Beruf & Bildung
Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT)
© hcat-hamburg.de
Das neue Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT) mit knapp 3.000 m2 im Hamburger Stadtteil Borgfelde ist eine in Europa einmalige Lernortkooperation, in der Hochschule, berufliche Fachschule und die Luftfahrtindustrie die Ausbildung von Fachkräften direkt vor Ort vernetzen.
Räumlichkeiten, exemplarische Flugzeugsektionen, Maschinen und Werkzeuge können gemeinsam genutzt, das Know-how zwischen Lehre, Forschung und Praxis unmittelbar ausgetauscht werden. Das heißt: Es wird direkt für den Bedarf der Industrie qualifiziert, sodass dem Luftfahrtstandort Hamburg auch in Zukunft Spitzenkräfte zur Verfügung stehen, die den neuesten Stand der Technik beherrschen. Schwerpunkte liegen in der Weiterbildung auf den Bereichen Avionik/Elektronik sowie moderne Fertigungsverfahren und neue Werkstoffe und in der akademischen Lehre auf dem Bereich Kabine/Kabinensysteme.
Die Gewerbeschule 15 leitet einen Schwerpunkt im HCAT, das ASQ (Avionik- und Struktur-Qualifizierungszentrum). Die Weiterbildung zum Staatlich geprüften Luftfahrttechniker mit dem neuen Schwerpunkt Avionik läuft bereits, die Industrie hat einen großen Bedarf an Avionikern, da der Trend zum "all electronical aircraft" geht, aber auch zu neuen Strukturen aus leichteren Werkstoffen wie etwa CFK (Kohlefaserverbundstoffe). Trainer und Instruktoren von Airbus und Lufthansa Technical Training können in den neuen Werkräumen des HCAT Kursteilnehmer und Auszubildende anhand von realen Flugzeugstrukturbauteilen und modernen Faserverbundbauteilen in Reparatur- und Fügetechniken schulen.
Die Unternehmen profitieren darüber hinaus vom zweiten Gebäudebereich des HCAT, dem Labor für Kabinen und Kabinensysteme (KKS). Betreiber des Kabinenlabors ist die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg), die bereits seit Jahren den Studienschwerpunkt Kabine/Kabinensysteme anbietet. So lernen Studierende beispielsweise an einer 16,4 m langen Rumpfsektion einer A300 von Airbus die Architektur und Funktion des Unterflurbereiches eines Flugzeuges und das Frachtladesystem kennen, ein Cockpit-Modell dient Studien zu Ergonomie-, Beleuchtungs- und Klimakonzepten, und in einer Klimakammer werden anhand einer A320-Sektion Isolationsmaterialien auf ihre Funktionsfähigkeit untersucht.
Die Nutzung einer gemeinsamen Infrastruktur hat den Vorteil, dass zum einen realitätsnah, direkt für den Bedarf der Industrie qualifiziert wird und die Lehre bereits vor dem praktischen Einsatz neuer Werkstoffe, elektronischer Innovationen und neuer Produktionsverfahren reagieren kann. Zum anderen findet ein direkter Wissenstransfer auf allen Ebenen statt – zwischen Schule und Industrie, Studierenden und Technikern, Flugzeughersteller und Wartungsbetrieb, Hochschule und Fachschule und Ausbildern etc.
Neben dem ASQ und KKS gibt es eine dritte Säule im HCAT, die als Plattform für verschiedene Projekte dient. Die Projekte können von den Partnern aber auch von anderen Akteuren aus dem Luftfahrtcluster wie etwa den kleinen und mittelständischen Unternehmen durchgeführt werden. Die Arbeit im HCAT wird über den Beirat koordiniert. Dazu gehören Airbus, Lufthansa Technical Training, Lufthansa Technik, der Flughafen Hamburg, die Gewerbeschule 15, die HAW Hamburg, die Technische Universität Hamburg-Harburg, Hanse-Aerospace, HECAS, Nordmetall, die Agentur für Arbeit und die Wirtschaftsbehörde.
Ein Novum beim HCAT ist zudem, dass drei Behörden an der Public Private Partnership beteiligt sind: die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), die Behörde für Wissenschaft und Forschung (BWF) und die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB).
Ortsinformationen
Adresse
- Hamburg Centre of Aviation Training HCAT
- Brekelbaums Park 10
- 20537 Hamburg
- Telefon: 0 40/42 89 53 0
- E-Mail: G15@bsb.hamburg.de
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