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Weit vor Lübeck sieht man schon die
Silhouette der sieben Türme der gotischen Hauptkirchen gen Himmel ragen. Sie und das
Holstentor sind als Wahrzeichen Lübecks in aller Welt bekannt. Lübeck, die Königin der
Hanse, hat eine 1000-jährige Geschichte, die heute noch das Bild dieser Stadt prägt. Nur
in wenigen Städten Europas gibt es eine ähnliche Geschlossenheit der Altstadt. Besonders
reizvoll ist das Nebeneinander der verschiedenen Baustile. Häuser im reinsten Barock
stehen neben Renaissance-Fassaden, Fachwerkgebäude neben Treppengiebeln aus Backstein.
Ein Spaziergang durch Lübeck zeigt die Fülle der historischen Sehenswürdigkeiten.
Das Holstentor mit dem stadtgeschichtlichen Museum, die
Marienkirche mit dem höchsten Backstein-Gewölbe der Welt, die Petrikirche, die
Salzspeicher, das Rathaus und nicht zuletzt das Buddenbrook-Haus in der Mengstraße sind nur einige der erwähnenswerten
Baudenkmäler.
Die Lübecker haben aus ihrer Altstadt kein Museum gemacht.
Zwischen Holstentor und Buddenbrook-Haus sind auch Boutiquen, traditionelle
Geschäfte, Kaufhäuser und Passagen und überall Restaurants und Cafés. Treffpunkt der
Marzipanfreunde ist das traditionsreiche Café Niederegger in der Breiten Straße 89 mit
seinem überwältigenden Marzipanbüfett.
Kulturell hat Lübeck einiges zu bieten. Vom festlichen
Konzert über Rock-Spektakel, Open-Air Kino und Kindertheater auf der Freilichtbühne
bis hin zum Theater auf den städtischen und experimentellen
Bühnen. Traditionelle Märkte, das beliebte Altstadtfest, die Travemünder Woche und
nicht zu vergessen das Schleswig-Holstein Musik Festival gehören zu den kulturellen
Höhepunkten der Stadt.
Angebote für Städtereisen nach Lübeck
Buddenbrookhaus
Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, Mengstraße 4, 23552 Lübeck
Geöffnet: Januar bis März: Mo-So 11.00 bis 17.00 Uhr
April bis Dezember: Mo-So 11.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 5,- Euro, Kinder unter 6 Jahren frei, Kinder
und Jugendliche bis zu 18 Jahren 2,50 Euro
Die aufwändig verzierte Fassade des Buddenbrookhauses, ursprünglich aus
dem Jahr 1758, verrät viel vom Reichtum seiner bürgerlichen Bewohner, aber
wenig von der wechselvollen Geschichte des Hauses.
Im zweiten Stock, in der "Beletage", ist als Teil der Dauerausstellung
"Die 'Buddenbrooks' – ein Jahrhundertroman" das "Speisezimmer mit den
Götterfiguren" und das "Landschaftszimmer" zu sehen. Es ist eine einmalige
inszenatorische Verbindung von Realität und dichterischer Phantasie. Hier
wird nach Thomas Manns nobelpreisgekröntem Roman "Buddenbrooks" (1901) ein
Stück Literatur erlebbar. Auf den Tischen, am Harmonium, am Puppentheater,
an dem Lübeckischen Anzeiger von 1891, am Tisch, am Sofa verweisen
zahlreiche kleine Zettel auf die Seitenzahlen des Romans. Aber auch der
Geschichte des Romans, seiner Entstehung, seiner Produktion, dem in Lübeck
hervorgerufenen Skandal, dem 1929 vergebenen Literaturnobelpreis und nicht
zuletzt seiner weltweiten und bis heute andauernden Rezeption – von den
Übersetzungen bis hin zu den Theaterstücken, Hörspielen und Verfilmungen – wird
genügend Platz eingeräumt.
Im Buddenbrookhaus gibt es mehr als eine noch heute faszinierende Familie
oder ein beispielloses literarisches Gesamtwerk zu sehen. Sechs Stationen
berichten chronologisch von der internationalen Herkunft, dem literarischen
und persönlichen Aufbruch aus Lübeck, erzählen die unterschiedlichen
Lebenswege, das ebenso gemeinsame wie persönliche Leiden an Deutschland, die
Geschichten der individuellen Abschiede und geben Hinweise zu den
hinterlassenen Spuren der "amazing family". Zahlreichen Bild-, Film- und
Tondokumente lassen das 20. Jahrhundert in all seinen Facetten und
Auswirkungen auf das Leben von Heinrich (1871-1950), Thomas (1876-1955), der
zweiten Generation Erika (1905-1969), Klaus (1906-1949), Golo (1909-1994),
Michael (1919-1977), Elisabeth (1918-2002), Monika (1910-1992) und nicht
zuletzt der lebenden Manns (Frido) entstehen und laden den Besucher zur
Auseinandersetzung mit der Schriftstellerfamilienfabrik Mann ein.
Wechselnde Sonderausstellungen.
Museum
Behnhaus Drägerhaus – Kunst für Lübeck gibt es im
"Museum Behnhaus Drägerhaus". Nach
einer Modernisierung wurde das Museum in der Königstraße
wiedereröffnet – als Galerie des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne.
Eingebettet in die historischen Wohnräume der beiden im späten 18. und frühen
19. Jahrhundert umgestalteten Bürgerhäuser erleben die Besucher hier einen
komprimierten Gang durch die deutsche Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Von der Romantik Caspar David Friedrichs bis zum Expressionismus von Edvard
Munch, Ernst Ludwig Kirchner und Paula Modersohn-Becker reicht die Spanne der
Bilder.
Zwei dieser Stadtpalais, die Nummern 9 und 11, sind heute miteinander verbunden
und beherbergen eines der schönsten Museen von Lübeck. Die Nummer 11, das
Behnhaus, fällt vor allem durch seine figurenbekrönte Fassade auf. Aber erst
nachdem der Besucher die hohe Tür geöffnet hat, offenbart sich ihm die
Besonderheit dieses Museums. Er steht in der größten und bedeutendsten Diele von
Lübeck, die noch heute einen Eindruck von den großzügigen Wohn- und Lebensformen
eines Kaufmannes des 18. Jahrhunderts vermittelt.
Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9-11, 23552 Lübeck, Museums-Hotline: 0
18 05 / 92 92 00 (14 ct /min. aus dem Festnetz, Mobilfunk abweichend). Öffnungszeiten Di-So 10.00 bis 17.00 Uhr, Januar
bis März erst ab 11.00 Uhr. Eintritt: 5,- Euro Erwachsene, 2,- Euro Kinder und
Jugendliche bis zu 18 Jahren, Kinder unter 6 Jahren frei.
Überall in Lübeck ist man in der Nähe des Wassers. Die
Trave, der Kanal, die Hafenbecken und die Wakenitz umschließen den Stadtkern. Und nur ein
paar Kilometer sind es bis zur Ostsee nach Travemünde, dem Lübeck vorgelagerten
eleganten Seebad. Hier im Casino spielten schon Turgenjew, Dostojewski und Gogol Roulett.
Aber nicht nur das Casino, auch der herrlich breite Sandstrand, die Promenade und der
Skandinavienkai mit den weißen Fährschiffen und der Reihe romantischer Giebelhäuser
machen die Anziehungskraft Travemündes aus. Zwischen Travemünde und Lübeck liegt das
verträumte Fischerdorf Gothmund, heute ein Ortsteil von Lübeck. In den reetgedeckten
Fischerkaten am hohen Traveufer leben alteingesessene Fischerfamilien auch heute noch vom
Fischfang. Das Dorf steht unter Denkmalschutz.
Willy-Brandt-Haus Lübeck – 94 Jahre alt wäre
Willy Brandt am 18. Dezember 2007 geworden. An diesem Tag
wurde in seiner Heimatstadt das "Willy-Brandt-Haus Lübeck" feierlich
eingeweiht. In dem historischen Gebäude in der Altstadt befindet
sich nun eine Dauer-Ausstellung, die das politische Leben des früheren
Bundeskanzlers von seiner Jugend bis ins Alter nachzeichnet. Die
Ausstellung "Willy Brandt – Ein politisches Leben im 20.
Jahrhundert" arbeitet nicht nur Zeitgeschichte auf.
Viele der mehr als 300 Exponate zeigen Facetten aus Willy Brandts
Leben, die einer breiten Öffentlichkeit wenig oder gar nicht bekannt
sind. Passend zu Lübeck und zum Ostseeraum, geht die Ausstellung
ausführlich auf die frühen Jahre Willy Brandts in Lübeck und seine
Widerstands- und Exilzeit in Norwegen und Schweden ein.
Übergreifendes Thema ist sein politisches Vermächtnis, Frieden und
Freiheit in Deutschland und in der ganzen Welt langfristig zu
ermöglichen. So widmet sich ein Teil der Ausstellung ausschließlich
der Menschenrechtsproblematik – ein Novum in Deutschland.
Die Ausstellung ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, der
Eintritt ist frei. Ort: Willy-Brandt-Haus Lübeck, Königstraße 21,
23552 Lübeck.
Audio-visuelle Erlebnistour mit Heinrich und Thomas Mann
– Touristen können ab sofort per Mini-Computer die Stadt Lübeck auf den
Spuren von Heinrich und Thomas Mann erkunden. Es wird eine
unterhaltsame Mischung aus Stadtinformation, Anekdoten, Fakten und
Geschichten mit Hörspielcharakter geboten. Das Prinzip des
Stadtrundganges ist denkbar einfach. Man wählt auf dem Display des
Mini-Computers die Nummer einer der 19 Stationen an und schon startet
die Führung mit Bild und Ton. Ein kleiner handlicher Stadtplan mit
einem Routenvorschlag, den Stationen der Tour und einer Legende
unterstützt die Orientierung.
Der neue iGuide ist ab sofort im Welcome Center der Lübeck und
Travemünde Tourist-Service GmbH am Holstentorplatz in deutscher und
englischer Version erhältlich, bis zu zwei Stunden für 7,50 Euro, bis 4
Stunden für 8,50 Euro und bis 8 Stunden bzw. Abendausleihe für 12,- Euro.
Eine italienische Version des iGuide ist bereits in Planung. Ein
Pärchenkopfhörer mit Doppelstecker ermöglicht die Stadttour mit nur einem
Gerät.
Die Holsteinische Schweiz mit ihren vielen
Seen liegt nördlich von Lübeck und ist über die großen Straßen schnell zu erreichen.
Einen Ausflug wert sind aber auch die bekannten Bäder der Lübecker Bucht.
Kleine Lübecker Stadtgeschichte
von Konrad Dittrich, Verlag Friedrich Pustet, 176 Seiten, Preis 12,90
Euro
Lübeck, einstiger Hauptort des mächtigen Hansebundes, ist noch immer eine
faszinierende Stadt. Die Gründung Heinrichs des Löwen und der Schauenburger
Grafen war Ausgangs- und Stützpunkt der deutschen Ostkolonisation sowie
Drehpunkt des Handels über die Ostsee. Kaiser Friedrich II. gewährte Lübecks
Bürgern bereits 1226 die Reichsunmittelbarkeit. Im Rathaus, in dem die
Mitglieder der Hanse tagten, wurde über Krieg und Frieden entschieden.
Lübecker Recht hatte in rund hundert Städten Gültigkeit.
Alt-Lübeck, eine Siedlung, sieben Kilometer vom heutigen Stadtzentrum
entfernt, am Zusammenfluss von Trave und Schwartau, wurde schon vor 817
erwähnt. 1143 gründete Adolf II. auf dem Hügel Buku die Stadt Lübeck, 1188
verbrieft Kaiser Barbarossa der Stadt die Barbarossa-Privilegien und
erweiterte damit Freiheiten und Rechte der Stadt. 1201 wird die Stadt nach
dem Sieg des Dänenkönigs Knut VI. dänisch.
1329 erwirbt Lübeck-Travemünde, um die Hafeneinfahrt besser schützen zu
können. Der Zusammenschluss von Kaufleuten, um gemeinsame Interessen besser
wahren und Gefahren meistern zu können, führte zur Bildung der Hanse, der
auch Lübeck beitrat. 1356 wurde der erst Hansetag in der Stadt abgehalten.
In den folgenden Jahrhunderten wurde sich die Stadt immer wieder von
Kriegen heimgesucht, bis mit der Mitgliedschaft im Deutschen Bund 1815 der
Friede einzog. Europa wurde neu geordnet und Lübeck wurde selbstständige
Hansestadt. Damit erfuhr auch das kulturelle Leben der Stadt einen
Aufschwung. Theater und Museen wurden gegründet, Konzert veranstaltet,
Wilhelm Furtwängler leitete von 1911 bis 1915 das philharmonische Orchester.
St. Annen-Museum, Behnhaus/Drägerhaus, Holstentormuseum und
Völkerkundemuseum öffneten ihre Türen.
Die Dichterbrüder Heinrich und Thomas Mann sind Lübecks bekannteste Söhne.
Für den 1900 erschienenen Roman "Die Buddenbrooks" erhielt Thoma Mann 1929
den Literatur-Nobelpreis. In seinem Todesjahr 1955 wurde ihm die
Ehrenbürgerschaft der Stadt Lübeck verliehen.
1937 beendet das Groß-Hamburg-Gesetzt nach 711 Jahren Lübecks
Selbstständigkeit. 1956 wird ein erneuter Antrag auf Eigenstaatlichkeit abgelehnt. Die Königin der Hanse, Stadt der Buddenbrooks und dreier
Nobelpreisträger und lockt heute viele Gäste an. Mit der Eröffnung des Buddenbrookshauses
und des
Günter Grass-Hauses erhielt die Stadt noch einmal einen kulturellen Schub.
Die Geschichte Lübecks ist im vorliegenden Buch von den Anfängen bis heute
– knapp und prägnant
zusammengefasst. In eingängiger Sprache schildert der Autor Werden und
Wachsen der Stadt Lübeck von der Gründung im 12. Jahrhundert bis heute.
Der
schön ausgestattete Band gibt Gästen einen raschen Einblick und erinnert
Bewohner an die große Vergangenheit und kulturelle Verpflichtung, die nicht
zuletzt in der Auszeichnung der Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO zum
Ausdruck kommt.
Fehmarn,
Heiligenhafen und Hohwachter Bucht
von Frank Thamm, Ellert & Richter Verlag, 204 Seiten, Preis jetzt bei
Amazon 6,49 Euro
Hochsommerliches Wetter lockt viele zum
Surfen, Segeln, Schwimmen, Wandern oder zum Ausspannen an die Ostsee. Für
Fehmarn, Heiligenhafen und die Hohwachter Bucht gibt es einen praktischen
Reiseführer aus dem Ellert & Richter Verlag, der dazu einlädt, den
Nordostzipfel Schleswig-Holsteins in seiner ganzen Vielfalt kennen zu
lernen: die an der Vogelfluglinie liegende Bauerninsel Fehmarn, das
Ostseebad Heiligenhafen mit seiner einmaligen Wanderküste und dem
zwischen Naturschutzgebieten gelegenen Ferienpark Weissenhäuser Strand
mit seiner reizvollen Umgebung an der Hohwachter Bucht. Auf 20
ausgewählten Wander- und Radtouren beschreibt der Autor diese
Urlaubsregion. Die Städte Burg auf Fehmarn, Heiligenhafen und Oldenburg
werden ausführlich vorgestellt.
Fotos, Kartenskizzen und viele
Informationen zu allen bekannten Sehenswürdigkeiten sowie Tipps für
Gäste zu Hotels, Restaurants, Cafés oder den Fremdenverkehrsvereinen
sind ebenso nachzulesen wie praktische Ratschläge, angefangen beim Angeln
über Fahrradverleih bis hin zu den Yachthäfen.
Die
Schleswig-Holsteiner - Unterhaltsam geschrieben
von A bis Z
Von Erich Maletzke, Wachholtz Verlag, 346 Seiten, 232 Abbildungen,
25,- Euro
Was haben Bismarck, Till Eulenspiegel, Thomas Mann und die Moorleichen
gemeinsam? Genau! Sie alle sind waschechte Schleswig-Holsteiner! Dass die
Jungs und Deerns aus dem Hohen Norden nicht nur wortkarg, bedächtig und kühl,
sondern ebenso aufgeschlossen und ausgelassen sein können wie die Südländer,
darüber klärt Erich Maletzke mit spitzer Feder auf. Auf höchste amüsante
Weise untersucht der Autor Eigenarten und Besonderheiten der Nordlichter
und vermittelt Interessantes aus Geschichte, Politik und
Gesellschaftsleben, klärt über Petuhtanten, Pharisäer und Knicks ebenso
auf wie über spektakuläre Mordfälle, Großsteingräber und Zarenexport.
Das Buch ist ein Muss für alle Schleswig-Holstein-Liebhaber.

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