Beten ohne Barriere – wo Hörgeschädigte das Wort Gottes hören - hamburg-magazin.de

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Menschen mit Behinderung

Beten ohne Barriere – wo Hörgeschädigte das Wort Gottes hören

St. Petri und Pauli zu Bergedorf

Das BFW-Vermittlungskontor arbeitet seit 2006 im Projekt "Barrierefreies Hamburg für Touristen", das behindertenfreundliche Sehenswürdigkeiten der Hansestadt in einem Internet-Ratgeber auflistet. Jetzt präsentiert das Vermittlungskontor – neben Informationen für mobilitätseingeschränkte Menschen – ein neues Verzeichnis der Hamburger Kirchen. Es arbeitet dabei zusammen mit dem Bund für Schwerhörige. Das Kataster für Kirchen stellt zusammen, wie und ob Gotteshäuser speziell für Hörgeschädigte ausgerüstet sind und wo die Predigt optimal zu hören ist.

Das Verzeichnis ist die Fortsetzung des Wegweisers mit Tipps, in welchen öffentlichen Räumen wie Theater, Planetarium oder Vortragssälen hörgeschädigte Menschen Unterstützung durch Induktions-, Funk- oder Infrarotanlagen erhalten. Um die Daten zu sammeln, gingen Menschen mit und ohne Behinderung "ins Feld", die an gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten teilnahmen. Die1-Euro Jobs boten eine – mit hohem Engagement genutzte – Chance, ein neues Arbeitsgebiet zu erschließen.

Dank des online und gedruckt verfügbaren Kirchen-Registers können Hörgeschädigte im gesamten Stadtgebiet Gotteshäuser ausfindig machen, in denen Hören ohne Hürden möglich ist. Die Erhebung erfasst nicht nur "große" Kirchen wie "Michel" oder St. Petri, sondern auch Häuser wie die Pauluskirche in Hamm oder St. Annen in Ochsenzoll. Der Kirchenkompass ist ökumenisch: Es sortiert evangelische, katholische und freie Kirchen nach Stadtteil.

Dieser Ratgeber für Hörgeschädigte ergänzt das Angebot von Vermittlungskontor und Hamburg Tourismus, das Informationen für Rollstuhlfahrer und Touristen mit Handicap anbietet. Um die Daten zu erheben, übernahmen Rolli-Fahrer den Ortstermin. Sie fungieren als Scouts, um Kneipen des Kiez oder das Alstervergnügen auf Barrierefreiheit zu testen. Jeder Stadtteil wurde beim Sightseeing aus Rollstuhl-Perspektive besichtigt. Jeder Kiez wurde erkundet, um touristische Ziele zu sichten und fahrtüchtige Routenvorschläge zu machen. Touristische Ziele wie Binnenalster oder Speicherstadt wurden ebenso "erfahren" wie die HVV-Fähren im Hafen, Planten un  Blomen, Stadtpark oder Restaurants.

Weitere Informationen unter www.barrierefrei.bplaced.net.

26.01.2011