CD-Tipp: Henry Vahl "Einer spinnt immer" - hamburg-magazin.de

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CD-Tipp: Henry Vahl "Einer spinnt immer"

CD: Henry Vahl "Einer spinnt immer"

CD-Veröffentlichung setzt Hamburger "Original" Henry Vahl ein Denkmal

Henry Vahl gehört zu Hamburg wie der Michel und die Alster. Kaum ein Schauspieler verkörperte das Hamburger Milieu der "kleinen Leute" so wie der "Opa der Nation", wie er liebevoll genannt wurde. Als Volksschauspieler des Ohnsorg-Theaters begeisterte er in den 60er- und frühen 70er- Jahren Millionen Fernsehzuschauer. Ob als pensionierter Hamburger Beamter Brummer in "Tratsch im Treppenhaus" oder als kauziger Altgeselle Matten mit seinem Neffen Edgar Bessen in "Meister Anecker", das Publikum lachte Tränen. Bekannt war der gebürtige Stralsunder für seine Situationskomik, da er öfter mal seinen Text vergaß und so den Stücken unfreiwillig eine ganz eigene Note verpasste.

Dabei sah es nicht immer so rosig aus. Jahrzehntelang schlug sich Henry Vahl als Schauspieler in der zweiten Reihe durchs Leben. Erst 1958, mit 60 Jahren, bekam er seine Chance und schaffte den Durchbruch, als er den erkrankten Kollegen Otto Lüthje beim Ohnsorg-Theater vertreten musste. Große Erfolge feierte Henry Vahl auch in Fernseh- und Kinofilmen. So spielte er im TV-Zweiteiler "Die rote Geldbörse" (1966) die Hauptrolle oder glänzte neben Heinz Erhardt in "Unser Willi ist der Beste" (1971). Das deutsche Fernsehpublikum dankte es ihm 1967 mit der Verleihung des Bronzenen Bildschirms. In der Spielzeit 1971/72 verließ Henry Vahl das Ohnsorg-Theater und übernahm er über mehrere Jahre die Frauenrolle der Zitronenjette im St. Pauli Theater.

Aber nicht nur als Theater- und Filmschauspieler konnte Vahl begeistern. Sein trockener Humor und sein kauziges, schelmisches Gesicht waren jedem bekannt. So kam es, dass man den Traum-Opa ab Mitte der 60er-Jahre auch ins Plattenstudio schickte. Für das Hamburger Label "Elite-Special" nahm er zahlreiche Singles mit Stimmungsliedern auf. Vahl, der auf der Bühne schon immer gerne gesungen hatte, begeisterte auch hier seine Fans. Viele Lieder handeln von "seiner" Stadt Hamburg, die er über alles liebte. "Gretje und Tetje", "Is was?", "Alter schützt vor Torheit nicht" und "Wir waren alle mal Buttjes" entwickelten sich zu Gassenhauern und sind alten Hamburgern noch heute bekannt. Bei vielen seiner Lieder stand ihm auch Ohnsorg-Kollegin Heidi Kabel als Gesangspartnerin zur Seite. Das Paar war fester Bestandteil der Fernsehreihe "Haifischbar".

Das Lübecker Label "Sireena Records" hat dem berühmtesten Opa der Nation im ersten Teil der Reihe "Norddeutsche Klassiker" mit der CD-Veröffentlichung "Einer spinnt immer" ein Denkmal gesetzt. Henry Vahl komplett zum Mitsingen und Schunkeln – die Fotos im informativen Booklet runden die gelungene Würdigung ab. Ein passendes Geschenk für Oma und Opa.

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25.06.2010