Hamburger Kunsthalle: Vorschau auf das Ausstellungsjahr 2012 - hamburg-magazin.de

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Ausstellungen & Museen

Hamburger Kunsthalle: Vorschau auf das Ausstellungsjahr 2012

Paul Wunderlich (1927-2010)  Odaliske (nach Ingres), 1975  Farblithographie, 640 x 835 mm  © Hamburger Kunsthalle/ bpk  Photo: Christoph Irrgang© Hamburger Kunsthalle/ bpk, Foto: Christoph Irrgang

Die Hamburger Kunsthalle blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. Zahlreiche, viel beachtete Ausstellungen sowie die eigene Sammlung zogen 2011 rund 360.000 Besuchern an. 2012 werden hochkarätige Schauen aus den eigenen Beständen sowie Leihgaben aus internationalen Museen zu sehen sein:

5. Februar bis 27. Mai 2012
Paul Wunderlich – Das frühe lithographische Werk
Zum ersten Mal würdigt ein Hamburger Museum das Werk von Paul Wunderlich (1927-2010) mit einer Einzelausstellung. Wunderlich zählte bis zu seinem Tod im Jahr 2010 zu jenen Künstlern der Stadt, die international ein hohes Ansehen genossen.

Anlass der Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle ist die Schenkung eines großen Bestands an Lithographien Wunderlichs durch den Berliner Kunsthändler Dieter Brusberg. Da sich diese Sammlung auf einen spezifischen Zeitabschnitt, namentlich auf Wunderlichs frühe Lithographien konzentriert, werden Arbeiten aus den Jahren bis 1975 gezeigt.

Präsentiert werden rund 80 Lithographien, die motivisch gruppiert sind. Ergänzt werden diese Blätter durch Radierungen und Ölgemälde aus eigenem Bestand sowie aus der Sammlung von Karin Székessy-Wunderlich.

Louise Bourgeois (1911-2010)
© Louise Bourgeois Trust; VG Bild-Kunst, Bonn

10. Februar bis 17. Juni 2012
Louise Bourgeois– Passage dangereux
Die Hamburger Kunsthalle ehrt mit einer Ausstellung eine Jahrhundert-Künstlerin: Louise Bourgeois (1911-2010). Aus Anlass des 100. Geburtstags der Künstlerin werden Skulpturen, Rauminstallationen, Radierungen, Arbeiten aus Stoff und Tapisserien gezeigt, die in den letzten 15 Lebensjahren entstanden sind. Das Werk einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstlerinnen unserer Zeit offenbart eine ganz eigene Form- und Materialsprache. Es behandelt existentielle Themen des Menschseins und zugleich ganz persönliche Erfahrungen, denen sich Louise Bourgeois unermüdlich zu stellen wagte: Angst, Abhängigkeit, Erinnerung, Sexualität, Liebe und Tod. Die ausgestellten Werke kommen aus renommierten internationalen Museen, Privatsammlungen und vom Louise Bourgeois Trust. Einige Arbeiten sind zum ersten Mal überhaupt öffentlich zu sehen.

Zu den oft raumgreifenden und mehrteiligen Exponaten gehört der großformatige, vierzehnteilige Radierungszyklus "À l'infini" (2008) aus dem Besitz des Museum of Modern Art in New York, der erstmals in Deutschland vorgestellt wird. Das MoMA war das Museum, das Louise Bourgeois im Jahr 1982 als erster Künstlerin überhaupt eine retrospektive Ausstellung widmete.

Neo Rauch (*1960)
© courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin und David Zwirner, New York; VG Bild-Kunst, Bonn 2011, Photo: Uwe Walter

17. Februar bis 13. Mai 2012
Müde Helden: Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka – Neo Rauch

Im Mittelpunkt der Ausstellung "Müde Helden: Ferdinand Hodler – Aleksandr Dejneka – Neo Rauch" steht die Entwicklung der Utopie des 'Neuen Menschen' im 20. Jahrhundert. Im Werk der drei Maler dieser Ausstellung wird die Geschichte dieses Ideals wie in einem Brennspiegel gebündelt reflektiert. Der Schweizer Maler Ferdinand Hodler (1853-1918) steht am Anfang dieser historischen Entwicklung. Als einer der hervorstechenden Vertreter der Lebensreformbewegung gibt er dem um 1900 mit großem Pathos vorgetragenen Thema des '"Neuen Menschen" in seiner Malerei künstlerischen Ausdruck. Seine großfigurigen Gemälde weiblicher und männlicher Gestalten tragen jedoch, ungeachtet ihrer Monumentalität, bereits die Zeichen des Artifiziellen und Dekorativen an sich – und können von daher als "müde Helden" betrachtet werden.

Der im Westen weniger bekannte, in Kursk geborene Aleksandr Dejneka (1899-1969) war zwischen 1918, dem Todesjahr Ferdinand Hodlers und der Verordnung des Sozialistischen Realismus in der Sowjetunion im Jahr 1932 ein Protagonist der postrevolutionären Malerei. Bisher völlig unbeachtet blieb, wie sehr sich der russische Maler in seinen Bildmotiven, wie auch in der Körpersprache und der Modellierung seiner Personen an Hodlers eurythmisch bewegten Figuren orientiert. In seinen Gemälden ersetzt Dejneka die aufblühende Natur durch im Aufbau befindliche Industrielandschaften. Dejnekas Arbeiter erscheinen wie die Wiedergeburt der symbolistischen Malerei des Schweizers in proletarischem Gewand.

Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts greift der in der DDR aufgewachsene und ausgebildete Neo Rauch (*1960) den von Hodler und Dejneka geprägten Typus nach dem Ende des Kommunismus erneut auf. Mit bewusstem Rückgriff auf die Helden aus Technik und Industrie der 20er- und 30er-Jahre lässt er die Figuren in Posen der Handlungshemmung erstarren und in absurden Zusammenhängen ins Leere laufen. Die Utopie des 'Neuen Menschen' verkehrt sich hier in eine Absage an die Fortschrittsgläubigkeit und an jegliche Ideologie. In der Ausstellung Müde Helden wird das Werk des international anerkannten, führenden Malerstars der Leipziger Schule, Neo Rauch, erstmals in einem historischen und kunsthistorischen Zusammenhang präsentiert.

Die Ausstellung besteht nahezu ausschließlich aus großformatigen Gemälden und umfasst insgesamt über 90 Werke.

25. März bis 8. Juli 2012
Georg Jappe: Ornithopoesie – Vögel sind das Gedächtnis der Landschaft

Vögel inspirierten Georg Jappe sein Leben lang: Aus Beobachtungen ihrer Arten, Gesänge, Flüge und Geschichte entwickelte er ein vielschichtiges Werk in den Grenzbereichen von Bildender Kunst, Poesie und Ornithologie: "Ornithopoesie" – eine Wortschöpfung Georg Jappes. Ob am Niederrhein, im Hochgebirge, auf der Hallig, im Teufelsmoor, auf Spitzbergen oder Grönland: stets notierte er Vogelarten in ihrem – oft beschädigten – Umfeld. Die so entstandenen Vogeltagebücher bilden das Ausgangmaterial für seine großformatigen "Schreibtischblätter" und zahlreichen Schriftzeichnungen. Auf diesen Papierbögen legte Georg Jappe Zeichnungen, Diagramme und Texte an: Vogellisten, Träume, Gedichtentwürfe, Ausstellungspläne, Landschaftsnotate oder auch oft abgründig Erlebtes – eine Synthese von Schreiben und Zeichnen in der Nähe zur Konkreten Poesie: "Optische Poesie" (Georg Jappe). Die Ausstellung bietet einen Einblick in das Gesamtwerk Georg Jappes mit dem Schwerpunkt Vögel.

8. Juni bis 23. September 2012
Lost Places

In den letzten Jahren hat die Photographie innerhalb der künstlerischen Medien einen neuen Höhepunkt erreicht. Ausgehend von der Düsseldorfer Schule mit Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff oder Candida Höfer hat sich eine junge Generation von Künstlern entwickelt, die auf unterschiedliche Weise das Thema "Raum" und "Ort" im Zeichen historischer Veränderungen und sozialer Krisen aufzeigen. Mit der Ausstellung Lost Places widmet sich die Hamburger Kunsthalle diesen neuen Positionen, die in Photographie, Film und Installation verschiedenste Orte und Lebensräume und ihre zunehmende Isolierung dokumentieren.

22. Juni bis 30. September 2012
Alice im Wunderland der Kunst

Seit fast 150 Jahren fasziniert eine der herausragenden literarischen Erfindungen Kinder wie Erwachsene gleichermaßen: Lewis Carrolls Geschichte von der kleinen Alice im Wunderland. Die Abenteuer des Mädchens im rätselhaften Kaninchenbau und hinter den Spiegeln verzauberten schon kurz nach ihrem Erscheinen Königin Viktoria von England wie Oscar Wilde gleichermaßen. Bis heute ziehen sie ein Millionenpublikum in ihren Bann, so auch anlässlich der Verfilmungen z. B. von Walt Disney und zuletzt von Tim Burton. Nun wird Alice und den mannigfachen künstlerischen Reaktionen, die sie entfachte, erstmals eine Ausstellung gewidmet. Die Schau Alice im Wunderland der Kunst in der Hamburger Kunsthalle umfasst etwa 200 Werke aus 150 Jahren Kunstgeschichte, darunter Gemälde, Skulpturen, Buchillustrationen, Photographien, Zeichnungen, Filme und Rauminstallationen. Das breite Spektrum an Medien eröffnet dem Besucher die unterschiedlichsten Zugangsmöglichkeiten und verwandelt die Ausstellung selbst in ein anregendes Wunderland.

Johann Christian Reinhart (1761-1847)
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek / bpk

26. Oktober 2012 bis 27. Januar 2013
Johann Christian Reinhart – Ein deutscher Landschaftsmaler in Rom

Johann Christian Reinhart (geboren 1761 in Hof a. d. Saale, gestorben 1847 in Rom) gehört zu den zentralen Künstlergestalten der Zeit um 1800. In Leipzig und Dresden ließ er sich zum Künstler ausbilden, unter anderen von Adam Friedrich Oeser. Ab 1785 war er freundschaftlich mit Friedrich Schiller verbunden, und wirkte einige Jahre am Hofe Herzog Georgs I. von Sachsen-Meiningen, bevor er sich 1789 nach Rom begab, wo er bis zu seinem Tode blieb.

Von Anfang an konzentrierte sich Reinhart auf die Landschaftskunst. Im Laufe seines Lebens leistete er auf allen Teilgebieten dieses Genres Wesentliches und entwickelte sich zu einem ihrer bedeutendsten Vertreter überhaupt. Die Hamburger Kunsthalle würdigt Reinharts Bedeutung für die deutsche Kunstgeschichte nun als erstes Museum überhaupt mit einer umfangreichen Retrospektive.

Die Ausstellung zeigt Werke aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle und Leihgaben verschiedener deutscher und internationaler Museen. Präsentiert werden knapp 30 Gemälde. Ein besonderes Augenmerk wird auf ca. 90 Zeichnungen gelegt, von denen in den letzten Jahren zahlreiche neu entdeckt wurden. Die in verschiedensten Techniken ausgeführten, brillanten und farbkräftigen Arbeiten sind hauptsächlich Wiedergaben nach der Natur, wie die Rheinaquarelle von 1787. Etwa 50 Radierungen des Künstlers runden die repräsentative Auswahl ab.

Ab Herbst 2012
Charles Meryon und die französische Radierbewegung

Ab Herbst 2012 zeigt die Hamburger Kunsthalle anhand der Graphiken des in Paris geborenen Künstlers Charles Meryon (1821-1868), dass die Renaissance der Radierkunst ihren Mittelpunkt in Frankreich hatte. Meryons Sonderstellung rührt daher, dass er zu den frühen Wiederentdeckern der Radierung gehörte. Schon in den 1850er-Jahren radierte er, der "Piranesi Frankreichs", Ansichten des mittelalterlichen Paris. Und immer wieder ließ er in seinen Bildern, bedingt durch seine zunehmende geistige Erkrankung, die Stadt von phantastischen Wesen befallen. Damit rückte er die Erscheinung der Großstadt in ein geradezu visionäres Licht.

25. Januar bis 19. Mai 2013
Giacometti . Die Spielfelder

Ab Januar 2013 ermöglicht die Hamburger Kunsthalle einen neuen Blick auf die Kunst von Alberto Giacometti (1901-1966) und macht dabei deutlich, warum das Werk eines der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts bis heute wegweisend ist. Dafür werden erstmals überhaupt Giacomettis in Deutschland kaum bekannte surrealistische Frühwerke zum Ausgangspunkt genommen und ihre Folgen für das gesamte, berühmte Nachkriegswerk aufgezeigt: In den fragilen Unikaten aus Holz, Marmor und Gips der 1920er- und 1930er-Jahre richtet Giacometti die Skulptur horizontal aus und entwickelt das bis in die heutige Kunst reichende Konzept der "Skulptur als Platz".

Die Ausstellung verfolgt diese Idee über die bekannten Sammelskulpturen der Nachkriegszeit, mit ihrer typisch überlängten Formensprache, bis hin zu Giacomettis spektakulären mannshohen Entwürfen für seine Gestaltung des Vorplatzes der Chase Manhatten Bank in New York von 1960. Die überlebensgroßen Figuren bilden im Spätwerk wie in der Ausstellung den Höhepunkt der Suche nach einer idealen Platzgestaltung zwischen Kunst und Leben. Mit ihrer Präsentation werden die Räume der Galerie der Gegenwart zum Träger des zentralen Themas der Schau, nämlich zu inszenierten Spielfeldern für die Besucher selbst.

Die groß angelegte Schau umfasst rund 120 ausgewählte, zum Teil bislang kaum ausgeliehene Holz-, Marmor-, Gips- und Bronzeskulpturen sowie Ölgemälde, Zeichnungen und Photographien aller Werkphasen aus internationalen Museen und Privatsammlungen. Präsentiert wird die ganze Spannweite und Aktualität von Giacomettis Kunst. Das Bucerius Kunst Forum zeigt parallel vom 26. Januar bis zum 20. Mai 2013 die Ausstellung "Giacometti und sein Kreis", welche die Portraitkunst Giacomettis in den Mittelpunkt stellt.

 

Alle Ausstellungen und Events in der Kunsthalle Hamburg finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

23.01.2012

Ortsinformationen

Adresse

  • Kunsthalle – Galerie der Gegenwart – Hubertus-Wald-Forum
  • Glockengießerwall 1
  • 20095 Hamburg
  • Telefon: 0 40/42 81 31-2 00
  • Telefax: 0 40/4 28 54 34 09
  • E-Mail: info@hamburger-kunsthalle.de

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Öffnungszeiten

  • Di: 10.00-18.00 Uhr
  • Mi: 10.00-18.00 Uhr
  • Do: 10.00-21.00 Uhr
  • Fr: 10.00-18.00 Uhr
  • Sa: 10.00-18.00 Uhr
  • So: 10.00-18.00 Uhr
  • Donnerstag vor Feiertagen nur bis 18.00 Uhr

Preise

  • 12,- €, ermäßigt 5,- € inklusive Sonderausstellungen
    freier Eintritt unter 18 Jahren
    Familienkarte (Eltern mit Kindern unter 18 Jahren) 16,- €

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Behindertengerecht Für gehbehinderte Besucher stehen kostenlos Rollstühle zur Verfügung. Führungen in Deutscher Gebärdensprache.

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