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Städtepartnerschaften der Hansestadt Hamburg > St. Petersburg

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Die am längsten bestehende Partnerschaft verbindet Hamburg und St. Petersburg seit 1957.
Mitte der 1950er Jahre gab es von Leningrader Seite die ersten Bemühungen um Kontaktaufnahme mit Hamburg. Das angespannte Verhältnis zwischen Deutschen und Russen zu Hochzeiten des Kalten Krieges machte eine freundschaftliche Annäherung zwischen einer deutschen und einer sowjetischen Stadt zu keiner normalen administrativen Angelegenheit. Und so wurde auch auf den Vorstoß Leningrads zu Anfang in Hamburg sowie auf bundespolitischer Ebene mit Skepsis reagiert. Die Einladung wurde jedoch angenommen und so der Grundstein für eine - allen Hindernissen zum Trotz - stetig wachsende Freundschaft gelegt.
Daten und Fakten
St. Petersburg, 1703 von Peter dem Großen als Festungsort gegründet, ist mit knapp fünf Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Russischen Föderation und die nördlichste Millionenstadt der Welt. Die Stadt liegt im Nordwesten Russlands am Ostende des Finnischen Meerbusens. Über 500 Brücken überspannen die vielen Kanäle und Flüsse in der Stadt, so dass St. Petersburg den Beinamen "Venedig des Nordens" trägt.
Geschichte:
Die Geschichte St. Petersburgs weist viele Brüche auf. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich St. Petersburg zu einem führenden Wissenschafts- und Kulturzentrum in Europa. Hier fand die Akademie der Wissenschaften ihren Sitz, die dem Land einen führenden Platz unter den fortschrittlichen Nationen Europas garantieren sollte. Bedeutende Künstler wirkten hier - Petersburg ist die Stadt Puschkins, Dostojewskis und Tschaikowskis, um nur einige zu nennen. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Name St. Petersburg in "Petrograd" russifiziert und 1924 nach dem Tode Lenins in "Leningrad" umbenannt. 1918 wurde der Regierungssitz zurück nach Moskau verlegt. In Leningrad wurde damals von der Sowjetregierung gezielt Schwerindustrie (Traktoren, Rüstungsindustrie) angesiedelt, das historische Erbe vernachlässigt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Leningrad fast 900 Tage von der Deutschen Wehrmacht belagert ("Leningrader Blockade"). Der Blockade sind nach neuesten Schätzungen mehr als eine Million Menschen zum Opfer gefallen. An die Opfer der Leningrader Blockade erinnert der Piskarjowski-Gedenkfriedhof. Seit 1991 heißt die Stadt nach einer Volksabstimmung wieder St. Petersburg.
Wirtschaft:
Die zweitgrößte Stadt Russlands, das Verwaltungszentrum des Leningrader Gebiets, ist nach Moskau das wichtigste russische Wissenschafts-, Kultur- und Wirtschaftszentrum. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war St. Petersburg stark industrialisiert. Heute sind vor allem Schiff- und Maschinenbau, die vielseitige Leicht- und Nahrungsmittelindustrie sowie die über 100 Druckereien von zentraler Bedeutung. St. Petersburg ist der wichtigste russische Ostseehafen und ein bedeutender Binnenschifffahrtshafen am Ende des Wasserwegs, der das Schwarze Meer und die Wolga mit der Ostsee verbindet. Hier ist außerdem der Hauptsitz des militärisch-industriellen Komplexes der Russischen Föderation.
Beziehungen zu Deutschland:
Deutsche haben zur Entwicklung St. Petersburg im 18. und 19. Jahrhundert wichtige Beiträge geleistet: Viele der ersten Professoren der Akademie der Wissenschaften und der Universität kamen aus Deutschland (der Mathematiker Euler, der Historiker Baier u.a.), so dass Deutsch hier lange Zeit die Sprache der Wissenschaften blieb. Auch deutsche Verleger, Unternehmer und Handwerker waren sehr erfolgreich. Die Firma Siemens entwickelte die elektrische Beleuchtung für den Newski-Prospekt; deutsche Banken finanzierten die erste Eisenbahnlinie Petersburg-Moskau. Diese engen Beziehungen brachen nach dem Ersten Weltkrieg ab.
Heute ist Deutschland wieder einer der wichtigsten Handelspartner St. Petersburg. Deutsche Firmen wie Knauf, Henkel oder Siemens haben hier in den letzten Jahren bedeutende Direktinvestitionen getätigt. Das Interesse an deutscher Kultur und Sprache ist groß. Das Goethe-Institut, Lektoren des DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) sind an mehreren Hochschulen tätig. 2009 wurde unter wesentlicher Beteiligung des Deutschen Generalkonsulats die "Deutsche Schule St. Petersburg" gegründet, die an die reichen kulturellen Beziehungen der Vergangenheit anknüpft.

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