Stadtmodell: Die Hamburger Innenstadt mit den Händen ertasten

Menschen mit Behinderung

Modell eines Teils von Hamburg auf dem Rathausplatz

Das Blindenrelief am Rathausmarkt hilft blinden Menschen, die Hamburger Innenstadt zu "erfühlen" – aber auch Sehende lernen mit dem Stadtmodell Hamburg aus einer ganz anderen Perspektive kennen.

Das Rathaus fühlt sich gut an, ebenso die Hauptkirche St. Petri: Wer an dem Stadtmodell aus Bronze, das neben dem Rathaus vor dem Bucerius Kunstforum steht, mit den Händen entlang gleitet, lernt die Hamburger Innenstadt ganz neu kennen. Das Modell wurde vom Lionsclub Hamburg für blinde und sehbehinderte Menschen erbaut und dient dazu, sich die Gebäude und Straßenverläufe, deren Namen in Druckbuchstaben und in Brailleschrift zu lesen sind, zu ertasten und so eine plastische Vorstellung von der Hamburger Innenstadt zu erfühlen.

Heiko Kunert, designierter Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e. V. auf das Modell: "Das Stadtmodell macht Hamburg in seiner Dreidimensionalität auch für Blinde und Sehbehinderte auf eine besondere Art und Weise zugänglich," erklärt er. "Denn als Blinder kann man sich normalerweise nur beschreiben lassen, wie beispielsweise das Rathaus aussieht, mit dem Stadtmodell kann man es erfühlen und somit selbst erfahren. Durch das Modell bekommt man einen Eindruck davon, in welchem Verhältnis die Gebäude zueinander stehen, was Entfernung und Größe betrifft – das ist für einen Blinden sonst nur schwer möglich", so Kunert.

Die Lions Club International setzen sich weltweit für blinde und sehbehinderte Menschen ein. Im Rahmen des Programms "Sight First", das Stipendien für blinde Studenten oder Blindenhundeschulen und vieles mehr unterstützt, wurde das Stadtmodell finanziert.

Das Modell, maßstabsgenau im Verhältnis 1:750, 2,65 x 1,60 m groß, bildet den Innenstadtbereich der Hansestadt ab.

Rathausmarkt  Mehr Adress-Informationen

Rathausmarkt
20095 Hamburg

Bucerius Kunst Forum  Mehr Adress-Informationen

Rathausmarkt 2
20095 Hamburg

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