Insbesondere Friedrich Gottliebs Hauptwerk, der "Messias" – ein Großepos in 20 Gesängen - trug maßgeblich zu dessen Ruf eines erstrangigen Dichters bei. Von 1751 bis 1770 lebte der in Quedlinburg geborene Dichter mit Unterbrechungen in Dänemark, anschließend bis zu seinem Tode in Hamburg. Hier war er der anerkannte Mittelpunkt in den Kreisen des gebildeten Bürgertums. Jetzt bestellen bei amazon.deBei der nun erschienenen Biografie des Autors Klaus Hurlebusch handelt es sich um die erste, die umfassend auf der langjährigen Forschung in der Arbeitsstelle der "Hamburger Klopstock-Ausgabe" basiert.

Hans Erich Nossack - Hamburger Köpfevon Gabriele Söhling, Ellert & Richter Verlag, 240 Seiten, Preis: 19,95 Euro

Hans Erich Nossack (1901-1977) wurde nach dem Krieg mit seinem Bericht "Der Untergang"" über die Luftangriffe auf Hamburg im Sommer 1943 bekannt. Der als Außenseiter geltende und zugleich vielfach ausgezeichnete Hamburger Schriftsteller schuf ein eigenwilliges Werk, das zu den bedeutendsten der westdeutschen Nachkriegsliteratur zählt. Der Sohn eines Kaffeeimporteurs führte viele Jahre eine Doppelexistenz als Schriftsteller und Kaufmann in der väterlichen Firma im Hamburger Hafen, bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner eindringlichen und schnörkellosen Prosa Aufmerksamkeit erregte. In den fünfziger und sechziger Jahren gehörte Nossack mit seinen zeitkritischen Romanen und Erzählungen zu den anerkannten und ausgezeichneten Autoren der jungen Bundesrepublik. Jetzt bestellen bei amazon.deErstmals werden in dem vorliegenden Buch die Lebensstationen dieser außergewöhnlichen Schriftstellerpersönlichkeit nachgezeichnet, von der Kindheit in Hamburg über Studium und politische Entwicklung, sein Doppelleben als Angestellter bis zu den ersten Erfolgen im Literaturbetrieb und den späten Hamburger Jahren.

Helmut Schmidtvon Hartmut Soell, Deutsche Verlagsanstalt, 992 Seiten, Preis: 39,90 Euro

Helmut Schmidt zählt zu den bedeutendsten Kanzlern des 20. Jahrhunderts. Er erlebte als Offizier den Zweiten Weltkrieg, war in britischer Gefangenschaft und trat 1946 in die SPD ein. Als Hamburger Innensenator erwarb er bei der Flutkatastrophe 1962 durch herausragendes Krisenmanagement höchstes Ansehen. Dies war der Durchbruch zu einer steilen politischen Karriere. Seit 1967 Vorsitzender der SPD-Fraktion, war er im Bundestag als scharfzüngiger Redner bekannt. Schmidt hat maßgeblich zur Prägung der SPD als Volkspartei und zu ihrer Regierungsfähigkeit beigetragen. Anlässlich des  85. Geburtstages des Altbundeskanzlers am 23. Dezember 2003 erschien die große Helmut-Schmidt-Biographie. Jetzt bestellen bei amazon.deGestützt auf eine fast beispiellos breite Quellenbasis, darunter bisher verschlossene Akten und Korrespondenzen, schildert der Autor anschaulich Jugend und Aufstieg von Helmut Schmidt, seine familiären und geistigen Wurzeln und fördert dabei durchaus Unbekanntes zutage. Hartmut Soell ist eine einzigartige Biographie (1918 – 1969) gelungen.

Loki – Hannelore Schmidt erzählt aus ihrem Leben

Hannelore Schmidt erzählt aus ihrem LebenHoffmann & Campe, Preis: 21,90 Euro, 368 Seiten und vierfarbiger Bildteil mit 2 x 16 Seiten

Eine große Persönlichkeit, ein facettenreiches Leben. Loki Schmidts Geschichte spannt einen weiten Bogen: von der Herkunft aus einfachen Verhältnissen bis zu der Zeit als Kanzlergattin, von den vielen Reisen in die Ferne bis hin zum Eintreten für den Naturschutz. Eine sympathische und beeindruckende Autobiografie. Bereitschaft zum Lernen und die Liebe zur Natur prägen Hannelore – "Loki" – Schmidts Werdegang. Er führte sie aus einer Arbeiterfamilie an der Seite ihres Mannes Helmut in die Sphären der hohen Politik und aus Hamburg-Hammerbrook bis nach Nordborneo, zu den Galapagos-Inseln und anderen exotischen Zielen. Mit der ihr eigenen Natürlichkeit erzählt Loki Schmidt aus einem Leben voller Kontraste. Sie schildert die Mühen einer jungen Lehrerin und die Nöte der Mutter eines todkranken Kindes in den Wirren des Krieges ebenso eindringlich wie die Herausforderungen, die an die Frau eines Bundeskanzlers gestellt wurden. Loki Schmidts Freude am Abenteuer teilt sich anschaulich mit, wenn sie ihre meist beschwerlichen Expeditionen in die Ferne Revue passieren lässt. Und die anerkannte Botanikerin erzählt unnachahmlich davon, wie Mut, Ausdauer und Entdeckerlust Erfüllung bringen können. Jetzt bestellen bei amazon.deMit der von ihr gegründeten "Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen" verlieh sie ihrem lebenslangen Eintreten für die natürliche Umwelt Nachhaltigkeit.

Hamburgische Biografie – Personenlexikon in drei Bänden

Hamburgische Biografie, Band 2Hrsg. von Dirk Brietzke und Franklin Kopitzsch, Christians Verlag

Im ersten Band der "Hamburgischen Biografie" wurden 325 Frauen und Männer des öffentlichen Lebens, aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Kunst und Kultur versammelten.

Der 2. Band präsentiert über 400 Biografien, erforscht und verfasst von 100 Wissenschaftlern. Das Personenlexikon von A bis Z bietet ein buntes Spektrum hanseatischer Lebensläufe von Rudolf Augstein, August Bebel, Rudolf Blohm, Johannes Brahms, Max Brauer, Gerd Bucerius, über Friedrich I. Barbarossa, Marion Gräfin Dönhoff, Helga Feddersen, Gustaf Gründgens, Carl Hagenbeck, Salomon Heine, der Lord von Barmbek, Klaus Mann, Gustav Mahler, bis hin zu Richard Ohnsorg, Lola Rogge, Philipp Otto Runge und vielen mehr.

Der dritte Band der "Hamburgischen Biografie" enthält weitere 370 biographische Porträts von berühmten, aber auch von (zu Unrecht) vergessenen Persönlichkeiten, die für die Freie und Hansestadt von besonderer Bedeutung waren. Die Porträts eröffnen ein Panorama der stadtgeschichtlichen Epochen, das fundierte Einblicke in die Historie der Stadt und ihrer Bewohner erlaubt. Zugleich zeigen die Artikel die Palette der fachübergreifenden aktuellen Forschungen zur Geschichte Hamburgs, die deutlich werden lässt, welch großes, auch für andere Felder der Geschichtswissenschaft anregendes Potential die regionalgeschichtliche Forschung besitzt.

Geplant sind insgesamt sechs Bände mit ca. 2.400 Biographien, die von rund 150 Experten aus verschiedenen Fachrichtungen verfasst werden. Jeder Band enthält Einträge von A bis Z, die ab dem zweiten Band durch ein kumulatives Register der erschienenen Bände erschlossen werden.

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