Ausstellungen & Museen
Museum für Kunst und Gewerbe: Vorschau auf das Jahr 2012
© Achim Kleuker, Berlin
Das Jahr 2012 steht im Museum für Kunst und Gewerbe ganz im Zeichen der groß angelegten Wiedereinrichtung zentraler Sammlungen. Nach langen Sanierungsarbeiten öffnet das Haus nun vier seiner wichtigsten Sammlungsbereiche. Endlich können die Besucher wieder ihre Lieblingsstücke anschauen und bewundern. Den Auftakt im Februar 2012 bildet die Sammlung Moderne, gefolgt von den Sammlungen Antike, Renaissance und Design, gekrönt von der Wiedereröffnung der legendären Spiegel-Kantine, und schließlich dem Themenschwerpunkt Drei Weltreligionen.
Mit der Wiedereröffnung dieser Themen schließen sich die Lücken der großen Erzählung von menschlicher Kreativität und Erfindungsgabe von der Antike bis in die Gegenwart. "Mein Lieblingsmuseum", so nennen viele Hamburger das traditionsreiche Museum für Kunst und Gewerbe am Hauptbahnhof. 1877 wurde es von Bürgern für Bürger gegründet und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit in der breiten Öffentlichkeit. Über Generationen ist die Sammlung des Museums gewachsen, insbesondere durch das große Engagement Hamburger Bürger, die Ankäufe und Schenkungen möglich gemacht und dem Haus ihre Vermächtnisse anvertraut haben. Dass die Sammlung 2012 in ihrer ganzen Pracht wieder in vollem Glanz erstrahlen wird, ist vor allem den zahlreichen privaten Förderern zu verdanken. Zahlreiche spannende Sonderausstellungen wie "Udo. Die Ausstellung", "Alexander McQueen. Inspirations", "Picasso im Fotoporträt" oder der spektakulären Berliner Skulpturenfund ergänzen und bereichern das Spektrum der Sammlung.
Sonderausstellungen 2012
Neueröffnung Sammlung Moderne: Ab 18. Februar 2012
Die Neueröffnung der Sammlung Moderne bildet den Auftakt der Wiedereinrichtung wichtiger Sammlungsbereiche des Museums. Die neue Dauerausstellung erzählt in sechs großen Kapiteln vom Aufbruch in die Moderne, dem Aufbrechen ästhetischer Traditionen und der Suche nach Einfachheit und Funktionalität. Die Besucher erwartet in renovierten Räumen eine neue Präsentation, die Möbel, Kunsthandwerk, Produktdesign, Fotografie und Mode zu einem großen Ganzen zusammenbringt und den Geist der Zeit wieder lebendig werden lässt. Die Ausstellung schlägt den Bogen von den ersten Weltausstellungen im 19. Jahrhundert und der Gründung des Museums als stilistische Vorbildersammlung bis zu den Ideen von Bauhaus, Neuem Wohnen der 1920er-Jahre und der Reformpädagogik. Sie lässt die legendären, expressionistischen Künstlerfeste wieder aufleben und beleuchtet zugleich den rückwärtsgewandten, pompösen Stilpluralismus dieser Zeit. Der gesamte Rundgang beginnt mit den bereits in 2011 eröffneten Milde-Speckter-Zimmer und der Louis-Seize-Raum.
Was da ist. Ausstellung des KAIROS-Preisträgers 2012 der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.: 4. März bis 6. Mai 2012
Der KAIROS-Preis ist mit 75.000 Euro einer der höchstdotierten Kulturpreise in Europa und wird an europäische Künstler und Wissenschaftler aus den Bereichen bildende und darstellende Kunst, Musik, Architektur, Film, Fotografie, Literatur, Design und Publizistik verliehen. Die diesjährige Preisverleihung wird begleitet von einer Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, die das künstlerische Schaffen des Preisträgers vorstellt.
Der Berliner Skulpturenfund: 20. April bis 23. September 2012
Im April 2012 kehren fünf verschollen geglaubte expressionistische Werke nach mehr als 70 Jahren an ihren ursprünglichen Ausstellungsort im Museum für Kunst und Gewerbe zurück. Der "Kopf" von Otto Freundlich aus dem Jahre 1925, Richard Haizmanns "Figur" (1929), Naum Slutzkys "Weibliche Büste" (vor 1931) sowie die "Stehende Gewandfigur" (1925) und "Stehender weiblicher Akt" (o. J.) von Gustav Heinrich Wolff wurden im Januar 2010 zusammen mit 11 weiteren Skulpturen bei einem spektakulären Fund in Berlin geborgen. Die 16 verloren geglaubten Werke, die als der Berliner Skulpturenfund Schlagzeilen machten, sind nun erstmals in Hamburg im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen, nachdem sie nach ihrer Auffindung zunächst im Neuen Museum Berlin ausgestellt waren.
Die Sammlung Hanneforth – 250 Meisterwerke des Instrumentenbaus: 15. Juni bis 30. Dezember 2012
Die Sammlung Prof. Dr. Wolfgang Hanneforth wurde dem Museum im Herbst 2011 als Geschenk übergeben. Die in einer etwa 30-jährigen Sammeltätigkeit aufgebaute Instrumentensammlung umfasst rund 250 Musikinstrumente. Das Interesse des Sammlers galt technisch außergewöhnlichen, in ihrer Konstruktion innovativen Instrumenten. Den Hauptbestandteil der Sammlung bilden Streich- und Holzblasinstrumente des 19. und 20. Jahrhunderts. Darunter befinden sich die für frühe Tonaufnahmen von dem Ingenieur Johann Matthias Augustus Stroh entwickelten "Strohgeigen" – Streichinstrumente mit einem schallverstärkenden Metalltrichter. Nach Ende der Sonderausstellung werden zentrale Stücke der Hanneforth-Sammlung in die Dauerausstellung der Musikinstrumentensammlung des Museums integriert.
Ichundichundich. Picasso im Fotoporträt: 13. Juli bis 21. Oktober 2012
Picasso hatte nicht nur eine Leidenschaft für die Malerei, sondern ließ sich auch leidenschaftlich gerne fotografieren. Die bemerkenswertesten seiner Porträts, von der klassischen Atelierszene über Schnappschussfotografie bis hin zur inszenierten Pose, sind im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Die Ausstellung versammelt rund 250 Fotoporträts verschiedener Fotografen, darunter Berühmtheiten wie Richard Avedon, Brassaï, Henri Cartier-Bresson, Man Ray, Cecil Beaton oder Madame d'Ora. Die große Bandbreite der Fotografien dokumentiert nicht nur das Äußere des Porträtierten, sondern auch bedeutende Orte, Situationen und Personen in seinem Leben. Vor allem aber zeigen sie, wie Picasso sich selbst sah und wie er gesehen werden wollte.
Neueröffnung Sammlungen Antike und Renaissance: Ab 31. August 2012
Die umfangreichen Sammlungen der Bereiche Antike und Renaissance werden ab Ende August 2012 in einer völlig neuen Präsentation eröffnet. In Zusammenarbeit mit dem vielfach preisgekrönten neo.studio neumann schneider architekten entsteht im Erdgeschoss des Museum für Kunst und Gewerbe ein spannender Ausstellungsrundgang, der die Exponate ins Rampenlicht rückt, sie in neue Nachbarschaften stellt und zentrale Aspekte in der Ausstellungsarchitektur aufgreift, um sie den Besuchern durch eigenes Erleben nachvollziehbar zu machen. Beeindruckende Raumbilder bringen die Werke mit einer besonderen Lichtdramaturgie zur Geltung und bieten einen sinnlichen Zugang zu den Werken. Raumfüllende Inszenierungen und ausgesuchte Farbwelten lenken den Blick auf Themen, die die Menschen in der Antike besonders umtrieben: Ägypten – Land der Pharaonen, Koptische Textilien, Mythos und Wahrheit von Homers Helden, Zeitalter der Tyrannis, Entwicklung einer kollektiven Identität, das rätselhafte Volk der Etrusker, Rom und sein Imperium.
Neueröffnung Sammlung Design und Spiegel-Kantine: Ab 19. Oktober 2012
Erstmals erhält die umfangreiche Sammlung Design unter Federführung von Claudia Banz, seit April 2010 Leiterin der Abteilung Kunst und Design der Moderne, eigene Räume im zweiten Stock des Museum für Kunst und Gewerbe. Ein Höhepunkt der Präsentation ist die Wiedereinrichtung der berühmten Spiegel-Kantine von Verner Panton, die die Spiegel Verlagsgruppe dem MKG fast vollständig geschenkt hat. Eine Plattform für wechselnde Studioausstellungen setzt sich mit aktuellen Strömungen wie Social Design, Glocal Design oder Autorendesign auseinander und diskutiert die Rolle von Design im 21. Jahrhundert in kultureller, technologischer, sozialer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht. Die Designsammlung des Museum für Kunst und Gewerbe repräsentiert über 200 Jahre Designgeschichte vom Biedermeier über Bauhaus und Art Déco, vom Produktdesign der Firma Braun über italienisches Anti-Design bis zum Elektrodesign der Firma Apple.
Museum für Kunst und Gewerbe-Messe Kunst und Handwerk 2012: 23. November bis 9. Dezember 2012
Die alljährliche, seit über 130 Jahren stattfindende Messe des Museums wird 2012 deutlich erweitert werden. Eine Vergrößerung des Teilnehmerkreises der Ausstellung und Veränderungen im Auswahlverfahren sollen für eine größere Vielfalt an Gewerken, eine Internationalisierung und eine stärkere Durchmischung der Aussteller sorgen.
Neueröffnung Sammlung Drei Weltreligionen: Ab 14. Dezember 2012
Das Museum für Kunst und Gewerbe ist eines des der wenigen Museen weltweit, das in seiner vielfältigen Sammlung hochkarätige Kunstobjekte des Islam, des Buddhismus und des Christentums unter einem Dach vereint. Mit der neuen Präsentation der drei großen Weltreligionen in einem inhaltlichen Zusammenhang greift das Haus ein zentrales und hochaktuelles Thema auf. Die Sammlungsbereiche Christliches Mittelalter, Islam und Buddhismus werden in der neu eröffneten Dauerausstellung bewusst durch Verbindungen, Assoziationen und Gemeinsamkeiten verknüpft. So haben die Besucher die Möglichkeit, die Bildwerke der verschiedenen Kulturkreise und Glaubensgemeinschaften und ihren jeweiligen religiösen Kontext direkt miteinander in Beziehung zu setzen. Die neue Dauerausstellung lädt ein, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Vorstellung vom Jenseits, von Glaubensverheißung, Frömmigkeit, religiösen Ritualen und Liturgien zu entdecken und verstehen zu lernen.
Ortsinformationen
Adresse
- Museum für Kunst und Gewerbe
- Steintorplatz 1
- 20099 Hamburg
- Telefon: 0 40/42 81 34 - 8 80
- Telefax: 0 40/42 81 34- 9 99
Fahrplan
Öffnungszeiten
- Di: 11.00-18.00 Uhr
- Mi: 11.00-18.00 Uhr
- Do: 11.00-21.00 Uhr
- Fr: 11.00-18.00 Uhr
- Sa: 11.00-18.00 Uhr
- So: 11.00-18.00 Uhr
-
Geschlossen
Montag, 1. Mai, Heiligabend und Silvester
Geöffnet
1. und 2. Weihnachtstag, Neujahr: 12.00 bis 18.00 Uhr
sonstige Feiertage (Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag, Himmelfahrt, Pfingstsonntag, Pfingstmontag, Tag der deutschen Einheit): 11.00 bis 18.00 Uhr
Preise
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8,- Euro, ermäßigt 5,- Euro, Mi/Do ab 17.00 Uhr immer 5,- Euro
Kostenloser Eintritt für Kinder bis 18 Jahre, in Begleitung
Barrierefreiheit
Anfahrt
Veranstaltungstipps
22.05.2012 - 30.05.2012
Intermedians: Gabi Dziuba trifft auf Jonathan Johnson
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22.05.2012 - 31.10.2012
Die Masse machts! Elastolin-Figuren von Hausser bis Lineol
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100 Jahre Reemtsma – Werbewelten Made in Hamburg – Das Museum der Arbeit übernahm im Jahr 2005 das Werbemittel- und Fotoarchiv der Reemtsma Cigarettenfabriken und präsentiert im Jubiläumsjahr 2010 mit einer großen Ausstellung die Entwicklung des Unternehmens und seiner Marken mit Objekten aus der reichhaltigen Sammlung. Mehr lesen...
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