Freie Fahrt für das Blindenmobil

Menschen mit Behinderung

Blindenmobil ist nicht nur Fahrdienst sondern auch BegleitserviceBlindenmobil ist nicht nur Fahrdienst sondern auch Begleitservice

In Hamburg leben derzeit 3.000 blinde Menschen und weit über 40.000 Sehbehinderte. Obwohl sich der Großteil der Betroffenen im Alltag gut zurechtfindet, erfordern viele Situationen die Unterstützung und Kontrolle eines verlässlichen sehenden Begleiters – z. B. Behördengänge oder Facharztbesuche. Dafür können Blinde und Sehbehinderte in Hamburg das kostenlose Blindenmobil unter der Hotline 01 51/24 19 85 34 nutzen. Ein deutschlandweit bisher einmaliger kostenloser Fahr- und Begleitservice für ein wichtiges Stück mehr Mobilität und Sicherheit im Alltag – ins Leben gerufen von der Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde von 1860 e. V.

Damit schließen die Blindenfreunde auch in Hamburg eine Versorgungslücke in der Betreuung Blinder und Sehbehinderter. Denn das Blindenmobil ist nicht nur Fahrdienst sondern auch Begleitservice. Der Fahrer, geschult im Umgang mit blinden Menschen, bringt die Fahrgäste nicht nur vor Ort, sondern begleitet sie auch in nichtalltäglichen und unterschriftspflichtigen Situationen wie Behördengängen, Bankgeschäften oder Facharztterminen.

Der Erfolg in den anderen Städten zeigt, dass der Service gut angenommen wird. "Die Blindenmobile sind oft Tage im Voraus ausgebucht. Es macht uns stolz den kostenlosen Fahrdienst anbieten zu können und planen ihn auch in weiteren Regionen einzuführen. Da das Blindenmobil ausschließlich durch Spenden finanziert wird, freuen wir uns über jede Unterstützung.", so Thorsten Bräuer, Geschäftführender Vorstand des gemeinnützigen Vereins.

Die Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde wurde 1860 auf Anregung des blinden Pfarrers, Dr. William Moon (1818-1894), gegründet. Der Engländer engagierte sich unter anderem für den gemeinsamen Unterricht von Blinden und Sehenden und entwickelte eine schnell erlernbare Blindenschrift. Unter dem Motto "Sehende helfen Blinden" setzt sich der Verein seit seiner Gründung vor nunmehr 150 Jahren für die gesellschaftliche Integration und Gleichstellung von Blinden und schwerst Sehbehinderten ein. Die Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde hilft unbürokratisch dort, wo keine staatliche Unterstützung geleistet werden kann.

Anzeige