Hamburg: Vorsicht vor der Augengrippe

Gesundheit & Lebenshilfe

Augentropfen zur Schmerzlinderung © Flickr

Augentropfen zur Schmerzlinderung © Flickr

Es klingt erst einmal ungewöhnlich, dass die Augen an einer Grippe erkranken können. Tatsächlich ist "Augengrippe" ein umgangssprachlicher Begriff für eine besondere Form der Bindehautentzündung, der von den grippeähnlichen Symptomen herrührt: Die Augen tränen und schmerzen, röten sich und jucken. Außerdem sorgt die Krankheit für eine ständige Müdigkeit. Das Portal blickcheck.de hat in einem Artikel anschaulich zusammengefasst, was die Augengrippe genau ist und wie sie behandelt wird. Einige der Informationen wollen wir an dieser Stelle an Sie weitergeben.

Hohe Ansteckungsgefahr

Der offizielle Name der Krankheit lautet Keratoconjunctivitis epidemica und sie wird durch hochansteckende Adenoviren ausgelöst. Wegen der extremen Ansteckungsgefahr ist der Augenarzt verpflichtet, jeden vom Labor bestätigten Fall zu melden. Am heftigsten wütete die Augengrippe in der Saison 2012/2013 mit mehr als 2.500 bekannten Fällen in Deutschland. Zuletzt war die Krankheit im Oktober ausgebrochen, vorwiegend in Bonn mit mehr als 100 Fällen. In Hamburg wurden im vergangenen Jahr laut blickcheck.de 34 Fälle gemeldet. Allerdings könne die Dunkelziffer weit höher liegen, da nicht jeder von der Augenkrankheit Betroffene einen Arzt aufsuche, sondern sie wie eine normale Bindehautentzündung zu Hause auskurieren würde. Doch wird sie nicht erkannt, können sich die Viren durch Hygienefehler und mangelnde Achtsamkeit schnell ausbreiten, zum Beispiel im Büro oder bei der Bewegung im öffentlichen Personennahverkehr.

Verbreitungsweg: Schmierinfektion

Der Grund: Adenoviren verbreiten sich über eine Schmierinfektion, das heißt, eine Person mit der Infektion kann sie weitergeben, wenn sie sich etwa im Auge reibt und die Tränenflüssigkeit beispielsweise beim Händeschütteln mit einer anderen Person in Kontakt kommt. Darüber hinaus können die Viren in der Tränenflüssigkeit über Gegenstände wie Treppengeländer, Lichtschalter oder Handtücher übertragen werden. Wer den Verdacht hat, an der Augengrippe zu leiden, sollte deshalb folgende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen: Man sollte regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und sich nicht ins Auge fassen. Nahen körperlichen Kontakt mit anderen Personen sollte man vermeiden, um sie nicht aus Versehen anzustecken. Ist die Augengrippe im Umlauf, sollten sowohl Angesteckte als auch Gesunde besonders darauf achten, nur die eigenen Pflege- und Schminkprodukte zu benutzen und sich keine Gegenstände zu teilen, die nah am Auge benutzt werden, wie etwa einen Fotoapparat oder ein Fernglas. Außerdem kann man sich in der Apotheke spezielles Desinfektionsmittel gegen Viren zulegen.

Harmloser Verlauf

Wer sich angesteckt hat, muss sich allerdings selbst keine allzu großen Sorgen machen, denn der Verlauf ist üblicherweise harmlos – nach 10 bis 14 Tagen sollten die Symptome abklingen, wonach die Krankheit endgültig überstanden ist. Danach ist man gegen diesen speziellen Auslösetyp gar immun, es besteht also kein Risiko einer erneuten Infektion. Dennoch sollte man beim Auftreten der Symptome unmittelbar einen Augenarzt aufsuchen, der feststellt, ob es sich tatsächlich um die Augengrippe oder etwas anderes handelt, etwa eine Entzündung des Auges. Um die Symptome während der Erkrankung zu lindern, können Betroffene einzelne Maßnahmen gegen die Beschwerden ergreifen:

  • Augentropfen oder eine Salbe können gegen das Gefühl helfen, ein Sandkorn im Auge zu haben.
  • Außerdem können Mittel gegen die Schmerzen und eventuelles Fieber eingenommen werden.

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