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Besondere Straßen in Hamburg

Wer sich einmal mit Hamburgs Straßen beschäftigt, kann dabei erstaunliche Entdeckungen machen. Eine Auswahl der interessantesten, beeindruckendsten und skurrilsten Fakten finden Sie hier.


Die älteste Straße
Die wahrscheinlich älteste Straße Hamburgs ist die Steinstraße. Sie wurde bereits im 13. Jahrhundert gepflastert und begegnet uns bis heute in volkstümlichen Liedern und Weisheiten. "He weit von Gott nich und von keen Steenstroot" ("Er kennt weder Gott noch die Steinstraße") lautet ein Sprichwort, mit dem ein nicht besonders intelligenter Zeitgenosse beschrieben wird.

Einen der nachweislich ältesten Namen trägt die ABC-Straße. Sie wurde 1620 das erste Mal urkundlich erwähnt. ABC-Straße heißt sie deswegen, weil ursprünglich alle Häuser nicht mit Nummern, sondern mit Buchstaben benannt wurden; inzwischen wurde die Bezeichnung jedoch angeglichen.


Beispiel für ein lustiges StraßenschildDie merkwürdigsten Straßennamen
Eigentlich haben alle Hamburger Straßen ganz normale Namen. Klar, einige heißen "Irrweg", "Milchstraße" und "Rutschbahn". Vom "Schulterblatt" bis zum "Ellenbogen" sind es nur fünf Minuten Autofahrt, aber das ist noch lange kein Grund, sich darüber lustig zu machen. Manchmal allerdings stellt man sich schon die Frage, ob die Bewohner des "Stinkbüdelsgang" wohl besser mal den "Duschweg" aufsuchen sollten, wie weit es von der "Knochenhauertwiete" bis zum "Leichenweg" ist und was der "Wurmsweg" damit zu tun hat. Die Bewohner von "Durchschnitt", "Bräsigweg" und "Hinter der Neuen Dröge" sind aber viel zu träge, um sich über solche Dinge Gedanken zu machen. Sie sind nur froh, dass sie nicht in der "Döhnerstraße" wohnen, denn durch zu üppige Kalorienzufuhr kommt man von dort aus schnell in die "Fettstraße", und dann ist es über die "Speckstraße" in die "Frustbergstraße" nur noch ein Katzensprung.


Blick von der ElbchausseeDie längste Straße
Die Elbchaussee ist mit fast 9 km die längste bewohnte Straße Hamburgs und angeblich auch die reichste. Wie der Name bereits andeutet, verläuft die Elbchaussee über weite Strecken parallel zur Elbe und bietet daher eine wunderschöne Aussicht übers Wasser.

Doch das ist noch nicht alles, auch die Architektur der Elbchaussee hat Einiges zu bieten. Im 18. Jahrhundert siedelten sich hier Kaufleute und Reeder an, deren Landhäuser zum Teil immer noch stehen. Wer die Elbchaussee heute sieht, würde nicht glauben, dass sie einst nur ein schmaler Sandweg war!


Herbertstraße bei geöffneter BarriereDie kürzeste Straße
Die kleinste Straße Hamburgs ist gleichzeitig eine der berühmtesten: Die Herbertstraße. Die etwa 60 m lange Gasse widmet sich ganz der Prostitution und ist zu beiden Seiten durch eine Sichtbarriere abgegrenzt. Männer unter 18 Jahren dürfen nicht herein, für Frauen ist das Betreten grundsätzlich untersagt. Die Barrieren stammen noch aus der Zeit des Nationalsozialismus, als die Prostitution generell verboten war, in der Herbertstraße jedoch stillschweigend geduldet wurde. Übrigens ist die Straße nicht nach irgendeinem Herbert benannt; der männliche Vorname wurde im Rahmen eines alphabetischen Namenskonzepts vergeben. So lässt sich auch erklären, weshalb eine angrenzende Straße den Namen "Gerhardstraße" trägt.


Historische Ansicht Neuer Wall und Stadthausbrücke 1892Die teuerste Straße
Der Neue Wall ist eine Einkaufsstraße in Hamburg, die für Luxus und hohe Preise bekannt ist. Juweliere, Designer und Innenausstatter bieten hier nur das Edelste, eine Verlockung reiht sich an die nächste.

Der Neue Wall führt vom Jungfernstieg bis zur Stadthausbrücke und liegt zwischen Alsterfleet und Bleichenfleet.

Früher befand sich hier ein Wehrbau mit dem Namen "Neuer Wall", der 1560 errichtet wurde. Nach seiner Abtragung entstand 1707 an der gleichen Stelle eine Straße, auf die der Name übertragen wurde.


Die unfallträchtigste Straße
Hamburgs Straße mit den meisten Unfällen ist die Dradenaustraße. Wie die MOPO mitteilte, passierten 2007 an der Ecke Dradenaustraße/Finkenwerder Straße/Waltershofer Straße mit Abstand die meisten Unfälle, nämlich 80. Die beteiligten Personen sind jedoch meist glimpflich davongekommen, es gab nur fünf Verletzte.

Die wohl gefährlichste Straße in Hamburg ist die Max-Brauer-Allee, denn an der Kreuzung zur Stresemannstraße wurden 2007 genau 23 Menschen verletzt, die meisten in Hamburg. Als Unfallursache ließ sich in den meisten Fällen zu schnelles Fahren und Rücksichtslosigkeit feststellen.


Die berühmteste Straße
Überall auf der Welt ist die Hamburger "Reeperbahn" bekannt. "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" lautet der Beginn eines Liedes, das die flüchtigen Vergnügungen auf der Amüsiermeile beschreibt.
Weitere Informationen über die Reeperbahn gibt es hier und im HanseWiki.


Neu erschienen: Wer steckt dahinter? Nach Frauen benannte Straßen, Plätze und Brücken in Hamburg Wer steckt dahinter? Nach Frauen benannte Straßen, Plätze und Brücken in Hamburg – Bei der Landeszentrale für politische Bildung ist kostenlos die Publikation "Wer steckt dahinter? – Nach Frauen benannte Straßen, Plätze und Brücken in Hamburg" erhältlich.

Die Publikation bietet eine aktuelle Auflistung aller nach Frauen benannten Straßen, Plätze und Brücken. Straßenbenennungen sind ein Seismograph für gleichstellungspolitische Strömungen. Von den gegenwärtig 9322 benannten Straßen sind 324 nach Frauen und rund 2.000 nach Männern benannt.

Straßennamen sind Teil der persönlichen Adresse. Deshalb regen nach Personen benannte Straßen zur Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Hamburgs Stadtgeschichte an und bieten die Chance, historische Ereignisse und gesellschaftliche Zusammenhänge exemplarisch aufzuzeigen und auf diese Weise im Gedächtnis zu bewahren.

Die Publikation ist kostenlos im Informationsladen der Landeszentrale für politische Bildung erhältlich. Die Öffnungszeiten des Informationsladens in der Altstädter Straße 11 sind Mo-Do 13.30 bis 18.00, Fr 13.30 bis 16.30 Uhr.

 

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