Gemeinsame Elternschaft: Trennung – Scheidung – Unterhalt

Kind & Kegel

Zuhause bei beiden Eltern © Dumrath & Fassnacht

Zuhause bei beiden Eltern © Dumrath & Fassnacht

Zuhause bei beiden Eltern

Jede dritte Ehe wird geschieden. Zu entscheiden ist dann jeweils über elterliche Sorge, Unterhalt für Kinder, vielfach auch Unterhalt für Frauen und Rentenansprüche. Auch das Vermögen oder die Schulden müssen geteilt werden. Bei jeder Trennung stellen sich für beide Ehe-malige einschneidende existentielle Fragen. Die Vorstellung, einer allein müsste betreuen und der andere stattdessen Unterhalt zahlen, ist oft unrealistisch, entspricht nicht mehr den tatsächlichen Verhältnissen und den gesellschaftlichen Notwendigkeiten.

"Gemeinsam Eltern bleiben trotz Trennung und Scheidung", so lautet eine zentrale Botschaft des gemeinnützigen Interessenverbandes Unterhalt und Familienrecht (ISUV e.V.). In Hamburg besteht eine von bundesweit über 50 Bezirksstellen, die Hilfe zur Selbsthilfe in allen Bereichen des Familienrechts – Unterhalt – Sorge- und Umgangsrecht, Vermögensteilung – anbieten.

Kein Rosenkrieg – kein Kampf ums Kind

Zentrales ISUV-Ziel ist es, Betroffenen zu helfen, um den viel zitierten "Kampf um Kind, Geld und Gut" zu vermeiden und eine "sanfte Scheidung", eine eigenverantwortliche, kostengünstige Scheidung im Interesse der Kinder zu erreichen. Darin sieht der Verband und die Aktiven vor Ort ihre Hauptaufgabe.

© ISUV
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Einen idealen strukturellen Rahmen für gelebte Elternschaft trotz Trennung und Scheidung bietet das Wechselmodell. Es sichert den Kindern beide Eltern. In nahezu allen uns bekannten getrennterziehenden Familien, in denen das Wechselmodell praktiziert wird, heißen es Betroffene nach einer Übergangszeit gut, weil es am besten das Kindeswohl sichert. Das Wechselmodell bietet beiden Eltern den organisatorischen Rahmen, berufstätig zu sein. In der Regel müssen beide Ehe-malige berufstätig sein, wenn Scheidungs- und später Altersarmut verhindert werden sollen. Wird das Wechselmodell praktiziert, werden Betreuungskosten eingegrenzt, ein hoher Grad an Betreuung kann durch beide Eltern selbst geleistet werden.

© ISUV
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ISUV: Forum für Erfahrungsaustausch – Empathie lernen

Jede Scheidung ist eine existentielle Krise für jeden Menschen. Bei den monatlichen Veranstaltungen des ISUV mit Experten wie Anwälten, Psychologen und Familienberatern werden bewährte praktische Tipps gegeben. Die öffentlichen Veranstaltungen sind Forum für Erfahrungsaustausch zwischen Eltern. Dabei können getrennte Eltern lernen, sich vor Gericht und Ämtern besser zu artikulieren, integrativ zu denken, Empathie gegenüber der "Ehe-maligen" oder dem "Ehe-maligen" zu empfinden. Der ISUV informiert und hält für Mitglieder spezielle Beratungsangebote bereit, denn die objektive uneigennützige Information ist die Voraussetzung und Grundlage für jede selbstbestimmte Scheidung.

Text: Johannes Zink, Initiative "Gemeinsam Erziehen" und ISUV e. V. Hamburg
Weitere Informationen: www.kindernzuliebe.orgwww.doppelresidenz.orgwww.isuv.de

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