IBA Hamburg: Energiebunker Wilhelmsburg - hamburg-magazin.de

Anzeige

Umwelt

IBA Hamburg: Energiebunker Wilhelmsburg

Ein Zukunftsmodell: Der Wilhelmsburger Flakbunker aus dem zweiten Weltkrieg wird zum Energiebunker.Credits: HHS Planer + Architekten AG

Der Hochbunker an der Neuhöfer Straße in Wilhelmsburg ist seit seiner Sprengung durch die britische Armee im Jahr 1947 im Inneren völlig zerstört. Die jetzt startenden notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen bereiten das Gebäude für seine zukünftige Nutzung vor. Bevor das einsturzgefährdete Betonbauwerk wieder zu neuem Leben erweckt werden kann, stehen ihm Schuttberäumung, eine Wiederherstellung der Statik sowie eine komplette Sanierung der erodierten Betonfassaden bevor.

Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg soll das ehemalige Kriegsbauwerk, ein Klotz aus Stahlbeton im Herzen des Wilhelmsburger Reiherstiegviertels, zu einem Ausflugsziel werden: Nach der Instandsetzung soll die jetzige Bauruine ein Besuchercafé in luftiger Höhe mit umlaufender Außenterrasse auf der obersten Plattform beherbergen. Die Besucher können vom rund 30 m hohen Bunker eine Aussicht über den ganzen Stadtteil bis in den Hamburger Hafen genießen. Damit erfährt das ehemalige Kriegsbauwerk eine Kehrtwende: Ein friedliches Kapitel kann endlich beginnen, nachdem der Flakbunker während des Zweiten Weltkriegs der deutschen Wehrmacht diente und in dieser Zeit insgesamt 30.000 Menschen Schutz vor Fliegerangriffen gewährte. Das 1947 von der britischen Armee mit dem Ziel der völligen Zerstörung gesprengte Bauwerk war als Mahnmal und stummer Zeitzeuge über 60 Jahre ohne Nutzung. Der heute von der Zeit, Wind und Wetter geschwärzte Koloss im Herzen Wilhelmsburgs ist für die Bewohner längst ein fester Bestandteil ihres Stadtquartiers geworden.

Energiebunker: Kraftwerk erneuerbarer Energien         

Geplant ist, dass der Bunker zu einem Kraftwerk erneuerbarer Energien werden soll und als Energiebunker zum möglichen Versorger von Betrieben und Wohngebäuden in den benachbarten Stadtvierteln werden kann. Die Umsetzung des Projektes durch Hamburg Energie soll mit EFRE-Mitteln ermöglicht werden; über einen entsprechenden Antrag wird in Kürze entschieden.

Der Energiebunker soll ein Vorbild für einen neuen, innovativen Energieverbund sein, der verschiedene erneuerbare Energieträger so bündelt, dass unterschiedliche Nutzer davon profitieren können. Dazu gehören beispielsweise Wohngebäude, soziale Einrichtungen, Unternehmen und Industrie. Damit wird demonstriert, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien nicht nur auf "Dorfebene" möglich ist, sondern auch in einem dichtbesiedelten Stadtteil einer Metropole.

Zukunftskonzept Erneuerbares Wilhelmsburg: Wachstum im Einklang mit der Natur

Eines der drei Leitthemen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg ist die Stadt im Klimawandel. Damit stellt sich die IBA Fragen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung in den Metropolen des 21. Jahrhunderts. Die IBA zeigt Möglichkeiten für eine klimaverträgliche Metropole, die wächst, ohne die Umwelt zusätzlich zu belasten und die Energie erzeugt, statt sie nur zu verbrauchen. In diesem Rahmen entwickelte die IBA das Zukunftskonzept "Erneuerbares Wilhelmsburg". Es zeigt, dass es möglich ist, bereits bis 2025 den Strombedarf der Gebäude auf den Elbinseln zu decken.

Mehr noch: Bis 2050 können die Gebäude auf den Elbinseln auch ihren Wärmebedarf durch erneuerbare und lokal erzeugte Energie decken. Wichtige Bausteine sind dabei der Energieberg Georgswerder, der demnächst über 4.000 Haushalte mit regenerativem Strom versorgen kann, sowie der Energiebunker, der jetzt zu einer Energiezentrale umgebaut werden soll. Aber auch optimale Gebäudetechnik und ambitionierte Gebäudesanierung sind grundlegende Bausteine des IBA-Klimaschutzkonzeptes.

24.01.2010



Anzeige

in Hamburg