Niedersachsen
Das Alte Land
Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen prägen dieses außergewöhnliche Naturparadies südöstlich von Stade. Das Alte Land ist ein ebener, mit Obstbäumen bewachsener Marschstreifen, der sich von der Süderelbe bei Moorburg bis an das Flüsschen Schwinge bei Stade erstreckt. Die Elbenebenflüsse Lühe und Este bilden die natürlichen Grenzen für die drei "Meilen", in die sich das Alte Land gliedert.
Der Name weist auf "Olland", den plattdeutschen Namen des Gebietes hin, der auf die holländische Kolonialisierung zurückgeht. Es waren die Holländer, die im 12. Jahrhundert das Land entwässerten und urbar machten. Zugbrücken, Windmühlen und die eigenartige Bauweise der lang gezogenen Dörfer erinnert noch an die Siedler von damals. Die meisten Altländer Bauernhäuser sind über 300 Jahre alt. Inschriften und geometrische Muster aus Ziegelmosaik an den Fassaden und prächtige Prunkpforten gelten hier als Statussymbol wohlhabender Bauern.
Die Fachwerkkirche in Grünendeich aus dem 17. Jahrhundert ist ein beeindruckendes Gebäude und für Hochzeiten sehr beliebt. Der Orgelbauer Arp Schnitger, der im 18. Jahrhundert in Neuenfelde gelebt hat, baute in mehreren Dörfern der Umgebung und wertvolle Orgeln.
Die rund 10 Mio. Obstbäume auf einer Fläche von 14.000 ha machen das Alte Land zum größten geschlossenen Obstanbaugebiet Nordeuropas. Der Obstanbau an der Niederelbe hat eine lange Geschichte. Schon vor 650 Jahren wurden die ersten Früchte geerntet. Erst in den vergangenen 50 Jahren hat sich das Gebiet zum "Obstkorb Deutschlands" entwickelt.
Nur einen Katzensprung von Hamburg entfernt, zählt das zu Niedersachsen und Hamburg gehörende Gebiet zu den schönsten Ausflugzielen Deutschlands. Bei schönem Wetter flanieren, radeln oder skaten die Besucher zu Hunderten auf dem Elbdeich und genießen im Frühjahr die Sicht auf ein Blütenparadies, das seinesgleichen sucht.
Wildgerichte aus der eigenen Jagd und Einbeziehung des Obstes je nach Saison gibt es im Altländer Obsthof in Lühe.
Genießen Sie deutsche Küche mit romantischem Blick auf die Oste in der rustikal eingerichteten Gaststätte zum Osteblick in Estorf.
Das Gut Deinster Mühle in der alten Lohmühle bietet eine Vielfalt an originellen und klassischen Gerichten rund um die Forelle aus eigener Aufzucht in Deinste.
Von Hamburg aus ist das schöne Städtchen Stade unkompliziert über die Bundesstraße 73 zu erreichen. Wesentlich idyllischer jedoch ist der Umweg durch das Alte Land (über die Hauptstraße in der Nähe des S-Bahnhofes Neugraben). Wer von hier aus rechts in den Süderelbebogen einbiegt, steuert direkt auf das südlich der Elbe gelegene Gebiet, in dem im 12. und 13. Jahrhundert Holländische Siedler deichten. Sie gaben ihm den Namen Olland, das soll heißen olles, also altes Land.
Heute ist das Alte Land der größte zusammenhängende Obstgarten Europas. Und eine besondere Attraktion ist die Baumblüte im Frühjahr. Die Obstbäume tauchen die Landschaft im Frühjahr in ein Blütenmeer. Stattliche Bauernhäuser mit prunkvoll geschnitzten Pforten, Windmühlen und alte Kirchen gibt es in jedem Dorf des Alten Landes. In Neuenfelde sollte man nicht versäumen, die gut erhaltene Arp-Schnittger-Orgel und das Grab des berühmten Orgelbauers zu sehen.
Die Gemeinde Jork ist die Perle des Alten Landes. Sehenswerte Adelshöfe, gepflegte Bauernhöfe, vor denen die "Altländer Tore" stehen, sind genauso interessant wie das Jorker Rathaus, der Gräfenhof. Seine Geschichte reicht vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurück. Besonders schön ist ein Zimmer im ersten Stock, das der Gemeinde als Trau- und Bürgermeisterzimmer dient.
Am besten lässt sich die Landschaft mit dem Rad oder zu Fuß erleben. Wanderwege auf Deichen oder durch Obstplantagen sind gut ausgeschildert. Überall laden gemütliche Gasthöfe ein, in denen man im Sommer auch unter alten Bäumen sitzen kann.
Restaurant-Tipp: In Steinkirchen, westlich von Cranz gelegen, befindet sich das Restaurant, Café & Hotel Windmüller, das einiges zu bieten hat: Neben Wein direkt vom Winzer, selbst gebackenem Kuchen im Kaffeegarten kann der Gast hier Galloway- und Gänsefleisch aus eigener Zucht genießen. Für bis zu 52 Gäste stehen im Hotel 26 Zimmer zur Verfügung. Der Festsaal für 100 Personen bietet sich für Feiern aller Art an, aber auch Seminarräume stehen zur Verfügung.
Apfelbaumpatenschaften
Im Alten Land gibt es viele Obsthöfe. Einige bieten Ihnen für einen Jahresbeitrag etwas ganz Besonderes: Ihren eigenen Apfelbaum, inklusive aller an ihm wachsenden Früchte zum selber ernten. Je nach Angebot des Obsthofs können Sie die Apfelsorte auswählen, die Pflege des Baums übernimmt der Obsthof. Ihr Baum wird mit einem Schild gekennzeichnet und Sie erhalten eine Urkunde mit allen wichtigen Informationen.
Ortsinformationen
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17.05.2012 - 26.05.2012
Ernst Eitner, Herrmann Kauffmann: Doppel-Spiel. Kunstwerke im Dialog.
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