Museen & Sammlungen
Deutsches Maler- und Lackierer-Museum
© Deutsches Maler- und Lackierer- Museum
Das Museum ist in dem idyllisch gelegenen Glockenhaus mit angrenzendem Barockgarten beherbergt. Hier wird die traditionsreiche Geschichte des Malerhandwerks, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, dokumentiert und gleichzeitig ein Einblick in die verschiedenen Anwendungsgebiete und Arbeitstechniken des Malerberufes gewährt. Gezeigt werden Werkzeuge, Pigmente, Bindemittel, eine komplette Werkstatt und Schablonen, aber auch Dokumente wie Gesellen- und Meisterbriefe, ein Handwerksladen und Zunftgegenstände.
Der vorhandene Raum reichte jedoch nicht aus, um alle Exponate zu zeigen. Vieles musste im Archiv aufbewahrt werden. Jetzt hat das Museum nach langen finanziellen Kämpfen und Umbauarbeiten das Erweiterungshaus "Tenne" als Ausstellungsfläche hinzubekommen.
Unter dem Oberbegriff "Werkstatt und Technik in drei Jahrhunderten" wird hier die Entwicklung der Technik des Malerhandwerks als begehbares Geschichtsbuch präsentiert. Im gelungenen Kabinett "Wanderschaften" wird auf die damals großartige Art der Weiterbildung hingewiesen: Was wären die Bauhütten der Dome, Burgen und Schlösser gewesen, ohne die wandernden Gesellen, die nach Bedarf zur Verfügung standen. Hamburger Maler bekamen so gut geschulte Mitarbeiter, die einige Monate bei niederländischen Meistern gearbeitet hatten.
Eine Werkstatt von 1600 soll deutlich machen, dass die Maler dieser Zeit nach heutigem Verständnis mehr in einem Atelier als in einer Werkstatt gearbeitet haben. Unabhängig von der Witterung schufen sie ihre Auftragsarbeiten in einer feinen Umgebung, wie sie auf einem alten Stich aus dieser Zeit festgehalten wurde.
Im Kabinett "Tapetentechnik" haben sich seit der Erfindung des Zellulose-Papiers um 1850 große Veränderungen durch die Produktion des Rollenpapiers ergeben. Hier hat sich durch die Einführung der Technik so manche Erleichterung eingestellt. Aber entscheidend blieb immer noch das handwerkliche Können. Denn die Tapeten hatten eine Salkante zum Schutz, die man von Hand abschneiden musste. Erst nach dem zweiten Weltkrieg kamen die so genannten Beschneidemaschinen auf. Auch das Einkleistern, ursprünglich von Hand ausgeführt, wurde abgelöst von Kleistermaschinen. Ebenfalls nach dem Krieg wurde eine Tapetendruckmaschine mit Handbetrieb entwickelt, die man zunächst in den Realfilmstudios, später dann auch im Studio Hamburg in Wandsbek verwendete.
Im Schablonenkabinett widmet man sich einer Technik, die heute wieder in Mode gekommen ist. Man entwarf ursprünglich die Dekormalerei, übertrug das Muster auf Schablonenpapier und schnitt das Muster selbst aus. Je größer das zeichnerische Talent, umso großartiger war das Dekor.
In einer Malerwerkstatt durfte eine Farbmühle nicht fehlen, nachdem sie etwa 1820 ihre Bewährung bestanden hatte. Im Zuge der Industrialisierung entstanden bald auch kleine Motoren für die Farbmühlen, so erübrigte sich das Kurbeln von Hand. Noch bis in die 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts waren diese Farbmühlen in Gebrauch.
Weitere Kabinette befassen sich mit der Arbeit der Lackierer, die sich von der der Maler unterschied. Eine besondere Fachgruppe waren die Wagenlackierer, die zur Gestaltung der Kutschen und Repräsentationswagen der herrschenden Fürsten herangezogen wurden.
Ortsinformationen
Adresse
- Deutsches Maler- und Lackierer-Museum
- Billwerder Billdeich 72
- 22113 Hamburg
- Telefon: 0 40/7 33 87 06
- Telefax: 0 40/3 48 06 25
- E-Mail: info@malermuseum.de
Fahrplan
Öffnungszeiten
- Sa: 10.00-13.00 Uhr
- So: 10.00-13.00 Uhr
-
Gruppen auf Voranmeldung.
Führungen nach Vereinbarung,
Telefon 040/34 38 87
Anfahrt
Preise
- 4,- €
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