Freizeit
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"Behindert ist man nicht, behindert wird man!" – Diese Aussage der Aktion
Mensch soll auch nicht-behinderte Menschen dazu bringen, darüber
nachzudenken, wie viele Schwierigkeiten es im alltäglichen Leben für
behinderte Menschen zu überwinden gilt, nur weil in der Gesellschaft immer
noch mit wenig Rücksichtnahme gehandelt wird und oftmals nur unzureichende
Hilfestellungen für ein selbständiges Leben von Behinderten vorhanden sind.
Allerdings lässt sich in zunehmendem Maße das Bemühen erkennen, geeignete
Lösungen zu finden, um Behinderte voll am gesellschaftlichen Leben
teilnehmen zu lassen.
Unbestritten bietet Hamburg als attraktive Stadt zahlreiche Möglichkeiten
der Freizeitgestaltung, seien es kulturelle Erlebnisse und Events oder
interessante Ausflugsziele in Stadt und Umgebung. Um es auch Personen mit
Behinderungen, unter besonderer Berücksichtigung von mobil eingeschränkten
Personen, zu erleichtern, einen Weg zu finden, die Fülle der Angebote trotz
ihrer Einschränkungen zu nutzen, sollen auf diesen Seiten hilfreiche Tipps,
Vorschläge für interessante Unternehmungen und Informationen für darüber
hinausgehende Serviceleistungen angeboten werden.
Fortschritte für Menschen mit Behinderung – In den vergangenen
Jahren hat der Senat das vorhandene System der Behindertenhilfe und
-eingliederung in enger Abstimmung mit den Verbänden behutsam
modernisiert und weiterentwickelt. Dabei wurden erhebliche Fortschritte
für Selbständigkeit und Teilhabe von Menschen mit Behinderung erzielt.
In Hamburg leben rund 250.00 Menschen mit Behinderung. Von ihnen sind
etwa 155.00 Menschen schwerbehindert. Das 2005 beschlossene
Hamburgische Landesgleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderung
hat bei ihnen zu mehr Barrierefreiheit zum Beispiel im Umgang mit
Behörden geführt. Die ebenfalls 2005 umgesetzte Neuordnung der
Beförderung ermöglicht mehr Wahlfreiheit bei der Organisation der
eigenen Mobilität. Außerdem wurden folgende Fortschritte erreicht:
- Mehr Kinder mit Behinderung werden gezielt und integriert in
Hamburger Kitas betreut: Ihre Zahl stieg von 999 in 2001 um rund ein
Drittel auf 1.300 Kinder in 2007 an.
- Es leben mehr Menschen mit einer geistigen Behinderung in den
"eigenen vier Wänden": Seit Beschluss eines Ambulantisierungsprogrammes
in 2006 wurde die Umwandlung von 326 stationären Plätzen in ambulant
betreutes Wohnen befürwortet. Zielsetzung des Programms ist, Menschen
mit geistiger Behinderung mehr Privatsphäre und Eigenständigkeit zu
ermöglichen.
- Das seit Jahresbeginn 2008 bundesweit gesetzlich verankerte
Persönliche Budget wird bereits seit Januar 2003 in Hamburg gewährt.
Allein beim Sozialhilfeträger Hamburg machten davon bisher rund 35
Menschen Gebrauch, von der Bundesagentur für Arbeit werden zurzeit rund
25 Persönliche Budgets in Hamburg geleistet.
- Während der Sommerferien 2007 wurde erstmalig eine Hortbetreuung für
36 behinderte Kinder durchgeführt. Berufstätige Eltern mit behinderten
Kindern, die während der Sommerferien einer schwierigen
Betreuungssituation ausgesetzt waren, werden auf diese Weise entlastet
und die Kinder zusätzlich gefördert.
Rund 10.00 Uhr Menschen mit Behinderung erhalten Leistungen der
Eingliederungshilfe vom Sozialhilfeträger Hamburg. 2007 sind hierfür
rund 311,6 Millionen Euro aufgewendet worden. 2001 waren es rund 278,6
Millionen Euro.
Mehr Teilhabe für ältere Menschen mit Behinderung – Menschen mit
Behinderung, die in einer Werkstatt für Behinderte arbeiten, fällt die
Umstellung vom aktiven Arbeitsleben in den Ruhestand oft besonders
schwer. Um sie bei der Neugestaltung ihres Alltags zu unterstützen und
die Teilhabe von älteren Menschen mit Behinderung am Leben in der
Gemeinschaft zu fördern, führte die Behörde für Soziales, Familie,
Gesundheit und Verbraucherschutz zum 1. April 2009 eine neue
Leistung ein. Behinderte Menschen ab dem 55. Lebensjahr, die aus einer
Werkstatt für behinderte Menschen ausscheiden, erhalten je nach Bedarf
zwischen 60,- und 240,- Euro monatlich, mit denen sie
tagesstrukturierende Angebote finanzieren können. Auf diese Weise kann
auch der Fortbestand des Seniorenprojektes Bergstedt gesichert werden.
Seit Herbst 2002 unterstützt das Seniorenprojekt Bergstedt ältere
behinderte Menschen, ihrem Alltag mehr Farbe zu geben. Mehrere Träger
der Behindertenhilfe halten in den Räumen der Begegnungsstätte ein
bewährtes Angebot zur Tagesstrukturierung vor. Mit der neuen
Sozialleistung können tagesstrukturierende Angebote wie die des
Seniorenprojektes Bergstedt finanziert werden.
Bis Ende 2010 soll die neue Sozialleistung, die beim Bezirksamt
beantragt wird, erprobt werden. Entsprechend ihrer Inanspruchnahme und
ihrer Wirkung wird über eine Fortführung oder Weiterentwicklung der
Leistung entschieden.
Broschüre: "Naturparke
für Alle" – Die Natur bietet zahlreiche
Möglichkeiten für attraktive und gesundheitsorientierte Freizeit- und
Urlaubsaktivitäten. Für viele Menschen jedoch sind Freizeit und Ferien ohne
"Handicap" und ohne großen planerischen Aufwand keine
Selbstverständlichkeit. Vor allem für Menschen mit Behinderungen, Familien
mit Kindern, älteren Menschen sowie deren Angehörigen und Freunden sind die
vorhandenen Angebote häufig nur eingeschränkt nutzbar. Oft erschweren
Hindernisse wie Stufen, schlechte Wegbeschaffenheit oder starke Steigungen
ein Befahren mit dem Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen. Sehbehinderte
scheitern oft an nur optisch erfassbaren Informationen.
Dass es auch anders geht, zeigen viele Naturparke in Deutschland. Ob
barrierefreie Wanderwege, Exkursionen mit Gebärdendolmetscher, tastbare
Reliefkarten, die einen Überblick über die jeweilige Region verschaffen,
Schifffahrten für Rollstuhlfahrer, Duft- und Tastgärten für Blinde sowie
barrierefreie Besucherzentren. So wird die Vielzahl mobilitätsbehinderter
Menschen, die auf solche Angebote angewiesen sind, nicht mehr
ausgeschlossen.
Gemeinsam mit der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle e. V.
(NatKo) setzt sich der Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN) dafür ein,
dass Menschen mit Behinderungen, Familien mit Kindern, ältere Menschen sowie
deren Angehörige und Freunde die vielfältigen Angebote in den Naturparken
auch nutzen können.
Die aktualisierte und erweiterte Auflage der Broschüre "Naturparke für
Alle" stellt auf 140 Seiten 57 neue, abwechslungsreiche und interessante
Angebote aus Deutschlands Naturparken vor. Erhältlich ist sie beim Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN),
Platz der Vereinten Nationen 9, 53113 Bonn, Tel. 02 28/9 21 28 60, Fax 02
28/9 21 28 69.
Neue
Broschüre "Wegweiser für Menschen mit Behinderungen" – Für Menschen mit
Behinderungen gibt es in Hamburg ein umfassendes und vielseitiges Angebot an
unterstützenden Leistungen, Beratungsstellen und Einrichtungen. Einen
Überblick über das Hilfesystem gibt der neu erschienene "Wegweiser für
Menschen mit Behinderungen", den die Behörde für Soziales, Familie,
Gesundheit und Verbraucherschutz jetzt herausgegeben hat und der ab sofort
erhältlich ist.
Auf rund 100 Seiten werden unter anderem Beratungsangebote, ambulante und
stationäre Hilfen sowie Hilfen für Kinder und Familien aufgeführt. Außerdem
werden Informationen zur Teilhabe am Arbeitsleben, für mehr Mobilität sowie
zu unterschiedlichen Hilfearten und zur Leistungsbewilligung gegeben.
Erhältlich ist der "Wegweiser für Menschen mit Behinderungen" unter anderem
bei den Bezirksämtern, den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege sowie bei
der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz,
Hamburger Straße 47, 22083 Hamburg, Telefon 0 40/4 28 63-77 78.
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