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Die Hamburger Kino-Landschaft bietet jedem
Filmfreund Kino nach seinem besonderen Geschmack: Soll es das neueste Filmspektakel aus
Hollywood sein oder lieber eine Rarität aus den 70ern? Womöglich bevorzugen Sie
Originalfassungen oder legen besonderen Wert darauf, einen nummerierten Platz reservieren
zu können, um ohne Stress vom Alltag zu entspannen? Unsere große
Kino-Übersicht
informiert Sie detailliert über die einzelnen
Kinos.
In Hamburg ist alles möglich! Neben vielen Kinos mit aktuellem
Programm, die Sie auf dem Laufenden halten, zeigen verschiedene Häuser Ihnen auch ältere oder
weniger unbekannte
Filme. Die größten Kinos in der Innenstadt, die Ihnen aktuelle Filme präsentieren, sind
das Streits und Cinemaxx. Filme in der
Originalfassung (OF) oder mit
Untertiteln (OmU) zeigen besonders häufig Abaton,
Zeise Kinos, 3001 Kino und Metropolis. Die
Programmkinos mit
den umfangreichsten Programmen sind Abaton, Magazin, 3001 Kino, Metropolis und B-Movie.
Alljährlich im Herbst lockt Hamburg Cineasten aus aller Welt
an, wenn das Filmfest Hamburg rund eine Woche lang Neuigkeiten, Geheimtipps und Retrospektiven
präsentiert. Aber auch kleinere Festivals wie das Fantasy Filmfest, das Kurzfilmfestival
und die Schwul-lesbischen Filmtage haben in der Hamburger Kinolandschaft ihren festen
Platz.
| Kinos
in Hamburg auf einen Blick |
Das aktuelle Kinoprogramm mit Filmbeschreibung finden Sie in unserem
Veranstaltungskalender.
In unserer Filmdatenbank
können Sie in mehr als 9.000 Filmen nach dem Regisseur, Schauspielern oder dem
Produktionsjahr suchen.
Buchtipp:
Mach'
dir ein paar schöne Stunden – Das Hamburger Kinobuch
von Volker Reißmann und Michael Töteberg, Edition Temmen, 304 Seiten, Preis
29.90 Euro
"Mach Dir ein paar schöne Stunden, geh' ins Kino", lautete der Werbeslogan
der deutschen "Lichtspieltheater" in den 1960er-Jahren. Das große Hamburger
Kinobuch behandelt über 100 Jahre Filmkultur in der Hansestadt:
wissenschaftlich fundiert, aber populär aufbereitet. Das Kino ist ein Ort
der Illusionen und Träume, fast jeder verknüpft damit Erinnerungen. Von den
traditionsreichen Premierentheatern der Innenstadt bis zu den "Flohkisten"
um die Ecke werden alle Hamburger "ihr" Kino im Buch entdecken.
Der Band spannt einen weiten Bogen: von den ersten Kinematographen über die
glamourösen Filmpaläste der 1920er-Jahre, der Blüte in den 1950er-Jahren und
dem anschließenden Kinosterben nach dem Siegeszug des Fernsehens bis zur
wiederum radikal gewandelten Kinoszene heute.
"Die interessanteste und amüsanteste Erfindung des 19. Jahrhunderts"
versprach eine Zeitungsanzeige am 21. Dezember 1895 den Hamburgern, als auf
dem Dom das Bioskop, einen Projektionsapparat der Brüder Skladanowsky, der
54-mm-Film zeigte, präsentiert wurde - die Erfolgsgeschichte des Kinos hatte
begonnen. Kinetoskopen, die ersten Filmbetrachter, entstanden am Gänsemarkt
und in der Kaiser-Wilhelm-Straße, die sich mit ihren kurzen Filmen reger
Nachfrage erfreuten. Auch die Varietéhäuser führten bald die "lebenden
Photographien" vor. Der erste Hamburger Kino-Unternehmer, James Henschel,
verkalkulierte sich jedoch. Dennoch wurden weitere Kinos eröffnet.
Kinozentren wurden bald die Gegend um den Hauptbahnhof und der
Spielbudenplatz in St. Pauli: Union-Theater, Knopf's Lichtspielhaus, Tivoli
und Hein Köllisch's Universum zogen Hamburger und Touristen an. Dieser
Kinoboom wurde erst mit dem 1. Weltkrieg eingedämmt. Danach ging es jedoch
schnell wieder bergauf. Große Filmpaläste entstanden, der deutsche Film
hatte seine Hochzeit mit Stars wie Marika Röck, Heinz Rühmann, Zarah
Leander, Heinrich George u.v.m. Selbst der zweite Weltkrieg konnte den
Kinoerfolg nicht aufhalten, auch wenn sich vieles änderte. In der
Nachkriegszeit, mit Beginn des Wirtschaftswunders, kamen internationale
filme nach Deutschland. Die Hamburger standen Schlange danach. 1952 gab es
139 Filmtheater in der Stadt. Premierentheater und Stadtteilkinos um die
Ecke florierten gleichermaßen. Goldene Zeiten brachen für die Kinos an. Doch
Ende der 50er-Jahre kam der Fernseher und mit ihm begann das Kinosterben.
Doch nicht nur Schließungen gab es. Im März w1971 wurden am Hauptbahnhof
drei Filmtheater in einem Haus eröffnet, Hein Riech, der König de
Schachtelkinos, hatte auch Kinos an der Reeperbahn und übernahm den
kompletten Ufa-Theaterpark.
Bald entstanden auch alternative Spielstätten wie das Abaton, wo nicht
Mainstream, sondern Filme, die zum Mitdenken und Mitarbeiten anregen
sollten, gezeigt wurden. 1972 entstand das erste Autokino.
Eines der schönsten und elegantesten Kinos, das Esplanade Theater, musste
1982 seine Tore schließen, weil der Hauseigentümer andere Pläne mit dem
Gebäude hatte.
Zu Beginn der 80er-Jahre machte ein junger Kinounternehmer auf sich
aufmerksam. Hans-Joachim Flebbe kaufte sein erstes Kino in der Gerhofstraße
in Hamburg, dem bald Holi und Passage folgen sollten. Moderne Technik wurde
eingebaut, und auch in anderen Kino wurde investiert. 1989 gründete Flebbe
die CinemaxX-Gesellschaft, mit der ein neues Kino-Zeitalter begann.
Kino in Hamburg, das ist eine bewegte Geschichte mit zahlreichen Erfolgen
und Niederlagen. Rund 500 Filmtheater haben von 1900 bis heute existiert.
Ein genaues Verzeichnis gab es jedoch bisher nicht. Das Buch versucht nun
diese Lücke schließen legt neben den kulturhistorischen Beiträgen einen
Katalog, nach Stadtteilen sortiert vor. Eine Fundgrube nicht nur für
Cineasten.
Michael Töteberg ist leitender Verlagsangestellter und Volker Reißmann
Diplom-Bibliothekar. Beide leben in Hamburg und sind ehrenamtliche Vorstände
im Verein "Film- und Fernsehmuseum Hamburg e.V. seit 1995".
Das Hamburger Kinobuch bei Amazon
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